Darum gehts
- GC-Spieler nach 0:4-Niederlage gegen Sion mit Maulkorb belegt
- Swiss Football League droht bei Regelverstössen mit TV-Geld-Kürzungen
- GC-Sprecher: Spieler wurden geschützt, Sutter übernahm Medienverantwortung
Eigentlich hätte es eine Möglichkeit sein können für einen der Führungsspieler, um mal öffentlich auf den Tisch zu hauen. Doch vor den TV-Mikrofonen nach der GC-Klatsche gegen Sion war die Darbietung der Hoppers-Spieler ähnlich wie auf dem Platz beim 0:4: inexistent.
Von der GC-Chefetage gab es einen Maulkorb für die Spieler, alle Akteure mussten umgehend in die Garderobe des Letzigrunds und kassierten eine Standpauke von Sportchef Alain Sutter. Es war dann auch der 58-Jährige, der bei den TV-Stationen Blue sowie SRF und in der Mixed Zone bei Blick neben Trainer Gernot Messner die einzige Person der Grasshoppers war, die über das nächste Debakel Auskunft gegeben hat. «Die Jungs sollen jetzt nicht reden, sondern sich auf ihren Job konzentrieren, damit sie am Samstag gegen Winterthur bereit sind», so Sutter.
Im Wiederholungsfall könnte Kürzung der TV-Gelder drohen
Doch eigentlich ist das nicht die Entscheidung des GC-Chefs: Die Swiss Football League und ihre Klubs müssen im Rahmen der Lizenzverträge gewisse Zugänge garantieren für die Inhaber der Rechte. Heisst: GC wäre verpflichtet gewesen, einen Spieler in der Pause zu den TV-Interviews zu schicken und zwei Spieler plus Trainer nach Schlusspfiff. «Wir haben den Grasshopper Club nochmals schriftlich auf diese vertraglichen Verpflichtungen aufmerksam gemacht mit der Bitte, diese ab sofort wieder einzuhalten», sagt Philippe Guggisberg, Kommunikationsverantwortlicher der Swiss Football League, auf Anfrage von Blick.
Sollte GC nun vermehrt seinen Pflichten im Abstiegskampf nicht nachkommen, könnten weitere Konsequenzen drohen. Einen Präzedenzfall gibt es allerdings nicht. «In einem Wiederholungsfall würden wir mit dem Klub das Gespräch suchen, als letzte Möglichkeit sehen unsere Richtlinien vor, die Disziplinarkommission einzuschalten», so Guggisberg. Diese müsste sich dann mit den Verträgen und möglichen Strafen auseinandersetzen. Denkbar wäre aber ein Szenario bis hin zu einer Kürzung der TV-Gelder. Etwas, das man beim ohnehin finanziell klammen GC ganz sicher vermeiden will.
GC: Bewusster Entscheid, um Spieler zu schützen
Bei GC ist man sich den Verpflichtungen gegenüber dem offiziellen TV-Partner bewusst und nehme diese grundsätzlich sehr ernst, sagt Sprecher Nicolas Brütsch zwei Tage nach dem Sion-Spiel zu Blick: «Nach dem Spiel gegen Sion haben wir uns jedoch in dieser speziellen Situation bewusst dagegen entschieden, Spieler für TV-Interviews zur Verfügung zu stellen.»
Und weiter: «Der Entscheid wurde getroffen, um unsere Spieler unmittelbar nach Spielende zu schützen und ihnen in einem emotional anspruchsvollen Moment den nötigen Raum zu geben», so Brütsch. Stattdessen habe Alain Sutter die Verantwortung vor den Medien übernommen. Das tut der Sportchef am Freitag vor dem Abstiegsgipfel in Winterthur gleich erneut. Für die Pressekonferenz vor dem Spiel sind überraschend Alain Sutter und Trainer Gernot Messner angekündigt.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 32 | 24 | 59 | |
3 | FC Lugano | 32 | 11 | 54 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 32 | 13 | 49 | |
6 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
7 | FC Luzern | 32 | 3 | 39 | |
8 | Servette FC | 32 | 0 | 39 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
10 | FC Zürich | 32 | -17 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 32 | -27 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 32 | -49 | 19 |
