Das Spiel
Eine Stunde lang ist im Letzigrund wenig los – dann brennt es plötzlich vor beiden Toren. Erst kommt FCZ-Captain Kamberi aus zehn Metern völlig frei zum Abschluss, schaufelt den Ball aber über den Kasten der Luganesi. Besser macht es Steffen praktisch im Gegenzug mit seinem Führungstreffer, wobei sich der FCZ etwas gar einfach übertölpeln lässt.
Wer nun ein Schlussfurioso erwartet hat, wird enttäuscht: Der FCZ stemmt sich zu wenig gegen die Niederlage und bleibt bis zum Schlusspfiff weit von einem Torerfolg entfernt. Da ist Lugano noch gefährlicher: Koutsias sieht seinen Schuss im letzten Moment geblockt, kurz vor Schluss pariert Huber dann noch sehenswert gegen Delcroix.
Damit verdient sich Lugano den Sieg in einem müden Kick im Letzigrund doch noch. Beide Teams tun sich auf dem regennassen Rasen enorm schwer – einzig Kény (19.) und Cavaleiro (38.) schnuppern in Halbzeit eins an einem Torerfolg. Ihre Kopfbälle gehen aber neben das Tor oder werden zur Beute von Saipi. Und Lugano? Wird trotz höherer Spielanteile kaum gefährlich. Dank dem goldenen Steffen-Treffer dürfte das den Tessinern nach Schlusspfiff aber herzlich egal sein.
Denn: Die Luganesi legen im Kampf um die Europacup-Plätze wieder vor und starten auf Rang 3 in die Championship Group. Der FCZ verharrt dagegen auf Rang 10 – spürt er nach dem 2:0-Sieg von GC bei Winterthur gar wieder den Atem des Stadtrivalen im Nacken? Immerhin: Mit sieben Punkten ist das Polster weiterhin gross.
Das Tor
61. Minute, Renato Steffen, 0:1. Mit zwei Pässen ist die Abwehr der Zürcher überwunden: Koutsias verlängert einen Abstoss von Saipi per Kopf in den Lauf von Steffen. Dieser entwischt der FCZ-Abwehr und schiebt alleine vor Huber cool zur Führung ein.
Der Beste
Renato Steffen. Nicht alles will ihm gelingen, aber er ist auch mit 34 Jahren noch immer als unentwegter Dynamo unterwegs. Und wie er den Ball beim 1:0 mitnimmt und dann eiskalt im FCZ-Tor versorgt, zeigt seine ganze Klasse.
Der Schlechteste
Wer auch immer die Idee hatte, Lugano bei Abstössen hoch angreifen zu wollen. Die beste Torchance der Tessiner und das Tor entstehen aus einem Abstoss vor dem Tor von Saipi…
Das gab zu reden
Wieder kein Handshake zwischen Kevin Behrens und Georgios Koutsias! Als Behrens eingewechselt wird, verlässt Team-«Kollege» Koutsias das Feld extra nicht auf Höhe der Mittellinie, sondern auf Höhe der FCZ-Ersatzbank. So geht er jenem Mann aus dem Weg, der ihn im Trainingslager umgeschubst und primitiv beleidigt hat. Diese beiden werden in diesem Leben nicht mehr Freunde.
Die Schiedsrichter
Sven Wolfensberger hat eine sehr zahme Partie immer unter Kontrolle. Schwierige Entscheidungen hat er dabei nicht zu fällen.
Die Fans
12’377 haben ein Ticket gekauft, viele sind wohl trotzdem zuhause geblieben. Und sie haben nichts, aber auch gar nichts verpasst. Wenigstens die vielleicht 80 Unentwegten, die aus dem Tessin gekommen sind, haben eine nette Heimreise durch den Gotthard.
So gehts weiter
Weil beide Teams im Cup schon ausgeschieden sind, stehen sowohl der FC Zürich als auch Lugano erst in zwei Wochen wieder im Einsatz. Die Zürcher reisen dann im ersten Spiel der Relegation Group um 18 Uhr nach Lausanne. Später am Samstagabend tritt Lugano um 20.30 Uhr beim FC Thun an.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 32 | 24 | 59 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 32 | 13 | 49 | |
6 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
7 | FC Luzern | 32 | 3 | 39 | |
8 | Servette FC | 32 | 0 | 39 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
10 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |