Was ist genau passiert?
Am Freitagabend hat ein Brand im Garderobentrakt des FC Basel dafür gesorgt, dass das Super-League-Auswärtsspiel gegen den FC Thun vom Samstag verschoben werden muss. «Am Freitag, 10. April 2026, circa 21.15 Uhr, haben die Berufsfeuerwehr der Rettung Basel-Stadt und die Milizfeuerwehr Basel-Stadt zu einem grösseren Einsatz wegen eines Brandes im Stadion St. Jakob-Park ausrücken müssen», schreibt das Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement am Samstagmorgen. Wie die «Basellandschaftliche Zeitung» schreibt, sei das Feuer von zwei Mitarbeitenden entdeckt worden, die zu dieser Zeit im klubeigenen Fitnessstudio trainierten.
Was ist die Ursache des Brands?
Gemäss Blick-Infos soll das Feuer im Saunabereich ausgebrochen sein. Der gesamte Garderobenbereich ist durch die Behörden versiegelt worden und kann darum auch noch nicht geräumt werden. Aktuell gehe man aber nicht von Brandstiftung aus, heisst es auf Anfrage. Der Garderobenbereich befindet sich im ersten Untergeschoss des St. Jakob-Parks. Zugang ist nur durch mehrere Türen und mit dem entsprechenden Schlüssel möglich. Der betroffene Bereich ist aber ausschliesslich Spielern, Staff-Mitgliedern und der sportlichen Führung vorbehalten.
Sind Menschen zu Schaden gekommen?
Nein, zum Glück nicht. Der Klub schreibt in einer Mitteilung aber von einem grossen Sachschaden. Der Brand mit starker Rauchentwicklung habe den gesamten Garderobenbereich der Profi-Mannschaft zerstört. «Betroffen sind unter anderem die Garderoben, Materialräume sowie sämtliche Spieler- und Trainermaterialien. Ebenfalls beschädigt wurden das Trainerbüro, das Team-Manager-Office, die Physiobereiche sowie Duschen und Sanitäranlagen», teilt der FCB mit.
Was ist alles zerstört worden?
Laut Blick-Infos sind nicht die Flammen, sondern vor allem der hochgiftige Russ für den Grossteil des entstandenen Schadens verantwortlich. Zerstört wurden unter anderem die persönlichen Fussballschuhe der Spieler, Trikots, Trainingsmaterial, die Ausrüstung des medizinischen Staffs sowie das gesamte technische Equipment.
Warum kann das Auswärtsspiel in Thun nicht stattfinden?
Die zerstörten Matchtrikots sind nicht der Grund. Für ein Super-League-Spiel werden in der Regel pro Spieler drei Trikots und zwei Hosen benötigt. Macht rund 60 Trikots. Eine Nachfrage, die durch den Restbestand im Fanshop vermutlich hätte gedeckt werden können.
Was ist dann das Problem?
Der Hauptgrund sind die Fussballschuhe. Diese lagern die Spieler in der Garderobe. Jedem Profi kurzfristige neue Schuhe zu organisieren, war in den wenigen Stunden bis zur Abreise nach Thun nicht möglich. Hinzu kommt, dass die Spieler für Meisterschaftspartien in der Regel auf bereits getragene und eingelaufene Schuhe zurückgreifen. Ein weiteres Problem stellt das medizinische Material und technische Equipment dar, das ebenfalls zerstört wurde.
Wie hat der FC Thun auf die Absage reagiert?
«Wir wurden heute Morgen durch die SFL informiert, welche den Antrag des FC Basel für die Spielverschiebung bewilligt hat. Diesen Entscheid haben zur Kenntnis genommen», teilt der FC Thun auf Anfrage mit. Aufgrund der Absage absolvieren die Berner Oberländer am Samstag eine Trainingseinheit.
Hätte ein Spiel gegen einen anderen Gegner stattfinden können?
Tatsächlich ja. Bei vielen Auswärtsspielen reist die Mannschaft bereits am Tag vor dem Spiel ab und übernachtet im Hotel. Bei weiten Reisen wie zum Beispiel nach Genf oder ins Wallis ist das gesamte Material ebenfalls bereits mit dabei.
Wie geht es für den FCB jetzt weiter?
Der Klub hat eine Taskforce ins Leben gerufen. Diese hat am Samstagmorgen in einer grösseren Notfall-Sitzung die nächsten Tage vorbesprochen. Offenbar hat man dabei alles versucht, um die Partie am Abend doch irgendwie bestreiten zu können – vergeblich. Nach Blick-Infos soll der Trainingsbetrieb am Montag wieder aufgenommen werden. Bis dahin soll die Trainingsausrüstung ersetzt werden. Einige Spieler konnten sich bereits im Verlaufe des Samstags in Sportgeschäften mit neuen Schuhen eindecken.
Wann wird das Spiel gegen Thun nachgeholt?
Schon am Samstagabend legt die Liga den neuen Termin fest: Gespielt wird am Samstag, 18. April um 20.30 Uhr.
Und wann kann im Joggeli wieder gespielt werden?
Ebenfalls noch unklar. Das nächste Heimspiel wäre für den 26. April angesetzt, wenn der FCB zum Start der Championship Round den FC Sion empfängt. «Aktuell sehe ich es eher schwierig, dass die Garderoben bis dahin – selbst in abgespeckter Form – wieder nutzbar sind. Es betrifft ja auch die Gästegarderobe, alles ist gesperrt und stark verrusst. Es ist sehr, sehr giftig», sagt FCB-Sportchef Stucki gegenüber SRF. Er geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus, ohne genauere Zahlen nennen zu können.
Ist sonst noch jemand betroffen?
In gewisse Bereiche des anliegenden Shopping Centers St. Jakob ist Löschwasser eingedrungen. Beim Coop und Fust wurden Auffangbecken aufgestellt. Gemäss einem Leserreporter stinkt es im Einkaufszentrum.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 32 | 24 | 59 | |
3 | FC Lugano 0:0 | 33 | 11 | 55 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 32 | 13 | 49 | |
6 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
7 | FC Luzern | 32 | 3 | 39 | |
8 | Servette FC | 32 | 0 | 39 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
10 | FC Zürich 0:0 | 33 | -17 | 35 | |
11 | Grasshopper Club Zürich 1:0 | 33 | -26 | 27 | |
12 | FC Winterthur 0:1 | 33 | -50 | 19 |
