Nati-Ikone Pascal Zuberbühler über das YB-Goalieproblem
«Im Winter muss eine Lösung her, Probleme sind vorprogrammiert»

Wie weiter mit dem YB-Torwart-Luxusproblem? Ex-Nati-Goalie Pascal Zuberbühler hat da eine klare Idee. Und die hat mit warmen Brötchen zu tun.
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David von Ballmoos gab beim 1:0-Sieg gegen Stade-Lausanne-Ouchy ein beeindruckendes Comeback.
Foto: keystone-sda.ch
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Alain KunzReporter Fussball

Es waren unter dem Strich zu viele Böcke. Kommt hinzu, dass David von Ballmoos (28) bei YB eine starke Lobby hat. Der Mann ist fünffacher Meister. Und Klubikone. Doch das alles musste Trainer Raphael Wicky nicht interessieren. Er konstatierte die Böcke von Anthony Racioppi (24) und sagte nach dem Spiel gegen Stade-Lausanne-Ouchy (1:0). «Er hat einige falsche Entscheidungen getroffen.» Deshalb und wegen ein, zwei anderer, nicht näher benannter Dinge entschied er sich für einen Goaliewechsel.

Zubi: «Racioppi hatte auch viele Big Saves»

Einen solchen hatte Wicky bereits Ende September vorgenommen. Von Ballmoos kriegte das Spiel in St. Gallen (das YB 1:2 verlor). Doch danach kehrte Racioppi ins Goal zurück. Doch nun? «Wicky hat gesagt, dass er Racioppi wegen dessen Fehlern rausgenommen habe. Nun spielt von Ballmoos gegen SLO sackstark. Was macht Wicky nun?», fragt sich Pascal Zuberbühler (52), 51-facher Nati-Spieler und einziger an der WM 2006 unbezwungener Goalie. 

Zubi findet die Situation, in der sich YB befindet, «spannend und schwierig». Gleichzeitig betont er, dass es sich um ein Luxusproblem handle. Und dass man beim nun um die Von-Ballmoos-Rückkehr entstehenden Hype eines nicht vergessen darf: «Nämlich, dass Racioppi enorm viele Big Saves hatte! Man tut ihm ein bisschen Unrecht, ihn auf die Böcke zu reduzieren.» Aber ja, so Zubi, es seien unter dem Strich halt schon viele gewesen.

Zwei Dinge hätte Zubi anders gemacht als YB

Er als Coach hätte die Dinge anders gehandhabt. «Ich hätte Racioppi auch gegen Ouchy gebracht und die nächsten beiden Spiele von Ballmoos gegeben. Das letzte dann wieder Racioppi. Das wäre ein klares Signal für Interessenten gewesen, dass man in Bern auf beide Goalies setze. Und keiner auf dem Abstellgleis sei. So aber wird Racioppi mit diesem Attribut versehen sein, wenn von Ballmoos nun die restlichen drei Spiele macht. Und diese Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch. Denn fürs St.-Gallen-Spiel kann Wicky einen Wechsel kaum vornehmen. Und dann gibt er von Ballmoos bestimmt noch das Königsklassen-Spiel in Leipzig.

Nsame erlöst die Berner per Kopf nach verschossenem Elfer
3:15
YB – SLO 1:0:Nsame erlöst die Berner per Kopf nach verschossenem Elfer

Für Zubi ist klar: «Im Winter muss eine Lösung her. YB kann nicht mit diesen zwei Goalies in die Rückrunde gehen. Da sind Probleme vorprogrammiert.» Zubis Vorschlag: Racioppi verkaufen! «Sein Marktwert leidet nur schon, wenn er die letzten vier Spiele dieses Jahres zuschauen muss. Ein halbes Jahr auf der Bank wäre unter diesem Gesichtspunkt desaströs. Man muss die Brötchen rausgeben, wenn sie noch heiss sind.»

Und noch etwas hätte Zubi vermieden: «Sportchef Steve von Bergen hätte niemals so früh sagen dürfen, dass von Ballmoos wieder die diskussionslose Nummer eins ist, sobald er wieder fit ist. Erstens, weil im Fussball alles möglich ist. Und zweitens, weil die Knieverletzung des Emmentalers eine heikle Sache war.» Und wie das so ist: Niemand hatte damit gerechnet, dass Racioppi derart stark hält, dass er am Ende sogar in der Nati landet.

«...dann ist alles aufgegangen»

«Aber egal», so Zubi. «Wenn von Ballmoos wieder so fit wird wie vor der Verletzung. Wenn Racioppi verkauft werden kann. Und wenn YB Marvin Keller von Winterthur zurückholen kann – allerdings weiss ich nicht, ob das möglich ist -, dann ist alles aufgegangen.» Und falls nicht: Dann bleibt die Berner Goaliesituation das, was sie jetzt ist: ein Luxusproblem.

Von-Ballmoos-Berater spricht über die Zukunft des YB-Goalies
6:37
Abgang im Winter?Von-Ballmoos-Berater über die Zukunft des YB-Goalies
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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
21
21
46
2
FC Lugano
FC Lugano
21
11
39
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
20
14
37
4
FC Basel
FC Basel
21
9
36
5
FC Sion
FC Sion
21
6
32
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
21
-5
29
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
21
3
28
8
FC Zürich
FC Zürich
21
-8
25
9
Servette FC
Servette FC
21
-5
24
10
FC Luzern
FC Luzern
21
-3
22
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
21
-11
18
12
FC Winterthur
FC Winterthur
20
-32
10
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