«Von Mentalitätsproblemen kann ich nicht sprechen»
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Sauter nach Sieg:«Von Mentalitätsproblemen kann ich nicht sprechen»

Nach Krisensitzung
Trainer Hediger greift durch – und rettet den FCZ

Die Sitzung mit der Klubspitze zeigt Wirkung: Dennis Hediger setzt drei Spieler mit Anspruch auf einen Stammplatz auf die Tribüne. Die Mannschaft macht mit Glück den Ligaerhalt praktisch sicher.
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Torschützen unter sich: Damienus Reverson (l.) feiert mit Ivan Cavaleiro.
Foto: Nico Ilic/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • FCZ besiegt Thun 2:1 nach interner Kritik
  • Dennis Hediger strich Phaëton, Kablan und Krasniqi aus dem Kader
  • «Spieler sind mit der Faust im Sack aufs Feld»
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Florian RazReporter Fussball

Vor dem Anpfiff des Spiels gegen Thun ist Ancillo Canepa (72) auf Blue bemüht, die Wogen zu glätten. Die von Blick öffentlich gemachte Sitzung der Klubführung mit der sportlichen Leitung im Familienbüro der Canepas vom letzten Dienstag? War laut FCZ-Präsident alles, nur keine Krisensitzung: «Wir treffen uns jede Woche in der Sportkommission.»

Und doch: Das Treffen am Schanzengraben hat offenkundige Auswirkungen: Das Ausrufezeichen ist schon vor dem Anpfiff gesetzt. Matthias Phaëton (26), Chris Kablan (31) und Bledian Krasniqi (24) sind nicht mal auf dem Matchblatt. Dabei sind sie weder krank noch verletzt.

Einen der Aussortierten nimmt der Trainer in Schutz

Nein, Trainer Dennis Hediger (39) hat zum eisernen Besen gegriffen und drei Spieler mit Anspruch auf einen Stammplatz auf die Tribüne gesetzt. Und das, nachdem der FCZ-Verwaltungsrat dem Trainerteam dem Vernehmen nach mitgeteilt hat, dass bei einigen Spielern zu wenig Einsatzfreude auszumachen sei.

Immerhin Krasniqi wird von Hediger danach in Schutz genommen: «Bei ihm hat es nichts mit fehlender Mentalität zu tun.» Der Techniker muss draussen bleiben, weil Hediger lieber Mohamed Bangoura (20) auf die Bank nimmt, der im Kampf gegen den Ball bissiger ist.

Aber bei Phaëton und Kablan ist Hediger knallhart: «Bei ihnen ist wichtig, dass die Botschaft angekommen ist. Ich war nicht zufrieden mit der Leistung in den letzten beiden Spielen.» Rumms.

Es ist Hedigers Glück, dass seine Mannschaft nach dieser Massnahme vom FC Thun nicht komplett zerzaust wird. Die Zürcher gehen sichtlich verunsichert in die Partie. Und Cheveyo Tsawa (19) vom Zentrum nach rechts aussen zu verschieben, ist vermutlich auch nicht die beste Idee, die Hediger je gehabt hat.

Nach wenigen Minuten könnte das Spiel aus Zürcher Sicht bereits verloren sein. Aber weil die Thuner für einmal nicht genügend zupacken, kann sich der FCZ ins Spiel kämpfen – und geht am Ende als 2:1-Sieger vom Platz.

Interne Kritik an der Mannschaft

Eiserne Besen kehren also offensichtlich gut. Zumindest vorerst haben die Spieler so reagiert, wie es sich Klubführung und Trainerteam erhofft haben. Dabei ist es Hediger durchaus bewusst, dass der Schuss auch nach hinten hätte losgehen können. Zumindest sagt er nach Spielschluss: «Ich bin froh, dass die Spieler mit der Faust im Sack aufs Feld gegangen sind.»

Es muss zeitweise ziemlich ungemütlich worden sein im Home of FCZ unter der Woche. Oder wie es Hediger sagt: «Die Mannschaft musste viel einstecken. Von extern, aber auch von intern.» Ob die Aktion Gardinenpredigt auch nachhaltig für Erfolg sorgen kann?

Das wird dem FCZ gerade ziemlich egal sein. Schliesslich hat er mit dem Sieg über den designierten Meister Thun sein allerallerkleinstes Minimalziel erreicht. Zehn Punkte und eine um sieben Tore bessere Tordifferenz gegenüber den Grasshoppers: Das muss sieben Runden vor Schluss ganz einfach reichen, um mit dem Barrageplatz nichts mehr zu tun zu haben.

«Ich werde besser schlafen»

Hediger hat in der Nationalmannschaftspause also etwas Luft zum Atmen: «Ich werde sicher besser schlafen als in den letzten drei Wochen.» Aber natürlich will er nichts davon wissen, dass die Saison für seine Zürcher nun eigentlich beendet ist: «Jetzt sind wir mal über die Mentalität zum Sieg gekommen. Es ist die Basis für jeden Profifussballer, dass er jeden Tag alles gibt. Das sind wir allen schuldig, die bezahlen, um ins Stadion zu kommen.»

Und dann gibt es da noch eine weitere Komponente. Auch Hediger wird wissen, dass ein paar Siege – am besten garniert mit überzeugenden Auftritten – seine Position im Klub sicher nicht schwächen werden.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
31
37
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
31
23
56
3
FC Lugano
FC Lugano
30
10
50
4
FC Basel
FC Basel
30
6
49
5
FC Sion
FC Sion
31
9
46
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
5
45
7
FC Luzern
FC Luzern
30
2
36
8
Servette FC
Servette FC
31
-3
36
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
-4
36
10
FC Zürich
FC Zürich
31
-16
34
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
31
-23
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-46
19
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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