Darum gehts
- Kevin Behrens bleibt nach Ausraster ohne Suspension, erhält aber Geldstrafe
- Höchste Geldbusse seit Joe Mansuetos Klub-Übernahme, Betrag bleibt unklar
- Trainer und CEO betonen Fehlervergebung, weiterer Fehltritt wäre inakzeptabel
Lugano-Stürmer Kevin Behrens (34) kommt nach seinem Ausraster im Testspiel mit einem blauen Auge davon. Zwar hat er mit seinem Verhalten die Werte des Klubs mit Füssen getreten – ebenso wie jene Zusicherung, die er bei seiner Verpflichtung im vergangenen Sommer abgegeben hatte. An eine Suspension denken die Verantwortlichen dennoch nicht.
«Wir haben den Vorfall anderweitig, aber trotzdem hart sanktioniert», sagt Sportchef Sebastian Pelzer (45) während der Pressekonferenz zum Rückrundenstart zu Blick. Behrens wird mit einer saftigen Geldbusse belegt – mehr nicht. Laut Klubangaben handelt es sich um die höchste Busse, die seit der Übernahme durch Joe Mansueto (69) ausgesprochen wurde. «Wir haben noch nie eine so harte Strafe verhängt», so Pelzer. Ob der Betrag fünf- oder gar sechsstellig ist, bleibt offen.
Behrens' Entschuldigung
Damit ist klar: Der FC Lugano beantwortet die Frage nach der Tragbarkeit von Behrens trotz Vorgeschichte mit einem klaren Ja. Der Stürmer dürfte am Samstag mit der Mannschaft nach Luzern reisen. «Wenn ich der Meinung bin, dass es sinnvoll ist, ihn aufzubieten, steht er zur Verfügung», sagt Trainer Mattia Croci-Torti (43).
Gleichzeitig betonen Pelzer und Croci-Torti, dass der Vorfall keinesfalls verharmlost wird. «So etwas darf nicht passieren», stellt der Sportchef klar. Der Trainer ergänzt: Niemand sei mit dem Geschehenen zufrieden, doch alle seien Menschen, und man müsse auch lernen, Fehler zu vergeben. «Wer eine Geste wie Behrens zeigt, muss drei Dinge tun: den Fehler eingestehen, die Konsequenzen akzeptieren und sich aufrichtig entschuldigen», erklärt Croci-Torti – genau das habe der Spieler getan.
Am Montag äusserte sich Behrens selbst in einer Medienmitteilung: «Mein Verhalten war falsch und inakzeptabel, ebenso die Beschimpfungen. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung. Ich entschuldige mich auch bei meinen Mannschaftskollegen sowie beim Klub. Unabhängig von der Spannung des Moments hätte ich mir ein derartiges Verhalten niemals erlauben dürfen.»
«Entscheidend ist, wie man damit umgeht»
Dennoch sorgt es für Verwunderung, dass Behrens nur mit einer Geldstrafe davonkommt – gerade weil CEO Martin Blaser stets betont, wie zentral ihm die Werte im Klub sind. «La carta dei valori» (zu Deutsch: Werte-Charta) sei für ihn nicht verhandelbar. Blaser verweist darauf, dass sich der Verein in den vergangenen Jahren von Personen getrennt habe, weil sie diese Werte nicht respektiert hätten.
Gleichwohl stellt sich Blaser schützend vor seine Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle – aber eben auch vor Behrens. «Jeder hat das Recht, Fehler zu machen. Entscheidend ist, wie man danach mit einer solchen Situation umgeht», sagt der CEO. Klar ist aber ebenso: Ein weiterer Fehltritt von Behrens würde im Tessin kaum mehr durchgehen. Sein Kredit ist aufgebraucht – der nächste Ausrutscher könnte endgültig der letzte sein.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 19 | 16 | 40 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 19 | 5 | 33 | |
4 | FC Basel | 19 | 8 | 32 | |
5 | BSC Young Boys | 19 | 0 | 29 | |
6 | FC Sion | 18 | 4 | 27 | |
7 | FC Zürich | 19 | -7 | 24 | |
8 | FC Luzern | 19 | 0 | 21 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 18 | 0 | 21 | |
10 | Servette FC | 18 | -6 | 20 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 19 | -9 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 18 | -27 | 10 |

