«Die Länderspielpause war zu lang», sagte Ezgjan Alioski (34) nach dem Schweiz-Spiel. Die Vorfreude des Nordmazedoniers auf die Rückkehr in den Klub war in diesen Tagen entsprechend gross. Verständlich: Vor der Pause war sein Lugano in der Super League das Mass aller Dinge. Nun muss sich zeigen, ob die Unterbrechung den Tessinern den Flow genommen hat.
An der Qualität des Kaders hat sich jedenfalls nichts geändert. Die Spieler sind dieselben – und viele von ihnen gehören in die Kategorie gut bis sehr gut. Einer, der dabei besonders heraussticht, ist Dereck Moncada (18). Der erste Honduraner in der Super League hat nur wenige Wochen gebraucht, um sich als echte Bereicherung für Lugano und die gesamte Liga zu entpuppen. Drei Millionen Franken hat Lugano für ihn bezahlt. Bislang ist er jeden Rappen wert.
Moncada rast durch die Liga
In den vergangenen Wochen war Moncada wie Alioski mit der Nationalmannschaft unterwegs. Für Honduras kam er in allen vier Partien zum Einsatz. Dabei erlebte er auch einen höchst kuriosen Platzverweis. Im Spiel gegen Jamaika schubste ihn ein Gegenspieler, woraufhin Moncada mit dem Kopf voran in einen weiteren Gegner prallte. Dafür sah er zum Entsetzen aller Beteiligten Rot. Der Platzverweis wurde nach der Partie völlig zurecht aufgehoben.
Nun ist Moncada zurück im Tessin und will an seine Leistungen vor der Pause anknüpfen. Wettbewerbsübergreifend kommt er bereits auf fünf Tore und zwei Assists. Doch Moncada fällt längst nicht nur wegen seiner Skorerwerte auf. Seine Sprungkraft ist beeindruckend, ebenso sein Tempo. Wie Blick weiss, wurde er im Spiel gegen YB von Mitte September mit unglaublichen 37 km/h gemessen.
So entdeckte ihn Lugano
Seine Geschwindigkeit ist eine von vielen Stärken. Gemäss Insidern gehört Moncada weltweit zu den Top 5 der U21-Spieler, wenn es um dieses Attribut geht. Zudem ist er das Pressingmonster der Liga. Kein Stürmer der Liga verteidigt so effektiv wie er. Doch wie hat Lugano den Rohdiamanten überhaupt entdeckt?
Ein Scout in Südamerika war Feuer und Flamme für Moncada. Und riet dem Lugano-Sportchef Sebastian Pelzer, ihn sich dringend anzuschauen. Nach intensiven Videoscouting ging alles sehr schnell. Und der Deutsche reiste schliesslich nach Südamerika, um den Deal in trockene Tücher zu bringen.
Bald ein Berater-Wechsel?
Inzwischen hat sich weit herumgesprochen, wie gut Moncada ist. Längst haben auch die grossen Berater-Agenturen ein Auge auf den Teenager geworfen. Aktuell wird er noch von einer honduranischen Agentur vertreten. Angesichts seiner Entwicklung dürfte sich das wohl bald ändern.
Für Lugano ist Moncada damit gleich doppelt interessant: kurzfristig als Unterschiedsspieler auf dem Platz, langfristig als potenzieller Millionen-Transfer. Gemäss dem CIES gehört der 18-Jährige zu den 100 wertvollsten U20-Spielern weltweit, die derzeit noch nicht bei einem Klub aus einer der fünf grossen europäischen Ligen unter Vertrag stehen. Zudem wird sie sein Transferwert aktuell auf 11,1 Millionen Euro geschätzt.
Noch ist der nächste Transfersommer aber ganz weit weg. Bis dahin soll Moncada bei Lugano weiterhin für Tore, Vorlagen und Spektakel sorgen. Alles Weitere dürfte sich ohnehin von selbst ergeben.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 9 | 20 | 25 | |
2 | BSC Young Boys | 9 | 13 | 19 | |
3 | FC Sion | 9 | 9 | 19 | |
4 | FC Basel | 9 | 0 | 13 | |
5 | FC St. Gallen | 9 | -3 | 13 | |
6 | FC Luzern | 9 | -1 | 12 | |
7 | FC Zürich | 9 | -6 | 11 | |
8 | Servette FC | 9 | -2 | 10 | |
9 | FC Thun | 9 | -8 | 10 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 9 | -11 | 8 | |
11 | FC Vaduz | 9 | -3 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 9 | -8 | 6 |