Die Schlüsselszene
Der Hack-Zupfer! Was auch immer sich der FCZ-Verteidiger bei seinem Foul gedacht hat: Wer die Trikot-Reissfestigkeit seines Gegenspielers prüft, muss mit Konsequenzen rechnen. FCB-Verteidiger Akpe Victory nimmt das Geschenk in der 85. Minute an und fällt im Strafraum. Schiri Kanagasingam lässt erst weiterlaufen, zeigt nach VAR-Konsultation aber auf den Punkt. Und Zan Celar tut das, was er bereits im ersten Saisonspiel gegen Servette tat: Er trifft per Penalty zum Sieg.
Das Spiel
Der FCB startet zwar besser in die Partie, liegt aber früh in Rückstand. Ein heilsamer Schock ists nicht. Stattdessen rennt Malachowski Kamberi über den Haufen und lässt den Zürcher Captain aus der Nase bluten.
Dafür gibts zurecht Gelb, auch sonst hat Schiri Kanagasingam viel zu tun. 11 Verwarnungen werden ausgesprochen, was für einen intensiven Klassiker spricht.
Fussballerisch wird den über 18’000 Fans hingegen Magerkost geboten. Kurz vor der Pause hat der FCB Pech, weil Krasniqi einen Kopfball von Omeragic mit seinen Haarspitzen noch an die Latte lenkt. Ansonsten kommt nicht viel.
Zehn Minuten nach der Pause bringt Lichtsteiner Edeljoker Shaqiri, der mit einem Zwirbel-Freistoss an Lindner scheitert. Weil Olaigbe (mit Wucht) und Celar (per Foulpenalty) es besser machen, gehen die Bebbi am Ende aber trotzdem als Sieger vom Platz. Auch weil Emmanuel und Kamberi in der Schlussphase zwei Top-Chancen versieben und Schiri Kanagasingam seinen Handspenaltypfiff nach VAR-Konsultation zurecht annulliert.
Die Tore
8. Minute, Philippe Kény, 1:0 (Foulpenalty). Akpe Victory trifft Miguel Reichmuth im FCB-Strafraum an der Fussspitze. Da sich Goalie Mirko Salvi ultrafrüh für eine Ecke entscheidet, hat Kény leichtes Spiel und wählt entsprechend die andere.
62. Minute, Kazeem Olaigbe, 1:1. Ein weiter Abstoss von FCZ-Keeper Heinz Lindner landet beim FCB, der danach für einmal zielstrebig angreift. Am Ende führt ein Raketengeschoss von Olaigbe, den Lindrit Kamberi zu wenig unter Druck setzt, unter die Latte zum Ausgleich.
85. Minute, Zan Celar, 1:2 (Foulpenalty). Draussen am Bildschirm erkennt Anojen Kanagasingam den Trikotzupfer im Zürcher Strafraum von Alexander Hack an Victory. Celar schickt Lindner aus elf Metern in die falsche Ecke.
Der Beste
Mirko Salvi. Was für eine Rettungstat in der Nachspielzeit! Verhindert mit einem Wahnsinnsreflex den Ausgleich. Kamberi hatte seinen Kopfball wohl schon im Netz gesehen.
Der Schlechteste
In der 76. Minute trifft er nach einer Ecke zwar den Pfosten. Aber was Asane Sow sonst gegen die unerfahrenen Zürcher Aussenverteidiger zustande bringt, ist sehr dünn.
Die Fans
18’154 Tickets wurden für das Spiel verkauft. Die Südkurve verlangt vor dem Spiel in einer aufwändigen Choreo, dass sich die FCZ-Spieler zerreissen sollen. Auf der Gegenseite sind auffällig viele Baslerinnen und Basler angereist – und sie lassen keine Gelegenheit aus, um ihr mitgebrachtes Feuerwerk zu zünden. Vor allem mit viel Knalleffekt.
Die Schiris
Anojen Kanagasingam entscheidet in der 7. Minute sofort auf Penalty. Und in der 37. sofort auf keinen Penalty. Dass Akpe Victory in der ersten Szene den Fuss von Miguel Reichmuth trifft, ist bei der vierten Wiederholung zu sehen. Ob Selmin Hodza den Ball an die Hand bekommt, auch bei der fünften nur schwer zu vermuten. Darum greift der VAR nicht ein. Beim Penalty für den FCB in der Schlussphase wird Kanagasingam dann doch noch an den Bildschirm gebeten und zeigt Sekunden später auf den Punkt. Hack hatte zuvor die Reissfestigkeit von Victory Akpes Trikot geprüft. Zum Schluss steht Kanagasingam erneut im Fokus, weil er auf Handspenalty für Zürich entscheidet. Nach VAR-Konsultation aber nimmt er seinen Pfiff zurück. Vollkommen zurecht. Dies findet auch FCB-Verteidiger Daniliuc. FCZ-Profi Kamberi weiss dagegen gar nicht mehr, wie die Regeln bei Handspenaltys nun genau lauten (im Video unten).
Das gab zu reden
War das das letzte Spiel für Stephan Lichtsteiner? Nach dem 2:1-Sieg in extremis ist zu vermuten: Nein. Die FCB-Bosse wollen nicht schon wieder einen Trainer nach einem Sieg gegen den FC Zürich in die Wüste schicken.
So gehts weiter
Auch in der fünften Super-League-Runde stehen beide Teams wieder am Samstag (29. August) im Einsatz. Der FCZ duelliert sich im Stade de la Tuilière mit Lausanne (18 Uhr), während der FCB im Wankdorf YB (20.30 Uhr) gegenübersteht.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 3 | 9 | 9 | |
2 | FC Basel | 4 | 3 | 9 | |
3 | BSC Young Boys | 3 | 8 | 7 | |
4 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
5 | FC Sion | 3 | 2 | 6 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 4 | 0 | 5 | |
7 | FC Luzern | 4 | -4 | 4 | |
8 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
9 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
10 | FC Zürich | 4 | -6 | 3 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 3 | -3 | 0 |





