Lang, lang ists her
Als Aufsteiger zum Meister? Das gabs in der Schweiz schon mal

Schafft der FC Thun die Sensation und wird als Aufsteiger Schweizer Meister? Das wäre historisch – aber nicht einmalig.
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14. April 1952: GC mit Eduard Berbig (M.) holt als Aufsteiger auch den Cuptitel – neben der Meisterschaft.
Foto: Blick Sport

Darum gehts

  • GC wurde im Jahr 1952 als Aufsteiger Double-Sieger
  • Thun hat nun die Chance, erstmals Meister zu werden
  • Nächste Hürde: Das Spiel in Basel – ohne Gegner Shaqiri
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Simon StrimerReporter & Redaktor Sport

Man muss blättern, und blättern, und blättern. Und dann findet man ihn, den Schweizer Meister, der ein Jahr davor noch in der zweiten Klasse unterwegs war. Das Aufsteigermärchen spielte sich in der Saison 1951/52 ab. GC schrieb es und setzte mit dem Cupsieg im selben Frühling sogar das i-Tüpfelchen drauf.

GC ist der einzige Aufsteigermeister in der Schweizer Fussballgeschichte, seit eine landesweite Einheitsmeisterschaft ausgetragen wird. Also seit dem Jahr 1933. Davor gab es grosse Unregelmässigkeiten bei der Einteilung der Ligen, weiter zurückreichende Vergleiche mit Aufsteigern im heutigen Sinn würden stark hinken.

GC 1952 hatte eine andere Vorgeschichte

Ein Thuner Meistertitel wäre nicht nur ein Märchen, sondern eine Sensation. Anders sah es bei GC im Jahr 1952 aus. Die Hoppers waren davor in den 40er-Jahren im Schweizer Fussball eine Macht, holten in diesem Jahrzehnt drei Meistertitel und fünf Cupsiege. Der GC-Abstieg 1949 war ein riesiger Schock, die spätere Manager-Legende Erich Vogel (87) weinte auf der Hardturm-Tribüne, wie er später Blick erzählte. Aber zwei Jahre später erschien GC schon wieder in der obersten Spielklasse.

Der FC Thun hingegen hat ein halbes Jahrzehnt in der Challenge League hinter sich und galt auch in der letzten Super-League-Ära als Underdog. Exploits wie die Champions-League-Teilnahme nach dem Vizemeistertitel 2005 gehören zu den grössten Ausnahmeerscheinungen des europäischen Fussballs.

Nächster Schritt im Joggeli? Shaqiri gesperrt

Bis zum Meisterschaftsende sind noch 51 Punkte zu holen – oder zu verspielen. Ein weiter Weg. Doch das Team von Trainer Mauro Lustrinelli macht einen gefestigten Eindruck. Zum Start ins Jahr gab es zwei klare Siege (3:1 gegen GC, 4:1 gegen YB).

Nun tritt Thun auswärts in Basel an (Sonntag, 16.30 Uhr). Was in die Karten spielen könnte: Beim Super-League-Debüt von Stephan Lichtsteiner (42) als neuem FCB-Trainer fehlt bei den Baslern Captain und Anführer Xherdan Shaqiri aufgrund einer Gelbsperre.

Die Meisterträume leben im Berner Oberland. «Dass es ein Ziel ist, wenn du in der Winterpause Erster bist, ist naheliegend und aus meiner Sicht nicht überheblich», sagte Präsident Anders Gerber kürzlich im Blick-Interview.

So lässt sich festhalten: Ein einmaliges historisches Ereignis wäre der Titel als Aufsteiger 74 Jahre nach GC zwar nicht ganz – aber irgendwie doch. Denn Thun holte in der ganzen Vereinsgeschichte noch keinen einzigen Titel!

YB-Leihgabe Imeri bringt Thun auf die Siegesstrasse
3:18
Highlights im Video:YB-Leihgabe Imeri bringt Thun auf die Siegesstrasse
Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
21
21
46
2
FC Lugano
FC Lugano
21
11
39
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
20
14
37
4
FC Basel
FC Basel
21
9
36
5
FC Sion
FC Sion
21
6
32
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
21
-5
29
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
21
3
28
8
FC Zürich
FC Zürich
21
-8
25
9
Servette FC
Servette FC
21
-5
24
10
FC Luzern
FC Luzern
21
-3
22
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
21
-11
18
12
FC Winterthur
FC Winterthur
20
-32
10
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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