Darum gehts
- GC wurde im Jahr 1952 als Aufsteiger Double-Sieger
- Manager-Legende Erich Vogel weinte damals als Bub auf der Tribüne
- Thun hat nun nachgezogen – die historische Einordnung
Man muss blättern, und blättern, und blättern. Und dann findet man ihn, den Schweizer Meister, der ein Jahr davor noch in der zweiten Klasse unterwegs war. Das Aufsteigermärchen spielte sich in der Saison 1951/52 ab. GC schrieb es und setzte mit dem Cupsieg im selben Frühling sogar das i-Tüpfelchen drauf.
GC ist der einzige Aufsteigermeister in der Schweizer Fussballgeschichte, seit eine landesweite Einheitsmeisterschaft ausgetragen wird. Also seit dem Jahr 1933. Davor gab es grosse Unregelmässigkeiten bei der Einteilung der Ligen, weiter zurückreichende Vergleiche mit Aufsteigern im heutigen Sinn würden stark hinken.
GC 1952 hatte eine andere Vorgeschichte
Der Thuner Meistertitel ist nicht nur ein Märchen, sondern eine Sensation. Anders sah es bei GC im Jahr 1952 aus. Die Hoppers waren davor in den 40er-Jahren im Schweizer Fussball eine Macht, holten in diesem Jahrzehnt drei Meistertitel und fünf Cupsiege. Der GC-Abstieg 1949 war ein riesiger Schock, die spätere Manager-Legende Erich Vogel (87) weinte auf der Hardturm-Tribüne, wie er später Blick erzählte. Aber zwei Jahre später erschien GC schon wieder in der obersten Spielklasse.
Der FC Thun hingegen hat ein halbes Jahrzehnt in der Challenge League hinter sich und galt auch in der letzten Super-League-Ära als Underdog. Exploits wie die Champions-League-Teilnahme nach dem Vizemeistertitel 2005 gehörten schon zu den grössten Ausnahmeerscheinungen des europäischen Fussballs – und nun überstrahlt der erste Meistertitel der Geschichte als Aufsteiger alles.

