Klub-Legende René van Eck
«Sogar in Holland werde ich auf den FCL angesprochen»

René van Eck redet über den Tod seiner Mutter (96), das Theater beim FC Luzern und bringt sich als neuen Sion-Trainer ins Spiel.
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Sogar in Holland werde er auf den Zoff beim FC Luzern angesprochen, sagt FCL-Legende René van Eck.
Foto: TOTO MARTI
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Michael WegmannStv. Fussballchef

Blick: René van Eck, bei Ihrem Ex-Klub, dem FC Luzern, zerfleischt man sich seit Wochen selbst. Was sagen Sie zum Investoren-Zoff zwischen Bernhard Alpstaeg und der Gruppe um Josef Bieri?
René van Eck: Ich verstehe nicht mehr, um was es im Detail alles geht. Aber das dürfte nicht nur mir so gehen. Sicher ist, dass der FCL zurzeit ein ganz schlechtes Bild abgibt. Sogar hier in Holland werde ich auf meinen Ex-Klub angesprochen.

Auch Sie hatten einst Ihre Differenzen mit Alpstaeg.
Das stimmt so nicht. Herr Alpstaeg und ich haben bis heute kein Wort miteinander gewechselt.

Trotzdem hat er Sie als Robinson Crusoe bezeichnet …
… und als Paradiesvogel und Traumtänzer. Und dies nur, weil ich von einigen Medien als FCL-Trainerkandidat gehandelt wurde. Er hat mich kritisiert, ohne mich zu kennen. Das ging gar nicht. Er hätte auch sagen können: «Van Eck gehört nicht zu den Kandidaten.» Und gut wärs gewesen. Geht er überhaupt noch ins Stadion?

Er war schon länger nicht mehr da.
Da verstehe ich ihn. Wenn man im eigenen Stadion so angefeindet wird, ist das brutal hart.

Unterschreibt Alpstaeg nicht, dürfte der FCL von der Liga wohl für nächste Saison keine Lizenz erhalten.
Das wäre eine Katastrophe für alle: den Klub, die Fans, die ganze Region.

Erinnert Sie die Situation an Ihre letzte Saison als Spieler beim FCL?
Ja. Damals in der Saison 1998/99 lief es sportlich auch gut, aber den Klub plagten grosse finanzielle Probleme. Erst in letzter Sekunde hat man das Geld zusammenkratzen können und die Lizenz erhalten.

Um Geld zu sammeln, mussten Spieler zum Beispiel im Shopping-Center Emmen jonglieren. Pro Ballkontakt zahlte das Shopping-Center 10 Franken in die leere FCL-Kasse.
Früher waren solche Aktionen noch möglich, heute würde man für verrückt erklärt. Ich kann mich an andere Aktionen erinnern, aber nicht ans Jonglieren im Shopping-Center. Da war ich wohl nicht mehr dabei. Im Januar 1999 wurde ich ja zu Nürnberg ausgeliehen.

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«Sie können Herrn Constantin gerne meine Nummer geben.»
René van Eck
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Jongliert wurde Anfang Dezember.
Dann wurde ich wahrscheinlich nicht dazu aufgeboten. Das kann ich verstehen: Mit meinen Jonglier-Künsten wäre ja auch nicht viel Geld zusammengekommen.

Seit Januar sind Sie Trainer beim VV Capelle in der vierten holländischen Division. Wie kam es dazu?
Ich wohne in der Nähe des Klubs. Der Trainer, den ich gut kenne, ist derzeit an der Trainerlizenz. Deshalb helfe ich nun hier aus.

Sie sind auch nach Holland zurückgekehrt, um näher bei Ihrer Mutter zu sein. Wie geht es ihr?
Meine Mami ist leider am 12. Januar verstorben. Sie war schon 96, dennoch kam es unerwartet.

Herzliches Beileid. Das war sicher eine schwierige Zeit...

Ja. Einen Tag vor ihrem Tod war ich noch mit Handwerkern bei ihr zu Hause. Wir schauten, was man anpassen muss, um ihr das Wohnen zu erleichtern. Sie hat sich im Herbst das Schien- und Wadenbein gebrochen. Es tut sehr weh, dass sie nicht mehr in ihr Haus zurückkehren konnte.

Bleiben Sie trotzdem in Holland oder kommen Sie dann in die Schweiz zurück?
Das würde ich gerne.

Sion sucht einen Trainer, der dem Team sofort Leben einhauchen kann.
Ich wäre sofort bereit, diese Mannschaft ist gut. Sie können Herrn Constantin gerne meine Nummer geben.

Keine Angst vor dem Trainerjob in Sion? Es wäre ein Sprung ins kalte Wasser.
Überhaupt nicht. Ich schwimme hier jeden Morgen im See. Zuletzt wars so kalt, da war er sogar von einer dünnen Eisschicht überzogen. Wenn ich jeweils aus dem Wasser steige, bin ich wie neu geboren und voller Energie.

René van Eck persönlich

René van Eck ist 1966 in Rotterdam geboren, wo er auch den Fussball entdeckte. 1990 folgte der Wechsel zum FC Luzern, bei dem er zur Vereinslegende avancierte. In acht Jahren bestritt der Innenverteidiger 240 Spiele in der Innerschweiz, bevor es ihn in die 1. Bundesliga zu Nürnberg zog. Nach zwei Jahren kehrte Van Eck in die Schweiz zurück – bei Winterthur, Kriens und den Kickers Luzern liess er seine Spielerkarriere ausklingen. Seine Trainerkarriere lancierte der Holländer 2003 beim FC Luzern. Es folgten weitere Abenteuer in der Schweiz, Deutschland und seiner Heimat Holland. 2018 wurde van Eck Assistenzcoach beim FC Zürich, den er allerdings nach einem Jahr aus familiären Gründen wieder verliess. René van Eck hat eine Frau und drei Kinder – Tochter Janice ist mit Nati-Goalie Jonas Omlin verheiratet.

René van Eck ist 1966 in Rotterdam geboren, wo er auch den Fussball entdeckte. 1990 folgte der Wechsel zum FC Luzern, bei dem er zur Vereinslegende avancierte. In acht Jahren bestritt der Innenverteidiger 240 Spiele in der Innerschweiz, bevor es ihn in die 1. Bundesliga zu Nürnberg zog. Nach zwei Jahren kehrte Van Eck in die Schweiz zurück – bei Winterthur, Kriens und den Kickers Luzern liess er seine Spielerkarriere ausklingen. Seine Trainerkarriere lancierte der Holländer 2003 beim FC Luzern. Es folgten weitere Abenteuer in der Schweiz, Deutschland und seiner Heimat Holland. 2018 wurde van Eck Assistenzcoach beim FC Zürich, den er allerdings nach einem Jahr aus familiären Gründen wieder verliess. René van Eck hat eine Frau und drei Kinder – Tochter Janice ist mit Nati-Goalie Jonas Omlin verheiratet.

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