Darum gehts
- Lugano-Captain Mattia Bottani verlässt den Klub im Sommer 2026
- Er lehnte Luganos Angebot ab, da es seiner Ansicht nach nicht standesgemäss war
- Bottani möchte weiterhin auf Profi-Niveau spielen
Es war ein Knall, den man am Montagabend selbst auf unserer Seite des Gotthards noch gut vernahm: Mattia Bottani (34) verlässt im Sommer den FC Lugano. Ausgerechnet er – aufgewachsen wenige Meter vom Cornaredo entfernt. Der Captain. Das einzige Tessiner Aushängeschild im Kader der Bianconeri. Das Werbegesicht für die AIL Arena, die in wenigen Wochen eröffnet wird.
Entsprechend tritt Bottani am Dienstagnachmittag vor die Medien. Seine Augen sind durchgehend feucht: «Es ist schwierig für mich – ein Teil meines Lebens endet hier.» Es sind keine leichten Minuten, zumal seine Vorgesetzten, die Bottani nicht mehr als Spieler in der 1. Mannschaft wollten, direkt nebenan sitzen: links Martin Blaser (48), Vizepräsident und CEO, und rechts Sebastian Pelzer (45), Chief Sports Officer.
«Ich konnte dieses Angebot nicht annehmen»
Blaser und Pelzer bekräftigen, dass ein Angebot unterbreitet wurde, das vorsah, dass der Lugano-Captain ab Sommer die U21 führen und dort spielen solle. Bottani empfand diese Option jedoch als nicht standesgemäss. Er war fest davon ausgegangen, weiterhin Teil der 1. Mannschaft zu bleiben.
Die Entscheidung, dieses Angebot abzulehnen, traf er aus Respekt gegenüber sich selbst – vor allem weil er sich sportlich noch auf dem Niveau der 1. Mannschaft sehe. Der Verein und der Trainerstab bewerteten dies anders, was er akzeptieren müsse. Bottani stellt jedoch klar, dass er definitiv ein anderes Bild von seinem Ende in Lugano im Kopf hatte. «Aber um selbst in den Spiegel schauen zu können, konnte ich dieses Angebot nicht annehmen», so «Botta». Und er merkt an: Hätte er nicht mehr das Gefühl, auf diesem Niveau mithalten zu können, hätte er die angebotene Option angenommen.
«Türen sind offen»
Blaser und Pelzer zeigen Verständnis für die Enttäuschung der Fans – und rechtfertigen sich: Man habe versucht, eine Lösung zu finden und den Vertrag zu verlängern, allerdings in einer neuen Form.
Die Botschaft des FC Lugano – so Blaser und Pelzer – sei klar: Die Türen für eine gemeinsame Zukunft in einer anderen Funktion stünden jederzeit offen. Bottani selbst betont, dass er definitiv zurückkehren werde, sollte sich die Gelegenheit ergeben: «Lugano ist mein Leben und meine Familie.»
Will weiterhin auf Profi-Niveau spielen
Bottani möchte seine Karriere auf Profiniveau fortsetzen und wolle die verbleibende Zeit bei Lugano auch dafür nutzen, um sich für potenzielle neue Vereine zu beweisen.
Trotz des schmerzhaften Abschieds sei es ihm wichtig, seine Geschichte beim FC Lugano respektvoll und authentisch zu beenden. An die Fans appelliert er, ihre Wut beiseitezulegen und die Mannschaft auch in der neuen Saison im neuen Stadion zu unterstützen. Denn der Verein stehe über allem, auch über seiner eigenen Person. Als einer von ihnen werde er als Tifoso ebenfalls ins Stadion kommen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |

