Darum gehts
- FC Sion schlägt den FC Zürich 2:1 im Letzigrund am Samstag
- Benjamin Kololli sagt: «Schwierig, den FCZ in der Lage zu sehen»
- FCZ unter Hediger mit 13 Niederlagen in 21 Spielen, späte Gegentore ein Markenzeichen
Als er zum Elfmeter anläuft, findet Benjamin Kololli (33) keinen Platz für Mitleid in seinem Herzen. Cool trifft er zur Führung des FC Sion gegen den FC Zürich. Aber nach dem Schlusspfiff, da ist zu spüren, dass Kololli noch immer mit dem Verein mitleidet, für den er am häufigsten gespielt hat in seiner Karriere.
92-mal ist der Flügel mit dem FCZ-Trikot aufgelaufen. Darum ist ihm nicht egal, was die Zürcher gerade durchleben. «Es ist schwierig, den FCZ in dieser Lage zu sehen», sagt er nach dem 2:1-Sieg seiner Sittener im Letzigrund. Und er stellt eine bittere Ferndiagnose: «Ich habe das Gefühl, dass der FCZ ein wenig seine Identität verloren hat.»
Die guten Wünsche des Ex-Spielers
Dann schickt er den Zürchern auch noch nette Wünsche hinterher: «Ich hoffe, sie werden nächste Saison wieder eine bessere Meisterschaft spielen. Ich glaube, sie können sich jetzt gut darauf vorbereiten.»
Und ja, das stimmt vermutlich. Nicht, dass die Zürcher in ihren Auftritten den leisesten Hinweis darauf geben, warum sie in den letzten acht Runden noch besonders viele Punkte gegen den Abstieg gewinnen sollten. Aber dasselbe gilt ja genauso für ihre Kantonsrivalen. Egal, wie oft der FCZ auch verliert – die Grasshoppers und Winterthur bleiben mindestens so erfolglos.
Trotzdem: Irgendwie muss der FCZ diese schwarze Serie durchbrechen. 1:2 gegen Lausanne nach einem späten Gegentor. 1:2 gegen Servette nach einem späten Gegentor. 1:2 jetzt gegen Sion nach einem späten Gegentor.
Da kann die Analyse nicht bei der Feststellung von Dennis Hediger (39) enden, der nach der Niederlage gegen Sion mit Blick auf die drei 1:2-Pleiten findet: «Wir waren dreimal auf Augenhöhe.» Sollte der FCZ das wirklich glauben, hat er ein ernsthaftes Problem.
Hinten fehleranfällig, vorne auf Wunder angewiesen
Die nüchterne Analyse ist vermutlich etwas anders: Hedigers Mannschaft begeht hinten zu viele Fehler, um zu null zu spielen. Und vorne braucht sie jeweils ein kleines Wunder oder ein Geschenk, um ein Tor zu erzielen. Gegen Lausanne ist es eine zirkusreife Direktabnahme von Ivan Cavaleiro (32). Gegen Servette ein streng gepfiffener Handspenalty. Am Samstag ist es Sions Goalie Anthony Racioppi (27), der einen bereits gefangenen Eckball fallenlässt.
Dreimal kommt der FCZ so mit etwas Glück auf 1:1 zurück. Dreimal lehnt er das Geschenk dankend ab und kassiert in den letzten Minuten noch das entscheidende Tor. Gegen Lausanne in der 92., gegen Servette in der 88. und gegen Sion in der 85. Minute.
Es ist klar, dass die Zürcher dieses Muster dringend durchbrechen müssen. Warum nicht zum Beispiel die Situation mit einem Sportpsychologen aufarbeiten? Hediger wirkt wenig begeistert, als Blick am Samstag diese Frage stellt.
Aber auch er wird wissen: Ein Trainer, der nach der 13. Niederlage im 21. Spiel feststellt, dass er «gefühlt jede Woche dasselbe erzählen» kann, der muss vermutlich eher früher als später etwas ändern. Vielleicht sogar etwas Grundlegendes.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 30 | 38 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 29 | 23 | 54 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 29 | 4 | 46 | |
5 | FC Sion | 30 | 9 | 45 | |
6 | BSC Young Boys | 29 | 3 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 29 | -2 | 36 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 30 | -17 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 30 | -18 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |

