Steffen schiesst FCB mit Traum-Volley noch tiefer ins Elend
3:11
Lugano – Basel 2:0:Steffen schiesst FCB mit Traum-Volley tiefer ins Elend

«Hätte anrufen können»
Diese Steffen-Geste richtet sich an FCB-Boss Degen

Mit seinem Traumtor versenkt Luganos Renato Steffen (32) den FCB. Und schickt anschliessend Grüsse an Basel-Boss David Degen (41).
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Mit diesem Traumvolley erzielt Steffen das 2:0.
Foto: keystone-sda.ch
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Lucas WerderReporter Fussball

Es läuft die 69. Minute im Cornaredo, als Renato Steffen (32) nach einem Querschläger von FCB-Verteidiger Vouilloz nicht lange fackelt und den Ball mit einem herrlichen Volley zum 2:0 ins Netz hämmert.

Ein Traumtor, das der Nati-Flügel im Gegensatz zu seinem 1:0-Siegestreffer Anfang Februar in Basel für einmal auch bejubelt. Zunächst formt Steffen mit seiner Hand einen Telefonhörer, dann schlägt er sich mit seinen Handkanten auf die Unterarme.

«Gespräch suchen, bevor man so etwas rauslässt»

Auch wenn Steffen selbst keinen Namen nennt, ist klar, dass sich Abhack-Geste an FCB-Boss David Degen (41) richtet. Dieser hatte vor einigen Wochen im Fan-Podcast «Yynedruggt» erklärt: «Was Steffen in Lugano verdient, da hättest du mir beide Hände abhacken müssen, damit ich den Stift in die Hand nehme und unterschreibe.»

Degens Aussagen sind bei Steffen alles andere als gut angekommen. «Ich finde es immer schwierig, wenn man über Spieler redet, die nicht im gleichen Verein sind», so der Lugano-Profi. «Vielleicht sollte man das Gespräch mit einer Person suchen, bevor man so etwas rauslässt.»

Steffen wartete auf Degen-Anruf

Dass Steffen in Lugano besser verdient als in Basel, mag der Wahrheit entsprechen. Ob eine Rückkehr zum FCB aber tatsächlich an den finanziellen Rahmenbedingungen gescheitert ist, darf zumindest bezweifelt werden. In einem Interview mit der «Basellandschaftlichen Zeitung» hatte Steffen im Herbst 2022 über seinen Wechsel ins Tessin gesprochen und dabei erklärt: «David Degen hat meine Nummer, er hätte auch anrufen können. Dann wäre die Situation vielleicht anders gewesen.»

Steffen macht auch nach dem neuerlichen Sieg gegen den FCB kein Geheimnis daraus, welchen Stellenwert sein Ex-Klub noch immer für ihn hat. «Ich habe sonst ja immer darauf verzichtet, gegen Basel zu jubeln. Die Fans sollen wissen, was der FCB für mich bedeutet», so der Aargauer.

Lugano plötzlich im Meisterrennen

Darum schmerzt es Steffen auch, dass die Basler immer weiter in den Tabellenkeller abrutschen. Nach dem fünften sieglosen Ligaspiel in Folge wird das Barrage-Szenario immer realistischer. «Ich hoffe, sie kommen da unten wieder raus. Für mich gehört der FCB nicht dorthin», so der 39-fache Nationalspieler.

Während der FCB um den Ligaerhalt zittert, wird in Lugano plötzlich vom Titel geträumt. Mit dem sechsten Sieg in Serie haben die Tessiner nicht nur einen neuen Vereinsrekord aufgestellt, sondern auch den Rückstand auf Leader YB vorübergehend auf drei Punkte verkürzt. Möglich, dass Steffen irgendwann sogar froh sein wird, dass David Degen nie bei ihm angerufen hat.

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