FCZ-Hediger mit Mentalitätsfrage
«Haben eine riesige Lücke zwischen Training und Spiel»

Der FCZ findet sich wieder mitten im Abstiegskampf, die Barrage will man um jeden Preis vermeiden und unter der Woche gab es ein geheimer Krisengipfel. Auch Dennis Hedigers Tonalität wird vor dem Spiel gegen Thun deutlicher und kritischer.
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Dennis Hediger will am Samstag ein anderes Gesicht von seinem Team sehen.
Foto: keystone-sda.ch
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Tobias WedermannFussballchef

Die News der Woche

Blick machte am Mittwoch publik, dass es am Dienstagabend zu einer Krisensitzung im Präsidentenbüro von Canepa gekommen ist – ohne Ultimatum für den Trainer. «Der Blick hat das inhaltlich recht gut auf den Punkt gebracht», sagt Dennis Hediger am Freitag an der FCZ-Pressekonferenz. Jeder an dieser Sitzung habe seine Meinung, Haltung und Erwartung geäussert. «Alle sind nicht zufrieden und wollen den FCZ auf einem anderen Level sehen – ich bin froh, reden wir ehrlich und direkt miteinander», so Hediger. 

Der 39-Jährige gibt sich am Freitag kämpferisch – und rhetorisch gewohnt souverän. Er moderiert auch Fragen weg, ob er überrascht sei, dass er überhaupt noch FCZ-Trainer ist: «Ich weiss, wie wir arbeiten und täglich alles machen, um diesen Verein weiterzubringen. Wir machen vieles richtig, aber am Schluss ist es nur Schönrederei, wenn wir die Punkte nicht holen. Es muss beides funktionieren.»

Die grosse Frage

Ist Dennis Hediger zu lieb zu seinen Spielern? Der FCZ befindet sich in einer Krise, doch die Spieler sprechen ausschliesslich sehr positiv über ihren Trainer. Zu positiv? «Aus der Vergangenheit, von der wir kommen, war es extrem wichtig, eine Beziehung zwischen Trainer und Spielern zu pflegen sowie wertzuschätzen», so Hediger.

Gleichzeitig könne es sein, dass es deshalb der eine oder andere Spieler zu locker genommen habe. «Wenn es bei der Mentalität nicht stimmt, ist irgendwo ein Fehler im System – also geht es darum, den Fehler zu finden und zu reagieren», so Hediger. Dann sei es sicher auch mal angebracht, unter vier Augen oder vor der ganzen Mannschaft ein Gespräch zu führen, das etwas direkter ist.

Gesagt ist gesagt

«Wir haben eine riesige Lücke zwischen dem, was wir jeden Tag im Training machen, und dem, was wir im Spiel abliefern», sagt Dennis Hediger. Die Chefetage hat sich intern kritisch über die Mentalität innerhalb der Mannschaft geäussert, wie Blick weiss. Auch Hediger findet deutliche und kritische Worte über die Einstellung und Mentalität seiner Spieler. «Gegen Sion war es offensichtlich, dass mehrere Spieler nicht alles reingeworfen haben – wie wir das Gegentor nach einem Eckball verteidigen, ist ein Desaster.»

Es gehe darum, nun die richtigen Massnahmen daraus zu ziehen. «Jeder muss den Anspruch an sich selber haben, alles abzuliefern. Es ist wichtig, dass wir das den Spielern klargemacht haben.» Es könne gut sein, dass es deshalb auch zu Veränderungen in der Startformation komme. 

Mögliche Aufstellung

Huber; Kablan, Vujevic, Hack, Walker; Tsawa, Reichmuth; Cavaleiro, Krasniqi, Di Giusto; Kény 

Wer fehlt?

Gesperrt: Kamberi

Hast du gewusst, dass...

Erstmals unter Dennis Hediger kassierte der FCZ jüngst vier Niederlagen in Folge, das ist zudem aktueller Höchstwert unter den derzeitigen Superligisten. Der FCZ verlor zudem 10 seiner letzten 14 Spiele, ligaweit kassierte seit Beginn der 17. Runde kein anderes Team so viele Niederlagen.

Aufgepasst auf

...alles und jeden – es ist schliesslich der FC Thun, der dem FCZ bisher in zwei Partien acht Tore eingeschenkt hat in dieser Saison und letztmals Mitte Dezember ein Spiel verloren hat.

Die Klassenbesten

Blick-Notenschnitt nach 30 Runden:

Huber 4,1
Hack 4,0
Bangoura 4,0

Hier gehts zu allen Zürcher Noten.

Der Schiedsrichter

Lukas Fändrich leitet die Partie, Anojen Kanagasingam ist VAR in Volketswil.

Der Gegner

Hier gibts alle Infos zu Gegner Thun.

31

Runde

Sa., FCZ – Thun, 18 Uhr
Sa., Servette – GC, 18 Uhr
Sa., Sion – St. Gallen, 20.30 Uhr
So., Winterthur – Basel, 14 Uhr
So., Luzern – Lausanne, 16.30 Uhr
So., YB – Lugano, 16.30 Uhr

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
30
38
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
30
23
55
3
FC Lugano
FC Lugano
30
10
50
4
FC Basel
FC Basel
30
6
49
5
FC Sion
FC Sion
30
9
45
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
5
45
7
FC Luzern
FC Luzern
30
2
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
-4
36
9
Servette FC
Servette FC
30
-8
33
10
FC Zürich
FC Zürich
30
-17
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-18
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-46
19
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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