Seit bald vier Jahren schwelt beim FC Luzern ein hässlicher Aktionärsstreit: Bernhard Alpstaeg gegen den Verwaltungsrat und das restliche Aktionariat. Eine aussergerichtliche Einigung galt lange als kaum realistisch. Inzwischen haben sich die Parteien – auch dank des neuen Präsidenten Michael Sigerist – an einen Tisch gesetzt. Ausgang ungewiss.
Alpstaeg kommt dabei entgegen, dass die FCL Holding AG unter Druck steht. Die Gerichte haben bereits mehrere Entscheide zu seinen Gunsten gefällt. Das heisst allerdings nicht, dass vor allem das Aktionariat klein beigibt. Denn seit gut einer Woche ist klar: Der FCL hat gegen den jüngsten Gerichtsentscheid Berufung eingelegt.
FCL wehrt sich gegen Vorwürfe
Dabei geht es um den zentralen Punkt des jahrelangen Streits: Im August hiess das Bezirksgericht Luzern die Klage von Alpstaeg vollumfänglich gut. Demnach soll der Swisspor-Patron rechtmässiger Eigentümer des umstrittenen, sogenannten Stierli-Aktienpakets von 25 Prozent und damit Mehrheitsaktionär der FCL Holding AG sein.
Durch die Berufung wird sich nun das Kantonsgericht erneut mit dem Fall beschäftigen. Und wie Blick weiss, ist der FCL der festen Überzeugung, dass die Vorinstanz den Sachverhalt in wesentlichen Punkten offensichtlich unrichtig festgestellt und das anwendbare Recht falsch angewendet hat. Den Vorwurf, man spiele lediglich auf Zeit und habe keine Argumente, weist der FCL vehement zurück.
Wie lief die Aktienübertragung ab?
Blick liegen entsprechende Dokumente vor, die dies belegen sollen. Aus ihnen geht hervor, dass Alpstaeg zwischen 2015 und 2016 mehrmals persönlich zugestimmt hat, dass die Stierli-Aktien an die Anwaltskanzlei Fortis Law AG gehen. Dort sollten sie bis zu einem Verkauf an Drittinvestoren verbleiben.
Das bestätigt auch das blanko indossierte Aktienzertifikat, das Walter Stierli im Juli 2015 direkt an die Fortis Law AG übergab – und nicht an Alpstaeg. Die Fortis Law AG wurde anschliessend als Aktionärin im Aktienbuch eingetragen. Im Mai 2016 bestätigten sämtliche Aktionäre – wiederum inklusive Alpstaeg – im Rahmen des Aktionärsbindungsvertrags ausdrücklich, dass die Fortis Law AG Eigentümerin der Stierli-Aktien sei.
Das steht im Widerspruch zu Alpstaegs Darstellung. Er behauptet, die Aktien rechtmässig und direkt von Stierli für eine halbe Million Franken erworben zu haben. Zu diesem Zeitpunkt gehörten die Aktien jedoch laut den vorliegenden Dokumenten der Fortis Law AG. Ein späterer Übergang von der Fortis Law AG zu Alpstaeg müsste entsprechend durch ein neues Aktienzertifikat dokumentiert sein.
Trotzdem gilt Alpstaeg Jahre später als Mehrheitsaktionär. Am 26. Februar 2019 hält der Verwaltungsrat in einem Protokoll fest, dass das umstrittene Stierli-Aktienpaket von 25 Prozent Alpstaeg gehöre.
Der zweite FCL-Rechtsfall
Der FCL ist heute allerdings der Überzeugung, dass dieser Schritt erst nach Drohungen Alpstaegs erfolgt sei. Diese Frage wird in einem zweiten Gerichtsfall rund um den FCL behandelt. Zwar hat Alpstaeg auch in diesem Fall in erster Instanz recht bekommen. Der FCL hat das Urteil jedoch ebenfalls weitergezogen. Ab Januar wird sich das Kantonsgericht mit diesem Fall erneut beschäftigen.
Gut möglich, dass der Verwaltungsrat bis dahin in den aussergerichtlichen Gesprächen mit Alpstaeg bereits einen Schritt weitergekommen ist. Dass sich die Aktionäre und ein Teil der Fans langfristig mit Alpstaeg als Mehrheitsaktionär abfinden, erscheint allerdings weiterhin fraglich.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 9 | 20 | 25 | |
2 | BSC Young Boys | 9 | 13 | 19 | |
3 | FC Sion | 9 | 9 | 19 | |
4 | FC Basel | 9 | 0 | 13 | |
5 | FC St. Gallen | 9 | -3 | 13 | |
6 | FC Luzern | 9 | -1 | 12 | |
7 | FC Zürich | 9 | -6 | 11 | |
8 | Servette FC | 9 | -2 | 10 | |
9 | FC Thun | 9 | -8 | 10 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 9 | -11 | 8 | |
11 | FC Vaduz | 9 | -3 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 9 | -8 | 6 |