Darum gehts
- FC Basel hat Probleme im Angriff und erzielt zu wenige Tore
- Albian Ajeti sollte eigentlich die Nummer 1 im Angriff sein, spielt aber nicht
- Mit nur 23 Punkten nach 14 Runden ist Basel noch nie Meister geworden
Vermutlich sollte der FC Basel einfach mal eine Verlustmeldung aufgeben. Schmerzlich vermisst: Stürmertore. Sachdienliche Hinweise nimmt Ludovic Magnin (46) jederzeit gerne entgegen.
Die Basler haben ein echtes Problem in ihrem Angriff. Das 1:2 in der Europa League gegen Genk ist da nur das letzte Beispiel. In Belgien kommt Linksverteidiger Dominik Schmid (27) auf exakt gleich viele Ballberührungen im gegnerischen Strafraum wie die beiden Stürmer Moritz Broschinski (25) und Albian Ajeti (28) zusammen. Es sind fünf. Strafraumpräsenz sieht irgendwie anders aus.
«Wir schiessen zu wenige Tore»
«Wir schiessen zu wenige Tore», sagt Trainer Magnin vor dem Spiel gegen den FC St. Gallen trocken, «das ist Fakt.» Selten war eine Analyse einfacher. Bleibt die Suche nach der Lösung des Problems. Und die ist etwas komplizierter.
Laut Kaderliste hat Magnin eine für Schweizer Verhältnisse schier luxuriöse Auswahl an Offensivspielern. Dass zuletzt gegen die Grasshoppers und Genk trotzdem zweimal Null-Tore-Mann Broschinski von Anfang spielen durfte, spricht vor allem gegen seine Konkurrenten.
«Wir haben extrem auf die Trainingsleistung und die Laufdaten geschaut», erklärt Magnin seine Wahl. Man muss nicht bösartig sein, um diese Aussage als Wink mit dem Zaunpfahl in Ajetis Richtung zu verstehen.
Sowieso scheint sich im Klub mit Blick auf Ajeti eine gewisse Ernüchterung breitzumachen. Der Basler hat Ende letzter Saison einen neuen Vertrag erhalten. Damit war klar, dass er für diese Spielzeit als klare Nummer 1 im Basler Sturm eingeplant ist. Und jetzt sitzt er hinter einem Broschinski auf der Bank, der in Basel bislang ausser Arbeitseifer noch gar nichts gezeigt hat?
Auch andere könnten im Sturmzentrum spielen
Bleibt die Frage, warum Magnin so konsequent einen aus dem Duo Ajeti/Broschinski in die Sturmspitze stellt. Der junge Brasilianer Kaio Eduardo (20) fällt zwar vorerst aus, weil er sich in der U-21 mit einer Tätlichkeit drei Spielsperren eingefangen hat. Alternativen gäbe es aber auch ohne ihn: Ibrahim Salah (24), Philip Otele (26) und Jeremy Agbonifo (20) könnten alle auch im Sturmzentrum eingesetzt werden.
Dem Vernehmen nach hat die sportliche Führung ihren Trainer auch schon sanft auf diese Möglichkeiten hingewiesen. Denkbar, dass Magnin am Sonntag gegen St. Gallen dieser Spur nachgeht. «Wir machen uns seit Wochen solche Überlegungen», gibt er zu. Und: «Wir müssen neue Impulse bringen für den Sonntag.» Zumal mit Xherdan Shaqiri (34) der beste Basler Skorer angeschlagen ist.
Mit Blick auf den Konkurrenzkampf fügt Magnin hinzu: «Wichtig ist, dass sich keiner sicher fühlt.» Allerdings hat sich diese Unsicherheit bislang wenig leistungsfördernd ausgewirkt. Kein Team in der Liga vergibt mehr Torgelegenheiten als der FC Basel. Der Datenlieferant Opta berechnet, dass die Basler mit ihren Chancen in der Liga 30 Treffer hätten erzielen sollen. Im Tor gelandet sind bloss 23 Bälle.
Sommerzugang Salah ist noch gar nicht angekommen
Anstatt unter dem Leistungsdruck zu liefern, zaudern die Basler Offensivspieler also. Seit Saisonstart ist keiner von ihnen in Form. Sommerzugang Salah etwa, der sofort hätte liefern sollen, ist noch gar nicht in Basel angekommen. Immerhin zeigen Otele und Traoré zuletzt leichte Aufwärtstendenz.
Auf die ist Magnin auch dringend angewiesen. Denn wenn sich beim FCB die Stürmer nicht allzu sicher sein dürfen über ihren Status, dann gilt das für den Trainer ganz traditionell noch viel mehr. Vor allem, wenn seine Resultate so schwach sind wie jene, die Magnin mit dem FCB einfährt.
Bloss ein Sieg ist den Baslern wettbewerbsübergreifend in den letzten fünf Spielen gelungen. Und auch wenn die Verantwortlichen stets auf die Aufholjagd in der letzten Saison verweisen, gibt es da noch diesen beunruhigenden Fakt: Noch nie ist der FCB Meister geworden, wenn er nach 14 Runden bloss 23 Punkte hatte.
Für den Sonntag heisst das: Gewinnt der FCB nicht gegen St. Gallen, brennt in Basel der Tannenbaum, bevor die Weihnachtskugeln aus dem Keller geholt worden sind.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | 14 | 11 | 31 | ||
2 | 14 | 12 | 27 | ||
3 | 14 | 7 | 25 | ||
4 | 14 | 6 | 23 | ||
5 | 15 | -1 | 23 | ||
6 | 15 | 3 | 21 | ||
7 | 15 | -5 | 20 | ||
8 | 15 | 2 | 18 | ||
9 | 14 | 3 | 16 | ||
10 | 14 | -5 | 15 | ||
11 | 15 | -10 | 14 | ||
12 | 15 | -23 | 9 |
