Darum gehts
- Stephan Lichtsteiner, FCB-Coach, ist gegen Thun erstmals gesperrt
- Er erhielt in nur 11 Spielen vier Gelbe Karten als Trainer
- Als Spieler kassierte er 126 Gelbe Karten in 625 Profi-Spielen
Die Liste der Ex-Profis, die als Trainer an die Erfolge ihrer Spielerkarriere anknüpfen wollen, ist lang. Auch Stephan Lichtsteiner (42) hat noch einiges an Arbeit vor sich, schliesslich hat der langjährige Nati-Captain als Spieler zahlreiche Titelgewinne gefeiert: Sieben Meistertitel und vier Cupsiege mit Juventus, ein Coppa-Triumph mit Lazio und eine Meisterschaft mit GC stehen zu Buche.
Zumindest in einer Statistik hat der Trainer Lichtsteiner den Spieler Lichtsteiner bereits übertrumpft. 625 Profi-Spiele hat der Adligenswiler in seiner langen Karriere bestritten und dabei 126 Gelbe Karten gesammelt. Das macht im Schnitt eine Verwarnung alle fünf Spiele. «Nicht so schlecht für einen Rechtsverteidiger, der in jedem Spiel gegen die schnellsten Spieler verteidigen muss», so Lichtsteiner am Freitag.
Als Trainer steht Lichtsteiner nach dem 3:3 gegen YB bereits bei vier Gelben Karten. Damit hat der FCB-Coach nur elf Super-League-Partien benötigt, um am kommenden Wochenende gegen Leader Thun erstmals gesperrt zu fehlen. Zwar führt die Swiss Football League keine genauen Statistiken zu Gelben Karten für Trainer. Lichtsteiners Bilanz ist aber stark rekordverdächtig.
FCB-Trainer fordert mehr Fingerspitzengefühl
Gegen YB sieht er bereits in der ersten Halbzeit Gelb, weil er sich derart stark über den Berner Führungstreffer beklagt. Einige Sekunden vor dem Berner Tor kommt es an der Seitenlinie zu einem Zweikampf zwischen Loris Benito und Nicolas Vouilloz. Beim Aufstehen trifft der YB-Captain den Basler Verteidiger mit seinem Schuh am Hals, Schiedsrichter Lukas Fähndrich lässt weiterlaufen. «Das kann man unterbrechen. Für mich ist das eher ein Foul als kein Foul. Da kann man sich darüber aufregen», findet Lichtsteiner.
Dass er dafür gleich eine Karte sieht, könne er nicht verstehen. «Da braucht es von den Schiedsrichtern etwas Fingerspitzengefühl. Man darf uns Trainer nicht mundtot machen», so die Meinung des Basler Trainers.
Bereits am Freitag vor dem Spiel hatte sich Lichtsteiner über die Linie der Schweizer Schiedsrichter beklagt. «Es ist sicher so, dass ich wenig machen muss, um eine Gelbe Karte zu bekommen. Wenn ich mir das Spiel gegen Winterthur anschaue, sehe ich noch einen anderen Trainer, der fast noch mehr rumgefuchtelt hat und keine Karte gesehen hat», klagte Lichtsteiner.
Lichtsteiners kann Vorsatz nicht einhalten
Trotzdem muss sich der FCB-Coach die Frage gefallen lassen, warum er trotz seiner noch kurzen Amtszeit bereits der Super-League-Trainer mit den meisten Verwarnungen ist. «Man versucht, das Spiel zu beeinflussen, indem man positive Inputs ans Team gibt. Und fiebert mit dem Team mit, wenn Sachen nicht funktionieren», erklärt sich Lichtsteiner.
«Es ist mein Charakter, dass ich nicht alles akzeptiere und mit dem Spiel mitgehe. So bin ich. Schlussendlich muss ich das akzeptieren und schauen, dass ich weniger Karten bekomme», so Lichtsteiner am Freitag. Einen Tag später ist dieses Unterfangen bereits gescheitert.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Lugano | 32 | 11 | 54 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
6 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
7 | FC Luzern | 31 | 6 | 39 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
9 | Servette FC | 31 | -3 | 36 | |
10 | FC Zürich | 31 | -16 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 31 | -23 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 32 | -49 | 19 |

