«Ich kann nicht mehr tun, als mich beim Klub, der Mannschaft und den Fans zu entschuldigen. Es war eine dumme Aktion», sagt Captain Marco Bürki (33) nach dem Spiel über seine Rote Karte. Das war es in der Tat. In der 38. Minute kämpft der Innenverteidiger um den Ball und schlägt GC-Stürmer Nikolas Muci seinen Ellenbogen Vollgas ins Gesicht – zu diesem Zeitpunkt liegen die Berner Oberländer bereits mit 0:1 zurück.
Schiedsrichter Anojen Kanagasingam (32) zückt sofort die Rote Karte und stellt den Übeltäter vom Platz. Dieser tritt den verfrühten Gang in die Kabine ohne grosse Diskussionen an. Will man es überspitzt ausdrücken, ist sich Bürki das bereits gewohnt.
Schon wieder ein Platzverweis
In der letzten Saison flog er wegen eines ähnlichen Vergehens an YB-Juwel Alvyn Sanches (23) vom Feld und wurde daraufhin für sechs Spiele gesperrt. Da diese Karte nur für nationale Wettbewerbe Gültigkeit hatte, durfte Bürki in der Champions-League-Quali gegen Dinamo Zagreb eingesetzt werden und auch da flog er im Rückspiel nach einer Notbremse vom Feld.
Die Karte gegen GC ist bereits seine dritte im neunten Spiel. Dass das zu viele sind, weiss auch der Captain: «Es ist jetzt zum zweiten Mal mit dem Ellbogen passiert. Das ist ganz klar zu viel. Ich bin der Erste, der sich Vorwürfe macht und sich hinterfragt. Das geht einfach nicht.»
Weiter führt Bürki aus: «Ich fühle mich schlecht der Mannschaft gegenüber, dass ich sie erneut im Stich gelassen habe. Ich habe mich bereits entschuldigt und werde das auch morgen nochmals machen.»
Diplomatische Mitspieler
Einer der Mitspieler ist Niklas Steffen. Der Goalie gibt sich nach der Niederlage diplomatisch: «Ich habe die Szene noch nicht gesehen. Er ist als Captain vorausgegangen, in der Szene hat er es vielleicht übertrieben.» Ihm habe in der ersten Hälfte die Härte noch etwas gefehlt. «Vielleicht war es auch ein Zeichen an die Mannschaft, dass wir härter in die Zweikämpfe dürfen, auch wenn es da natürlich etwas zu hart war.»
Gross kommentieren möchte Trainer Gian-Luca Privitelli die Szene an der Pressekonferenz nicht: «Ich muss es noch anschauen. Wir werden es intern klären und mit ihm sprechen. Es ist klar, dass es uns schwächt.» Die Kabine nehme er aber als intakt wahr. «Nach der roten Karte hatten wir keine gute Phase und die Köpfe waren unten. Wir haben das in der Pause angesprochen und die zweite Hälfte hat gezeigt, dass wir es besser gemacht haben.»
Dennoch verlieren die Thuner ein wegweisendes Spiel gegen einen Konkurrenten mit 0:1. Bereits am Mittwoch stehen die Berner Oberländer gegen Servette erneut auf dem Platz – allerdings ohne Marco Bürki.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 7 | 13 | 19 | |
2 | BSC Young Boys | 8 | 12 | 16 | |
3 | FC Sion | 7 | 6 | 15 | |
4 | FC Basel | 7 | 0 | 10 | |
5 | FC St. Gallen | 7 | -2 | 10 | |
6 | FC Luzern | 7 | -3 | 9 | |
7 | Grasshopper Club Zürich | 7 | -4 | 8 | |
8 | FC Thun | 7 | -7 | 7 | |
8 | FC Zürich | 7 | -7 | 7 | |
10 | FC Vaduz | 7 | -1 | 6 | |
11 | FC Lausanne-Sport | 7 | -3 | 6 | |
12 | Servette FC | 6 | -4 | 4 |

