Darum gehts
- Das sagt Seoane zur Jokerrolle des Liga-Toptorschützen
- Essende steht Bedia vor der Sonne und strahlt kaum Torgefahr aus
- YB qualifizierte sich 12 Jahre lang immer für Europa – und jetzt?
Immerhin: Chris Bedia (30) zeigt sich in diesen Tagen immer wieder mit einem Lächeln im Gesicht. Auch nach seinem herausgeholten Penalty und seinem Treffer gegen sein Ex-Team Servette (1:1), als er in den Katakomben auftaucht. Ist es ein schelmisches Lächeln? Eigentlich hätte der Franko-Ivorer guten Grund zum Weinen. Obwohl er nun alleiniger Torschützen-Leader der Super League ist, kommt er auch diesmal nicht von Beginn an zum Zug, sondern erst in der zweiten Halbzeit. Null-Tore-Stürmer Samuel Essende steht im vor der Sonne.
Einmal mehr muss YB-Trainer Gerardo Seoane (47) die spezielle Situation erklären. Dass Bedia-Konkurrent Essende mehr Arbeit gegen hinten verrichtet und deshalb Bedia vorgezogen wird, verneint der Coach. «Bei Standards verteidigen beide im eigenen Sechzehner, ansonsten eher auf der letzten Linie.» Die Defensivarbeit ist also keine Antwort auf das grosse Bedia-Rätsel.
Die mögliche Torgefahr von Essende ebenfalls nicht. Denn der Kongolese lässt gegen Servette zwar ab und zu einen Hauch von Gefahr für den Gegner aufblitzen, mehr aber auch nicht. Bedia hingegen schafft Zählbares und steht nun bei 16 Saisontoren.
Seit Sommer 2014 hat sich YB immer qualifiziert
Was sicher ist: Die Europa-Quali ist akut in Gefahr. Eine bemerkenswerte YB-Serie wird wohl bald reissen. Seit der Saison 2013/14 haben sich die Berner immer fürs internationale Geschäft qualifiziert. Und immer klassierten sie sich zum Saisonende in den Top 3.
In der YB-Matchvorschau vor dem Servette-Spiel steht: «Im viertletzten Heimspiel der Saison stehen die Young Boys unter Zugzwang, wollen sie das Ziel ‹Qualifikation für die Uefa Conference League› nicht noch mehr gefährden.» Muss man die Europa-Ambitionen nun umformulieren auf: ‹Realistisch ist es nicht mehr, nur noch im besten Fall ist das internationale Geschäft zu erreichen›?
Von Blick darauf angesprochen erwidert Seoane: «Was das Trainerteam und ich nicht tun, ist auszurechnen, was andere machen könnten, um dann zu schauen, was möglich wäre. Zu viel Rechnerei hilft nichts. Stattdessen fokussieren wir uns auf uns. Wir müssen Spiele gewinnen, haben jetzt aber dreimal hintereinander unentschieden gespielt. Klar sehen wir die Abstände zu den Gegnern. Die Situation hat sich heute sicher nicht verbessert. Aber so lange es möglich ist, werden wir alles dafür tun.»
Es gilt: Sofern St. Gallen den Cup gewinnt, reicht auch Platz vier für die Conference-League-Quali. Aber selbst Platz vier ist in Bern aktuell nur noch mit dem Feldstecher erkennbar.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 33 | 24 | 60 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 33 | 16 | 52 | |
6 | BSC Young Boys | 33 | 5 | 48 | |
7 | FC Luzern | 33 | 3 | 40 | |
8 | Servette FC | 33 | 0 | 40 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 33 | -10 | 39 | |
10 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |
