Darum gehts
Zu viele Gegentore
Der Erfolg ist zurück, das wichtigste Problem der letzten Saison ist geblieben: YB kassiert viel zu viele Gegentore. Nach dem 4:2 gegen Vaduz sind es auch schon wieder sechs in vier Spielen. Macht 1,5 im Schnitt. Das ist nicht ganz so viel wie in der letzten Spielzeit, als es historisch schlechte 1,8 waren. Aber immer noch der sechstschlechteste Wert der Liga. Auch mit Rückkehrer Cédric Zesiger war es nicht viel besser geworden. Da kassierte man auch gegen Sion und Lausanne je zwei Treffer. Dennoch wird man in der Innenverteidigung nichts ändern. Aussenverteidiger hat man auch nach dem sich abzeichnenden Abgang von Jaouen Hadjam zu Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion, der zum Saisonstart Aston Villa mit einem 4:0 geschockt hat, immer noch en masse, da wird noch abgebaut werden. Auch Lewin Blum wird den Klub wohl verlassen. Und im defensiven Mittelfeld fehlt die Solidität nach wie vor. Edimilson Fernandes kassiert auch diese Saison eine Rote. Dominik Pech und Armin Gigovic sind zu wenig beständig. Sandro Lauper, der Springer, wenn irgendwo in der zentralen Defensive Not am Mann ist, ist derzeit nur die Nummer vier. Was zu überdenken ist.
In der Top-Offensive wird weiter aufgerüstet
YB ballert die Konkurrenz in Grund und Boden. Das ist der Grund, weshalb man vorne steht: 16 Tore in vier Spielen. Das ergibt den wahnwitzigen Schnitt von vier Toren. Zum Vergleich: In der Rekordsaison 2018/19, in welcher YB 99 Tore erzielte, lag der Schnitt bei 2,75! Wenn das so weitergeht, spielen die Defensivprobleme nicht mal eine Rolle. Doch diese Garantie hat man nicht. Weshalb YB alles tun will, um sich da nochmals zu verbessern. So wollen die Berner Herba Guirassy von Nantes aus der französischen Ligue 2 verpflichten. Einen 19-jährigen Flügel, für den YB laut Sky-Transferexperte Sacha Tavolieri drei Millionen Euro geboten haben soll. Die Offerte liegt nach Blick-Informationen vor, doch eine Einigung ist noch nicht in Sicht. Und Flügel hat YB auch nach dem Abgang von Darian Males eigentlich genug: Joël Monteiro, Kastriot Imeri, Christian Fassnacht, Alvyn Sanches, Alan Virginius – und auch Kaly Sène kann aussen spielen. Der Guirassy-Zuzug würde erst dann Sinn machen, wenn mindestens noch einer geht. Imeri spielt in der YB-Kaderplanung keine Rolle, weil man mit einem Abgang rechnet. Virginius’ Transfer zu Paderborn scheint geplatzt zu sein. Vielleicht gibts einen anderen Abnehmer. Sanches? Nicht auszuschliessen. Joël Monteiro? Mit nun 27 werden die Angebote nicht besser werden.
Das Fassnacht-Dilemma
Zwei Spiele hat Christian Fassnacht nach seiner Verletzungs-Rückkehr gemacht. Zweimal kam er von der Bank. Gegen Vaduz wurden ihm Sanches und Monteiro vorgezogen. Kommt Guirassy, ist der Torschützenkönig nur noch die Nummer vier, was ganz sicher nicht nach seinem Gusto ist. Dass der Titel Torschützenkönig die YB-Bosse nicht beeindruckt, hat man schon bei Chris Bedia gesehen. Der war das auch, und landete letzte Saison regelmässig auf der Bank – und musste am Ende gehen. Aber Fassnacht hat als Klubikone natürlich ein ganz anderes Standing.
Plötzlich spielt der Nachwuchs – ein bisschen
Das Kader von YB ist mit 28 Spielern immer noch zu gross. Die Wunschvorstellung von Sportchef Christoph Spycher sind in einer Europacup-losen Saison 25, 26 Spieler. Und doch war man gegen Vaduz knapp bestückt. Weshalb die beiden Eigengewächse Edin Etoski (19), von dem man bei YB sehr viel hält, und Noé Tschanz (19) aus der U21, zu ihren ersten Super-League-Minuten kamen. Zudem sass mit Loris Macumi (19) ein weiterer U21-Spieler auf der Bank. Wenn es dann nur noch 25, 26 sind, steigen die Einsatzchancen von einem wie Etoski – auch er ein Flügel – und Olivier Mambwa (17). Und das ist ja auch eine Vorgabe an Trainer Gerardo Seoane: mehr auf den eigenen Nachwuchs zu setzen.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 4 | 10 | 10 | |
2 | FC Lugano | 3 | 9 | 9 | |
3 | FC Basel | 4 | 3 | 9 | |
4 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
5 | FC Sion | 3 | 2 | 6 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 4 | 0 | 5 | |
7 | FC Luzern | 4 | -4 | 4 | |
8 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
9 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
10 | FC Zürich | 4 | -6 | 3 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 4 | -5 | 0 |
