Darum gehts
- FC Thun feiert historischen Meistertitel auf Rathausplatz und in Altstadt
- Mannschaft feiert ungewöhnlich: Brunnen statt Balkon, Fans 360 Grad dabei
- Brighton Labeau mit 30 Jahren Stimmungsmacher, trotz ruhigem Charakter auf Feld
Und plötzlich läuft einem mitten in der Nacht wieder Mauro Lustrinelli über den Weg. Aus Thun hört man, dass es der Meister-Trainer in der Freinacht nach dem Titelgewinn noch sehr lange ausgehalten hat. «Ich bin 50, das spüre ich dann schon», warnte er nach dem Public Viewing noch mehrmals. Stunden später sind solche Gedanken dann nicht mehr im Vordergrund. Schon bei der Feier im Rampenlicht auf dem Rathausplatz gibt der Tessiner und Wahl-Thuner ordentlich Gas.
Die erste Thuner Meisterparty der Geschichte ist sowieso speziell. Weil der historische Rathausplatz keinen Balkon hat, nimmt die Mannschaft einfach den Brunnen in Beschlag. Die Fans stehen 360 Grad rundherum, es wird gefeiert, gesungen, getanzt. Ganz vorne dabei: Die «French Connection» um Imeri, Labeau und Ibayi. Auf dem Feld ist Brighton Labeau (30) ein Typ, der nie laut wird, bei der Party ist der Nati-Captain der Karibikinsel Martinique in karierten Hosen plötzlich der Stimmungsmacher.
Meistermannschaft teilt sich auf
Um 20.45 Uhr geht die Musik aus. Auf dem Rathausplatz wird es ruhig – doch fertig ist noch lange nicht. Die Spieler tauchen in den Gassen der Thuner Altstadt unter. Ein exklusives Lokal nur für die Meisterhelden gibt es nicht. Die frisch gebackenen Meister-Fussballer mischen sich in die Menschenmenge. Was bei anderen, hochdekorierten Mannschaften undenkbar wäre, ist in Thun möglich.
Zuerst ist das Team noch relativ gut beisammen, beginnt in einer Bar in der Nähe des Rathausplatzes. Aber dann verstäuben alle. Ein Sushi-Restaurant steht hoch im Kurs. Genis Montolio (29), eigentlich mit Krücken unterwegs, zeigt sich plötzlich oben ohne mit seiner Frau in einer Bar. Der Unglücksrabe, der sich am Kreuzband verletzt hat, ist nun so richtig im Element. Er ist einer der Thuner Partylöwen. Auch die anderen Meisterhelden touren von Bar zu Bar.
Helden von 2005 feiern zusammen
Hanspeter Latour (78) ist am späten Abend ebenfalls noch unter den Leuten. Die Thuner Kultfigur geht Pizza-Essen – zusammen mit Lustrinelli, Nelson Ferreira, Präsident Andres Gerber weiteren Aushängeschildern des FC Thun. In der Saison vor dem Champions-League-Abenteuer 2005 waren die drei noch seine Spieler. Als sich Gerber um etwa 1 Uhr auf den Nachhauseweg macht, geht für die einen die Nacht erst so richtig los.
Der Thuner Shootingstar Michael Heule (25) macht, wie auf dem Feld, auch beim Feiern eine gute Figur – trotz einbandagiertem Unterarm nach dem Auftritt in Basel. Man munkelt, dass er auch den Titel des Letzten holen könnte, der die Feier im Morgengrauen verlassen hat. Rupp, Steffen, Ziswiler machen ihm Konkurrenz. Sicher ist, dass sie zu jenen gehören, denen man tief in der Nacht noch über den Weg läuft – oder die sich in den Gassen plötzlich mit Lustrinelli kreuzen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 35 | 35 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 35 | 22 | 63 | |
3 | FC Lugano | 35 | 14 | 63 | |
4 | FC Sion | 35 | 21 | 58 | |
5 | FC Basel | 35 | 6 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 35 | 3 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 35 | 6 | 46 | |
2 | Servette FC | 35 | 4 | 46 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 35 | -9 | 42 | |
4 | FC Zürich | 35 | -21 | 35 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 35 | -28 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 35 | -53 | 20 |
