Darum gehts
- Schrecklicher Schnitt im Vergleich zu erster Seoane-Ära
- Fast schon so viele Gegentore wie in gesamter letzter Saison
- Trainer Seoane will gar nichts schönreden
Fünf Niederlagen in Folge. Vier davon in der Liga. Das ist ein historischer Wert. Noch nie in der Super-League-Ära (seit 2003) hat YB so oft hintereinander verloren.
YB-Trainer Gerardo Seoane (47) will nach dem Derby-Debakel gar nichts schönreden. «Im Moment gibt es nichts Positives zu formulieren, sondern nur, dass wir in den letzten Monaten eine negative Entwicklung hatten. Dass jeder sich hinterfragen und wir wieder zu uns finden müssen.»
Vorgänger Contini hatte viel besseren Schnitt
Die negative Entwicklung: Seoane kam am 31. Oktober als Hoffnungsträger zurück nach Bern. Seine Bilanz: 14 Spiele, 14 Punkte. Exakt ein Punkt pro Spiel im Schnitt. Im neuen Jahr kam in drei Spielen noch keiner hinzu.
Zum Vergleich: Seoanes Vorgänger Giorgio Contini musste mit einem Wert von 1,76 Punkten pro Spiel den Hut nehmen. Und in Seoanes erster Amtszeit bei YB, in der er dreimal in Folge Meister und einmal Cupsieger geworden ist, stand vor dem Abgang in die Bundesliga ein Wert von 2,15 Punkten da. Zahlen aus einer anderen Zeit.
Die Mängel in der Defensive
Die harte Realität: YB sieht nach dem Zerfall in Thun in der zweiten Halbzeit keine Zeichen für Besserung. Mit 17 Punkten Rückstand auf Thun sind die Meisterträume definitiv weg.
Besonders besorgniserregend ist die Defensive. Lauper und Wüthrich lassen in der ersten Halbzeit ihre Stärken noch aufblitzen, überbieten sich dann aber mit ungenügenden Aktionen selber. Sie klären in die Füsse der Gegner, lassen sich austanzen, heben Offsides auf.
Gegentor-Marke von letzter Saison fast erreicht
Zu allem Übel verletzt sich Andrews. Weil Janko gesperrt ist, muss Innenverteidiger Zoukrou auf rechts aushelfen (ab 34.). Er startet gut, verliert dann aber in einer einzigen Szene gegen Meichtry gefühlt fünf Duelle – 0:1. Anfang allen Übels bei YB.
Was ist nur los mit den Stadtbernern? «Es gibt auf jeden Fall etwas Tieferes», sagt Seoane. Was genau, verrät er nicht. Christian Fassnacht versucht, Klarheit zu schaffen. Er sagt beim SRF: «Ich glaube, es ist schon die ganze Saison ein mentales Problem. Denn Fussball spielen können wir eigentlich.» Und weiter: «Für Aussenstehende ist es vielleicht schwierig zu verstehen, was wir tun, warum wir nicht mehr rangehen. Doch wenn eine Unsicherheit da ist, ist es schwierig, dagegen anzukämpfen. Von aussen kann es lethargisch wirken, aber wir wollen, versuchen es, geben nicht auf.»
Mit der Defensive wird der Knorz bestimmt zu tun haben. YB kassiert die Gegentore 42, 43, 44 und 45. Zum Ende der letzten Saison waren es 49. Diese Marke hat YB jetzt im Januar schon fast erreicht.
Vor drei Jahren war noch alles anders
Thun hingegen gewinnt trotz weniger Abschlüsse, weniger gewonnener Zweikämpfe und wie gewohnt deutlich weniger Ballbesitz. Einmal mehr eindrücklich ist die Geradlinigkeit. Und dass Spieler wie Kastriot Imeri (25) aufblühen. Die YB-Leihgabe kam in Bern in drei Jahren nie richtig auf Touren.
So geht der Höhenflug des Aufsteigers im neuen Jahr ungebremst weiter. Thun feiert den vierten Sieg in Serie. Und noch etwas: Das letzte Derby in der Thuner Arena gewann YB im Cup-Viertelfinal im Februar 2023 noch 5:0. Drei Jahre später sieht die Welt ganz anders aus.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 21 | 21 | 46 | |
2 | FC Lugano | 21 | 11 | 39 | |
3 | FC St. Gallen | 20 | 14 | 37 | |
4 | FC Basel | 21 | 9 | 36 | |
5 | FC Sion | 21 | 6 | 32 | |
6 | BSC Young Boys | 21 | -5 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 21 | 3 | 28 | |
8 | FC Zürich | 21 | -8 | 25 | |
9 | Servette FC | 21 | -5 | 24 | |
10 | FC Luzern | 21 | -3 | 22 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 21 | -11 | 18 | |
12 | FC Winterthur | 20 | -32 | 10 |

