Der grosse Cup-Pechvogel
Darum darf Bubendorf-Goalie gegen Sion nicht spielen

Weil Bubendorf-Goalie Clemens Hohl eine fragwürdige Rote Karte sieht, muss er auf das Spiel des Jahres gegen Sion verzichten.
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Bubendorf-Goalie Hohl verpasst das Spiel seines Lebens.
Foto: Thomas Ditzler
Stefan Kreis

Es läuft die 92. Minute im Spiel gegen den FC Konolfingen. Nichtabstiegskampf, für den FC Bubendorf gehts um alles. 2:1 führt die Elf aus dem Baselbiet, als ein Konolfinger zur letzten Flanke ansetzt. Hoher Ball aus dem Halbfeld, Clemens Hohl, der Goalie der Bubendörfer, ist da. Weil er in solchen Situationen meistens da ist, schliesslich ist der Mann 2 Meter gross. Doch für einmal flutscht ihm der Ball aus den Fingern, der Gegenspieler ist in der Nähe, Hohl spielt den Ball ausserhalb des Strafraums mit der Hand – und sieht den Roten Karton!

Bitter: Laut SFV-Reglement verpasst der Goalie deswegen das Spiel seines Lebens gegen Sion. Und das, obwohl er alle Hebel in Bewegung setzt. «Ich habe dem Verband persönlich geschrieben, aber im Reglement steht, dass man bei einer direkten Roten Karte im nächsten Pflichtspiel gesperrt ist.» Da hilfts auch nicht, dass die komplette Rückrunde wegen Corona abgeblasen wurde. Im Gegenteil. Nur deshalb ist das Spiel gegen Sion das nächste. Und Hohl der wohl grösste Pechvogel in der Geschichte des Schweizer Cups.

«Überharte Bestrafung»

Von einer «überharten Bestrafung» spricht der angehende Tierarzt. Er habe in seiner ganzen Karriere vielleicht eine oder zwei Gelbe Karten gesehen, sei kein unfairer Spieler. «Wenn jemand eine Tätlichkeit begeht oder ein hartes Foulspiel und deswegen gesperrt wird, dann ist es etwas anderes», sagt Hohl.

Dass ein Spieler von einem interregionalen Zweitligisten das Spiel seines Lebens verpasst, weil er in einer unglücklichen Situation den Ball verliert, die andere.

Zumal etliche Spielbeobachter davon schreiben, dass die Rote Karte nicht zwingend gewesen sei. «Ich habe den Schiri nach dem Spiel gefragt, er meinte, es sei eine klare Torchance gewesen, die ich verhindert habe», sagt Hohl.

Immerhin den Nichtabstieg hat der Goalie klargemacht. Auf den Cup-Knüller muss er verzichten.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
30
38
71
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
30
23
55
3
FC Lugano
FC Lugano
30
10
50
4
FC Basel
FC Basel
30
6
49
5
FC Sion
FC Sion
30
9
45
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
30
5
45
7
FC Luzern
FC Luzern
30
2
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
30
-4
36
9
Servette FC
Servette FC
30
-8
33
10
FC Zürich
FC Zürich
30
-17
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
30
-18
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
30
-46
19
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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