Darum gehts
- FC Thun besiegt St. Gallen 4:3 am 30. August 2026
- Pressing begann spät, 191 Aktionen, 47 Ballverluste
- Trainer kritisiert Spielstil trotz drei Punkten auswärts
Der zweite Saisonsieg war Balsam auf die Seele des FC Thun. Nach den doch sehr stürmischen Wochen mit enttäuschenden Ergebnissen und vielen Abgängen tut der 3:4-Sieg gegen St. Gallen gut – da ist es auch egal, dass man in den Schlussminuten fast noch die 4:1-Führung verspielt hätte.
Phasenweise erhält man gar das Gefühl, dass die Thuner wieder wie in der Meistersaison auftreten. So entsteht das zwischenzeitliche 3:1 nach einer einstudierten Einwurfvariante. Unter anderem damit waren die Thuner bereits im Vorjahr immer wieder erfolgreich.
Auch sonst suchten die Thuner vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder die Vertikalität. So sagte auch Justin Roth nach dem Schlusspfiff darauf angesprochen: «Nach meiner Auswechslung habe ich Marco Bürki auch gesagt, dass wir heute unser Spiel auf den Platz gebracht haben.»
Doch stimmt das überhaupt? Blickt man auf die Daten, sprechen diese eine andere Sprache.
Pressing fängt erst spät an
So sieht man auf der Heatmap – also dort, wo sich die Spieler am meisten auf dem Platz aufgehalten haben –, dass die Thuner erst kurz vor dem eigenen Strafraum mit dem Pressing begonnen haben. 191 Mal lösten die Berner Oberländer das Pressing aus – das ist überdurchschnittlich viel. 47 Mal konnte man den Ball aber nicht erobern.
Schaut man sich die Daten des letzten Aufeinandertreffens an, sieht man, dass die Pressingaktionen deutlich weiter vorne ausgelöst wurden.
Und vergleicht man die Heatmaps zum Beispiel mit den Partien gegen YB und gegen Basel, sieht man bei beiden Spielen, dass die Pressingaktionen deutlich weiter vorne stattgefunden haben als gegen die Espen.
Da man sowohl gegen YB und Basel verloren hat, kann man natürlich argumentieren, dass das gewollt war. Tut man bei den Berner Oberländern aber nicht.
Trainer Gian-Luca Privitelli zeigt sich an der Pressekonferenz trotz des Sieges nicht gerade zufrieden. «Die ersten 60. bis 70. Minuten waren okay. Nach dem Führungstreffer sind wir aber nicht mehr ins Pressing gekommen. Das ist nicht unsere Spielart», stellt Privitelli klar. «In den letzten 20 Minuten müsste das Spiel eigentlich komplett kippen».
So oder so: Drei Punkte sind drei Punkte und die Thuner nehmen sie in der aktuellen Lage gerne – da spielt die Art und Weise nur eine zweitrangige Rolle.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys 0:0 | 6 | 10 | 12 | |
2 | FC Lugano | 4 | 10 | 12 | |
3 | FC Basel | 5 | 3 | 10 | |
4 | FC St. Gallen | 4 | 1 | 7 | |
5 | FC Zürich 0:0 | 6 | -5 | 7 | |
6 | FC Sion | 4 | 1 | 6 | |
7 | FC Thun | 4 | -5 | 6 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 5 | -1 | 5 | |
9 | FC Luzern | 5 | -4 | 5 | |
10 | Servette FC | 4 | -1 | 4 | |
11 | FC Vaduz | 5 | -2 | 3 | |
12 | Grasshopper Club Zürich | 4 | -7 | 1 |
