Espen-Aufholjagd kommt zu spät
Thun gewinnt torreiches Spektakel in St. Gallen

Thun entscheidet das Spektakel mit sieben Toren in St. Gallen mit 4:3 für sich. Es ist das erste Erfolgserlebnis des Meisters in der Liga seit Juli.
Kommentieren
1/11
Thun schlägt St. Gallen in einem torreichen Spiel 4:3.
Foto: keystone-sda.ch

Die Schlüsselszene

Nach der Halbzeitpause zünden beide Teams ein Feuerwerk. Zu diesem Zeitpunkt führt der FC Thun gegen St. Gallen mit 1:0, erhöht aber nur Sekunden nach Wiederanpfiff, weil die Verteidigung der Espen noch gedanklich in der Kabine ist. Diese ist dort aber nicht alleine, denn auch die Thuner Defensive ist dort. Aliou Baldé kann sich so wenig später durch den Strafraum tänzeln und den Ball auf Leon Frokaj ablegen, der den Anschlusstreffer erzielt. Dieser ist aber nur ein kurzes Strohfeuer der Espen, denn die Thuner lassen sich davon nicht aus dem Tritt bringen und stellen fünf Minuten später den komfortablen Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.

Das Spiel

Torregen in St. Gallen. Nachdem Thun in der Liga mit dem 0:6 gegen YB und dem 2:4 gegen Basel zuletzt zwei Klatschen kassiert hat, erlebt der Meister endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Die Berner Oberländer schlagen Vizemeister St. Gallen mit 4:3.

Dank eines Abwehr-Bocks gehen die Thuner bereits früh in Führung und verteidigen diese gegen immer stärker aufspielende St. Galler souverän. Die Espen bemühen sich zwar, auf den Gegentreffer zu reagieren, gegen die gut stehenden Thuner gibt es aber kein Durchkommen. Kurz vor der Pause hat Daschner die beste Möglichkeit, scheitert aber am stark reagierenden Steffen.

Die Fans, die nach dem Pausentee ihre Plätze verspätet einnehmen, verpassen gleich einen Blitzstart. Zuerst erhöht Thun die Führung Sekunden nach Wiederanpfiff. Nur zwei Minuten später verbucht St. Gallen den Anschlusstreffer. Und im gleichen Stil geht es weiter. Die Gäste legen noch zwei Tore drauf.

Alles entschieden in St. Gallen? Nein, denn plötzlich melden sich die Hausherren zurück und verkürzen. So gibt es noch eine hitzige Schlussphase, in der St. Gallen tatsächlich nochmals rankommt. Konnte St. Gallen in den ersten drei Saisonspielen jeweils auf einen Rückstand reagieren, setzt es gegen Thun am Ende aber die erste Niederlage ab – auch wenn die Ostschweizer in der Schlussphase noch alles nach vorne werfen.

Die Tore

9. Minute, Brighton Labeau, 0:1. Okoroji verliert bei einem Thuner Gegenstoss im Duell gegen Labeau als letzter Mann den Ball. Labeau kann so völlig alleine auf das St. Galler Tor losziehen. Der Stürmer umdribbelt Zigi und schiebt aus spitzem Winkel ins leere Tor ein.

46. Minute, Nils Reichmuth, 0:2. Daschner im St. Galler Aufbauspiel im Zentrum mit dem Ballverlust. Dursun bedient Reichmuth, der direkt abzieht und in die rechte obere Ecke trifft.

48. Minute, Leon Frokaj, 1:2. Baldé dribbelt sich an der Grundlinie durch und legt zurück auf den kurz zuvor eingewechselten Frokaj. Dieser steht goldrichtig und schiebt zum Anschluss ein.

52. Minute, Brighton Labeau, 1:3. Dursun spielt nach einem Einwurf zu Labeau. Der Stürmer kommt freistehend aus rund 20 Metern zum Abschluss und schlenzt den Ball in die rechte untere Ecke.

58. Minute, Furkan Dursun, 1:4. Saiz spielt den Ball in den Strafraum auf Dursun, der sich im Zweikampf mit Stanic durchsetzt. Aus spitzem Winkel trifft Dursun an FCSG-Goalie Zigi vorbei ins Tor.

75. Minute, Nevio Scherrer, 2:4. Okoroji schlägt von links eine Flanke in den Strafraum. Dort kommt Scherrer freistehend zum Kopfball und verkürzt für die Espen.

90. Minute, Lukas Daschner, 3:4. Owusu findet auf der rechten Strafraumecke die Lücke und passt zu Daschner. Dieser schiebt den Ball alleinstehend an Steffen vorbei ins Tor.

Die Stimmen

Thun-Captain Marco Bürki (gegenüber Blue): «Hier in St. Gallen ist es immer schwierig zu spielen. Sie haben eine hervorragende Atmosphäre, es hat heute eine super Mannschaftsleistung gebraucht für den Sieg. In der ersten Halbzeit haben wir gut verteidigt. In der zweiten Hälfte waren sie offensiver, daher haben wir das Gegentor erhalten. Umso wichtiger, konnten wir gleich nachdoppeln. Danach kamen sie nochmals auf und wir mussten noch leiden. Aber schlussendlich haben wir den Sieg über die Zeit gebracht.»

FCSG-Mittelfeldspieler Lukas Daschner (gegenüber Blue): «Die Tore sind generell viel zu einfach gefallen. Wir waren nicht nah genug an den Männern. Aufgrund der ersten Halbzeit wäre ein Sieg von uns nicht verdient gewesen, über das ganze Spiel aber schon, wenn man die Chancen am Ende sieht, von denen wir noch einige hatten. So eng liegt Freud und Leid im Fussball zusammen, manchmal nur Millimeter und Zentimeter. Daher ist es heute unglücklich. Die Frische hat uns einfach gefehlt nach dem Spiel am Donnerstag.»

Der Beste

Brighton Labeau zeigt wie sein Sturmpartner Furkan Dursun eine starke Leistung. Am Schluss ist es aber Labeau, der die Thuner mit seinem ersten Tor auf die Siegerstrasse führt und mit seinem zweiten zum 3:1 den Vollerfolg der Berner Oberländer dingfest macht.

Der Schlechteste

Chima Okoroji leistet sich einen Mega-Bock vor dem 1:0, weil er den Ball gegen Labeau vertändelt. Und auch beim 1:4 gibt der Verteidiger keine gute Figur ab. Wenigstens bereitet er noch das 2:4 vor.

Das gab zu reden

Vor dem Spiel werden gleich drei Spieler geehrt: Jozo Stanic und Mihailo Stevanovic haben bereits 100 Spiele im Dress der Espen absolviert. Merklich lauter wird dann der Applaus beim Captain, bei Lukas Görtler. Die absolute Identifikationsfigur bei Grünweiss hat bereits 250 Spiele auf dem Buckel und erhält ein entsprechendes Trikot überreicht.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Die Schiris

Was macht Luca Piccolo kurz vor der Pause bitte? Erst vergisst er, dass er den Countdown beim Abstoss von Thun-Goalie anzählen muss, weil dieser sich aufreizend lange Zeit nimmt. Dann zeigt er dem Goalie Gelb und lässt den Abstoss ausführen. Erst dann bemerkt er, dass es wegen der neuen Regel Eckball hätte geben müssen. Zig Sekunden später gibt er diesen dann auch, nur um ihn nach heftigen Protesten der Thuner wieder zurückzunehmen. Je länger das Spiel geht, desto mehr entgleitet es ihm.

Die Fans

Aus Thun ist nur eine kleine Delegation an Fans in die Ostschweiz gereist. Die Berner Oberländer haben den Weg mit dem Car auf sich genommen. Ansonsten ist das Berit Sitterstadion – wie fast immer – gut gefüllt. Der Espenblock präsentiert gemeinsam mit dem deutschen Regionalligisten Reutlingen eine Choreo zum 20-jährigen Bestehen der Fanfreundschaft. 18’100 Fans schauen sich das Spiel vor Ort an und sorgen für eine wunderbare Kulisse. Erst kurz vor Schluss wirkt die Stimmung bei den Espen gedämpft.

So gehts weiter

Für beide Teams steht das nächste Spiel in der Super League bereits am Mittwoch um 20.30 Uhr an. St. Gallen spielt auswärts bei GC, Thun empfängt gleichzeitig zu Hause Lausanne.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen