Besiegt er sein Trauma?
Der Penalty-Sünder lässt Aarau wieder vom Aufstieg träumen

Weshalb Aaraus Sportchef Elsad Zverotic einst bittere Tränen vergoss. Warum er nicht vom Aufstieg reden will. Und was für ein SMS er einst von FCA-Meistertrainer Rolf Fringer bekommen hat.
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Elsad Zverotic verschiesst den entscheidenden Elfmeter in der Jahrhundert-Barrage gegen Xamax.
Foto: geisser

Darum gehts

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Stefan KreisReporter Fussball

Es sind herzzerreissende, hochemotionale Fotos. Elsad Zverotic, wie er hemmungslos weint. Wie er von seinen Teamkollegen gestützt und getröstet werden muss. Wie er kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Es ist der 2. Juni 2019, die Jahrhundert-Barrage, einer der denkwürdigsten Tage in der Geschichte des Schweizer Fussballs. Mit einer 4:0-Führung (!) aus dem Hinspiel geht der FC Aarau zu Hause ins Rückspiel gegen Xamax, «verbrügglifeldet» die Partie aber noch – und verliert im Penaltyschiessen. Zverotic ists, der den entscheidenden Elfmeter verschiesst – und in Tränen ausbricht.

SMS von Fringer

Rolf Fringer, der Aarauer Meistertrainer, schickt seinem ehemaligen Schützling damals ein SMS, will trösten, schreibt: «Wahrscheinlich ist dieser Fehlschuss dir passiert, weil du die Stärke hast, um das zu verarbeiten.»

Zverotic selbst scheint sein Trauma überwunden zu haben: «Daran denke ich nicht mehr. Das ist lange her. Was zählt, ist die Gegenwart und die Zukunft.» Und die sieht grad ziemlich rosig aus. Seit einem Jahr ist Zverotic Sportchef des FC Aarau. Und er hat eine Mannschaft zusammengestellt, die um den Aufstieg spielt. Nach dem 1:0-Sieg im Spitzenkampf liegen die Rüebliländer bloss noch einen Zähler hinter Leader Thun. Im Schnitt pilgern in dieser Saison 4800 Zuschauer aufs Brügglifeld, das ist mehr oder weniger gleich viel wie Yverdon und Lugano gemeinsam mobilisieren. Nur schon deswegen, und auch wegen der Historie, wären die einst Unabsteigbaren eine Bereicherung für das Oberhaus.

Zverotic gibt sich zurückhaltend

Vom möglichen Aufstieg aber will Zverotic nicht sprechen. Allgemein ist der 38-Jährige sehr zurückhaltend, antwortet nur einsilbig auf Fragen. «Wir haben Anfang der Saison gesagt, dass wir uns immer weiterentwickeln wollen», so der Mann aus Wattwil SG lapidar.

Für Fringer, der Zverotic noch aus gemeinsamer Zeit beim FCL kennt, ist diese Zurückhaltung keine Überraschung. Zverotic sei schon als Spieler «kein Lautsprecher» gewesen, sondern ein Mann, der Taten für sich habe sprechen lassen. «Er hatte ein Kämpferherz, eine gute Mentalität, war ein Arbeiter. Topseriös.»

Eigenschaften, die den ehemaligen YB- und Fulham-Spieler auch als Sportchef auszeichnen. Nach dem Ende seiner Aktivkarriere wird er erst Chefscout, dann Kaderplaner, ehe er im Januar vor einem Jahr das Amt des Sportchefs übernimmt und eine Mannschaft zusammenstellt, die eine ganze Region vom Aufstieg träumen lässt. Nach schwachem Saisonstart haben die Aarauer die letzten sechs Spiele gewonnen und mit Ex-Wil-Trainer Brunello Iacopetta (40) einen der spannendsten Jungtrainer der Schweiz in ihren Reihen.

Ob das reichen wird, um das Nicht-Aufstiegs-Trauma endlich zu überwinden? Oder gibts Ende Mai wieder Fotos von tränenüberströmten Aarau-Spielern?

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