Mit Sébastien Pocognoli (39) setzt die schottische FA erst zum zweiten Mal in der 153-jährigen Geschichte des Verbandes auf einen ausländischen Trainer. Der Deutsche Berti Vogts trainierte die Bravehearts von 2002 bis 2004 – mit mässigem Erfolg.
Die Verpflichtung des Belgiers war zwar eine grosse Überraschung, wurde nach einer enttäuschenden WM mit dem Aus nach der Vorrunde und der Trennung von Steve Clarke von den Medien aber mit Wohlwollen aufgenommen. Und der Job ist verlockend: Schottland ist Co-Gastgeber der EM 2028, weswegen die Chancen nicht schlecht stehen, dass sich die Briten zum dritten Mal in Folge für die EM-Endrunde qualifizieren. Schliesslich hat die Uefa zwei Startplätze für England, Wales, Schottland und Irland reserviert, sollten sich die Co-Gastgeber nicht über die Quali ein Ticket sichern können.
Pocognoli machte sich international einen Namen, als er 2025 Union Saint-Gilloise zum ersten belgischen Meistertitel nach 90 Jahren führte. «Seit dem Tag, an dem ich unterschrieben habe, freue ich mich auf dieses Spiel», sagt dieser am Tag vor dem Duell mit der Nati im Hampden Park in Glasgow, dem legendären Nationalstadion Schottlands.
Intensiver Fussball mi hohem Pressing
Die schottischen Fans sind weltberühmt für ihre herausragende Stimmung, was auch die Nati beim letzten Aufeinandertreffen mit Schottland vor zwei Jahren an der EM erleben durfte, als Zehntausende von Schotten Köln in Marineblau tauchten. «Wir müssen mutig auftreten, Risiken eingehen und kämpfen, dann werden die Fans mitgehen», so Pocognoli.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Clarke, der spielte – so die mediale Kritik –, «um nicht zu verlieren, und nicht, um zu gewinnen», setzt Pocognoli auf einen intensiven Fussball mit hohem Pressing. «Meine Spieler können das, sonst hätte ich den Job nicht angenommen», ist er überzeugt. Mit einem guten Mix aus erfahrenen Spielern wie Captain Andy Robertson, Lewis Ferguson oder Scott McTominay, der allerdings derzeit verletzt fehlt, und jungen, neuen Spielern wie Robbie Ure (Sevilla), will er ein schlagkräftiges Team im Hinblick auf die EM formen.
Der Auftakt in Slowenien gelang nur halbwegs, trotz klarem Chancenplus gab es in Ljubljana eine Nullnummer. Doch Pocognoli bleibt gelassen: «Wir haben uns viele Chancen erspielt, deshalb mache ich mir keine Sorgen.»