Mit dieser Parade hält Gaelle Thalmann die Schweiz im Spielmeter
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Dramatisches Elfmeterschiessen:Mit dieser Parade hält Thalmann die Schweiz im Spiel

Nati-Torhüterin Thalmann nach EM-Coup
«Fussballer sind keine Helden»

Gaëlle Thalmann (35) hechtet die Nati gegen die Tschechien quasi an die EM. Hier erklärt sie, weshalb sie keine Heldin ist, warum sie beim Feiern fast nur Wasser getrunken hat und wieso man sie nur «Gaga» nennt.
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Nati-Goalie Gaëlle Thalmann krallt gegen die Tschechinnen zwei Penaltys!
Foto: Urs Lindt/freshfocus
Michael Wegmann

Die Schweizerinnen liegen im Penaltyschiessen gegen Tschechien zurück, als Lucie Martinkova als vierte Schützin anläuft. Goalie Gaëlle Thalmann ist blitzschnell in der richtigen Ecke und lenkt den Ball mit den Fingerspitzen an den Pfosten. «Ich habe dem Ball hinterhergeschaut. Als ich gesehen habe, dass er nicht reingeht, war ich schon sehr froh», sagt sie. Es ist der zweite Penalty, den sie sich krallt. Der entscheidende. Mit ihrer Wahnsinnsparade lenkt sie das Penaltyschiessen, welches schon fast verloren war, in die andere Richtung. Sie hechtet die Schweiz quasi an die EM 2022 in England. Sehen auch ihre Teamkolleginnen so: Sekunden nach der Entscheidung bestürmen sie ihre Torhüterin und reissen sie um.

Nicht nur auf dem Thuner Kunstrasen wird Thalmann gefeiert, auch im Netz. Einer schreibt auf Twitter: «Mit zwei hervorragenden Paraden, als wir mit dem Rücken zur Wand standen. Was für eine Heldin!»

Ihre Antwort folgt umgehend: «Helden sind andere, nicht Fussballer und Fussballerinnen. Aber danke.»

Auf die EM angestossen

Blick erreicht die Penalty-Heldin tags darauf erst am späten Nachmittag. Nach einer kurzen Nacht dauerte das Mittagsschläfchen ein wenig länger. «Klar haben wir die EM-Qualifikation gefeiert und auch angestossen. Ich habe aber hauptsächlich Wasser getrunken, da ich vom Spiel noch Kopfschmerzen hatte. Benebelt war ich dennoch ein wenig, nicht vom Alkohol, sondern wegen den Emotionen», sagt Thalmann und lacht.

Heiser («vom vielen Rumschreien auf dem Platz») erklärt sie, weshalb sie sich trotz Mega-Parade nicht als Heldin fühle. «Fussball ist wichtig für uns, für die Fans. Aber nichtsdestotrotz bleibt es einfach nur ein Spiel. Nach zwei abgewehrten Penaltys ist man keine Heldin, da tun andere Menschen viel, viel wichtigeres.» Immerhin fügt sie aber noch an: «Aber es fühlte sich schon sehr gut an.»

Thalmann, die Heldin Widerwillen, ist Goalie bei Servette, bereits 35 und kennt auch die andere Seite der Medaille. Am 27. Juli 2017 titelt Blick: «Schweizerinnen verspielen EM-Viertelfinal – Im Thalmann der Tränen!». Nach einem Patzer der Frau aus Bulle fliegt die Nati nach einem 1:1 gegen die Französinnen aus dem Turnier. Blick-Note 2 gibts damals. Thalmann cool: «Natürlich erinnere ich mich daran. Es wäre schön, wenns anders wäre, aber Fehler passieren allen.»

Sie arbeitet nun beim Verband

Seit kurzem arbeitet die langjährige Schweizer Nati-Torhüterin beim Schweizer Fussballverband. Da betreut sie ein Projekt für die kleinsten Fussballerinnen zwischen fünf und acht Jahren. Natürlich hofft sie, dass sie und ihre Teamkolleginnen mit der EM-Qualifikation einen zusätzlichen Fussball-Boom bei den Mädchen auslösen können. «Uns ist allen bewusst, dass die EM-Teilnahme auch für die Zukunft des Frauenfussballs sehr wichtig ist. Auch deshalb war die Quali so wichtig.»

Bliebe noch die Frage nach ihrem Spitznamen. Nicht nur all ihre Mitspielerinnen nennen Gaëlle schlicht nur Gaga. Wegen Lady Gaga vielleicht? «Nein! Ich bin schon viel länger Gaga. Schon als Kind hat man mich so genannt. Meine jüngere Cousine konnte Gaëlle nicht aussprechen und schon wars passiert», erzählt Thalmann, die als Mädchen übrigens für Buffon, Maldini und Zidane schwärmte. «Ich hatte keine Wahl damals, ich kannte keine Fussballerinnen.» Gut, dass sich das nun ändert.

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Tschechien
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Kanada
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Bosnien und Herzegowina
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Katar
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Brasilien
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Türkei
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