Foto: TOTO MARTI

Edelfan Denise Junod
91 Jahre alt – und an fast jedem Nati-Spiel dabei

Wenn die Schweizer Nati spielt, ist sie meistens mit dabei: Denise Junod. Die 91-jährige Waadtländerin fiebert auch heute Abend in Genf im Stadion mit der Nati mit und hofft, im nächsten Sommer in Nordamerika ihre fünfte WM vor Ort zu erleben.
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Sie sticht sofort heraus. Nach dem Training der Nati, aber vor allem vor dem Hotel, warten jeweils mehrere Dutzend Jugendliche, um sich von Kobel, Akanji und Co. ein Erinnerungsfoto zu erhaschen. Und dann ist da noch sie: Denise Junod.

Und die 91-Jährige hat Glück. Als Breel Embolo und Ricardo Rodriguez am Donnerstag kurz das Teamhotel verlassen, um ein paar Einkäufe zu tätigen, nehmen sich die beiden Zeit, um mit ihr ein Foto zu machen. Einen Lieblingsspieler hat Junod aber nicht: «Ich habe alle gerne», sagt sie mit einem breiten Strahlen.

Ricardo Rodriguez und Breel Embolo machen ein Selfie mit Denise Junod.
Foto: TOTO MARTI

Die Lausannerin ist ein grosser Fussball-Fan. Ihr Lieblingsklub ist Lausanne-Sport, ihr Herz gehört aber der Nati. «Sie repräsentiert das ganze Land. Hier treffen sich Menschen aus allen Kantonen», sagt Junod. «Es ist schön, zu sehen, wie die Schweiz im Sport vereint ist.» Trotz ihres Alters versucht sie, wenn immer möglich, die Spiele im Stadion zu verfolgen. Während der Frauen-EM war sie im ganzen Land unterwegs, im Oktober besuchte sie die Nati-Spiele in Stockholm und in Ljubljana vor Ort.

Seit 2010 an jeder WM dabei

Seit 2010 in Südafrika reiste Junod an jede WM, um die Nati anzufeuern. Vor allem die WM in Katar hat ihr Eindruck gemacht. «Bevor ich abgereist bin, habe ich mich gar nicht getraut, zu sagen, dass ich gehe, weil es so viel Kritik gab», sagt sie. «Aber die Atmosphäre war so herzlich, die Leute kamen aus allen Ländern, in allen Farben. Und die Spiele waren fabelhaft, sogar die Stadien waren besser, als sie im Fernsehen ausgesehen haben.» An den Treppen hätte es sogar Geländer gegeben, «was für uns alten Leute sehr wichtig ist».

Denise Junod ist einer der grössten Nati-Fans und verfolgt die Nati trotz ihrere 91 Jahre so oft wie möglich im Stadion.
Foto: TOTO MARTI

Auch die Turniere in Südafrika, Brasilien und Russland sind Junod in bester Erinnerung geblieben. Die Reise nach Südamerika war ein Geschenk zu ihrem 80. Geburtstag. Vor allem die unzähligen Begegnungen mit Menschen aus aller Welt haben sie bereichert. «Und die Begeisterung in den Stadien, all die Menschen, die jubeln und sich umarmen. Das ist eine wahre Freude.»

Kindheit im Zweiten Weltkrieg

Geboren wird Junod 1934 in Montparnasse, einem Stadtteil von Paris. Ihre Erinnerungen an die Kindheit während des Zweiten Weltkrieges sind vage. «Als ich siebenjährig war, mussten wir bei einem Bombenalarm in den Keller. Beim nächsten Alarm war ich bereits weg.» Aufgrund der deutschen Besatzung wuchs sie bei ihren Grosseltern in Vendôme, rund 180 Kilometer ausserhalb von Paris, auf dem Land auf.

Dort kommt sie später auch erstmals mit dem Fussball in Kontakt. In der Auberge ihrer Grosseltern, welche nach deren Tod ihr Vater übernommen hatte, kehren gelegentlich die Fussballer der lokalen Mannschaft ein. «Das gab es natürlich zwei, drei hübsche Jungs, die mir auch das Ganze erklärten», sagt Junod mit einem Lächeln im Gesicht.

Stolz zeigt Junod ihr Foto, das sie im Oktober mit Ruben Vargas in Slowenien gemacht hat.
Foto: TOTO MARTI

Später heiratet Junod einen Schweizer und gründet eine Familie. Sie lebt im Kanton Freiburg, im Wallis, in Genf und nun seit mehr als 40 Jahren in Lausanne. «Aber ich bin Waadtländerin, ganz klar», sagt sie nicht ohne Stolz. Nach drei Töchtern kommt als Letztes von vier Kindern 1977 ihr einziger Sohn auf die Welt. Dank ihm, der als Kind ein grosser Fussball-Fan ist, besucht sie in den Achtzigerjahren erstmals auch Spiele im Stadion.

«Das Leben ist ein Abenteuer»

Mit dem Älterwerden wird diese Passion immer grösser. Auch heute Abend, wenn die Schweiz in Genf gegen Schweden spielt, sitzt Junod deshalb mit Schal und Schweizer Trikot im Stade de Genève und feuert die Nati an. «Es macht mir Freude, wenn ich diese jungen Leute sehe, die mit einer solchen Geschwindigkeit über das Feld rennen. Wir Älteren sind ja schon froh, wenn wir einigermassen gerade gehen können», sagt Junod – und lacht.

Junod hat keinen Liebling in der Nati – sie mag alle.
Foto: TOTO MARTI

Ob sie im nächsten Sommer an die WM nach Nordamerika reisen wird, weiss Junod noch nicht. Pläne gebe es, denn die brauche man immer im Leben, sagt sie. Und Lust, ihren 92. Geburtstag dort zu feiern, hätte sie wohl auch, letztlich hänge dies aber vor allem von ihrer Fitness und Gesundheit ab. «Das Leben ist ein Abenteuer, das man sich nicht aussucht, aber über das man sich freuen muss – und das sehr, sehr schnell vergeht.»

Seit 2010 war Junod auch an jeder WM mit der Nati dabei.
Foto: TOTO MARTI
Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
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1
Mexiko
Mexiko
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0
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2
Südafrika
Südafrika
0
0
0
3
Südkorea
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0
0
0
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Tschechien
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0
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0
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
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1
Kanada
Kanada
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0
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2
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
0
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3
Katar
Katar
0
0
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4
Schweiz
Schweiz
0
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0
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
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1
Brasilien
Brasilien
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0
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2
Marokko
Marokko
0
0
0
3
Haiti
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0
0
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Schottland
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0
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Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
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USA
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2
Paraguay
Paraguay
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3
Australien
Australien
0
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4
Türkei
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Playoffs
Gruppe E
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1
Deutschland
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Curacao
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Elfenbeinküste
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Ecuador
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Playoffs
Gruppe F
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Niederlande
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Tunesien
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Playoffs
Gruppe G
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Belgien
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Ägypten
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Iran
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Neuseeland
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Playoffs
Gruppe H
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Spanien
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Kap Verde
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Saudi Arabien
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Uruguay
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Gruppe I
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Senegal
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Irak
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Gruppe J
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Argentinien
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Jordanien
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Gruppe K
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Portugal
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Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
0
0
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Usbekistan
Usbekistan
0
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Kolumbien
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Playoffs
Gruppe L
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England
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Kroatien
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Ghana
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Panama
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0
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Playoffs
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