Dominique Herr erinnert sich an die WM in den USA
«Quentin und ich waren die Heavy-Metal-Fraktion»

Als 1994 die WM erstmals in den USA stattfand, war auch die Nati mit dabei – erstmals wieder nach 28 Jahren. Die Helden von damals blicken zurück – und sagen, was sie ihren Nachfolgern 32 Jahre später zutrauen.
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Dominique Herr ist ein Fan amerikanischer Autos – auch schon 1994.
Foto: foto-net / Kurt Schorrer
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Dominique Herr (60) war an der WM 1994 Stammspieler in der Innenverteidigung. Der gebürtige Basler spielte während seiner Karriere für den FCB, Lausanne-Sports und den FC Sion. Mit den Wallisern feierte er zwei Cupsiege. Für die Nati absolvierte er 52 Länderspiele. Seit Anfang Jahr ist der in Münchenstein BL wohnhafte Herr pensioniert, nachdem er zuletzt für die Baloise gearbeitet hatte.

Blick: Was kommt Ihnen beim Foto mit dem Cadillac in den Sinn?
Dominique Herr: Das Foto habe ich noch zu Hause, es ist eine schöne Erinnerung und hat damals zu mir gepasst. Wir mussten etwas darstellen, was uns mit den USA verbindet. Und da mein Traumauto und auch mein erstes Auto ein Ford Mustang waren, dachte ich, dass ein amerikanisches Auto zu mir passen würde.

Welcher WM-Moment ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Die Dimensionen waren für uns neu. Das Medieninteresse, die Pressekonferenzen, das haben wir so nicht gekannt. Dann erstmals an einer WM im Stadion einzulaufen, in dieser Halle, dem Silverdome, war sehr speziell. Und natürlich das Spiel gegen Rumänien, das ja bis heute als eines der legendärsten Nati-Spiele gilt. Während meines ganzen Lebens wurde ich immer wieder darauf angesprochen.

Mit wem teilten Sie das Zimmer?
An der WM hatten wir Einzelzimmer. Sonst war ich meistens mit Stefan Huber oder mit Adrian Knup zusammen. Wir haben uns gut ergänzt, wussten, wie der andere tickt, und kannten auch unsere Frauen.

Wie verbrachten Sie Ihre Freizeit?
Ich war kein Kartenspieler und auch keiner, der oft in den Pool ging. Ich hörte oft Musik und las viel.

Mit wem haben Sie die Trikots getauscht?
Gegen die USA mit Earnie Stewart und gegen Spanien mit Luis Enrique. Für dieses habe ich schon mehrere Anfragen erhalten, bis zu 2000 Euro wurden mir geboten.

Gab es für diese Trikots einen speziellen Platz?
Ich gab sie zeitweise einem Restaurant, um sie auszustellen, denn ich hatte viele Trikots. Ich habe ein paar auch dem Basler Sportmuseum verschenkt oder das von Jürgen Klinsmann einem guten Freund. Das US-Trikot fand ich vom Design her sehr toll, auch wenn es zu einem der hässlichsten Trikots gewählt worden war. Und dass Luis Enrique so erfolgreich als Trainer ist, macht natürlich Freude.

Wie viel Prämien haben Sie für die WM bekommen?
Für die Teilnahme haben wir circa 25'000 Franken erhalten, dann gab es für das Turnier selber noch Einsatz- und Punkteprämien. Im Vorfeld gab es Ärger wegen der Merchandising-Rechte, da der Verband das Einverständnis der Spieler nicht eingeholt hatte. Es war ein riesiges Tamtam.

Mit welchen Nati-Spielern haben Sie heute noch Kontakt?
In Basel sehe ich Adrian (Knup, d. Red.) immer wieder mal. Und im Wallis habe ich mit Yvan (Quentin, d. Red.) noch Kontakt. Wir waren die Heavy-Metal-Fraktion und gingen auch zusammen an Konzerte. Wir waren mit Bands wie Kiss, Iron Maiden, Black Sabbath, Led Zeppelin oder Metallica aufgewachsen.

Waren Sie seither wieder einmal an einer WM?
2006 war ich in Dortmund beim Spiel der Nati gegen Togo. Das war ein tolles Erlebnis, die Stimmung fantastisch.

Was trauen Sie der Nati zu?
Die Entwicklung der Nati ist sensationell. Inzwischen ist es fast ein Muss, dass sie immer dabei ist. Die Spieler haben sehr viel Erfahrung und kennen die Abläufe. Die Gruppenspiele wird die Nati sicher überstehen, dann kommt es darauf an, auf wen man trifft. Ab den Viertelfinals kann alles passieren.

Wer ist der beste Schweizer Fussballer der Geschichte?
Die Generationen sind sehr schwierig zu vergleichen. Odermatt und Künzli waren früher überragend und auch weltweit auf einem hohen Niveau. In meiner Zeit hatten wir «Chappi», der überdurchschnittlich war und eine Weltkarriere hinlegte. Und wenn ich heute Xhaka sehe, was er in Sunderland bietet, ist das absolute Weltklasse.

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TOTO MARTI

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WM 2026 Gruppe A
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Südafrika
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Kanada
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Bosnien und Herzegowina
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Schweiz
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Demokratische Republik Kongo
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