Der neue Nati-Coach
Murat Yakin: locker vom Hocker

Das Bild stammt aus dem Jahr 2003: Es zeigt den damaligen FC-Basel-Star Murat Yakin liegend in einer Hängematte, die im Tor aufgehängt ist. Wie treffend: Yakin, das schlampige Genie. Der Blick-Titel vor 18 Jahren: locker vom Hocker!
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Murat Yakin posiert 2003 für Blick auf einer Hängematte im Tor.
Foto: Blicksport
Max Kern

Der damalige FC-Basel-Trainer Christian Gross, ein Disziplin-Fanatiker, ist ausser sich, als er vom Bild mit der Hängematte erfährt. Denn es gibt auch ein Foto, auf dem Yakin in der Hängematte Gummibärchen schmatzt. Die Süssigkeiten – sein grosses Laster seit Kindsbeinen. In der Biografie «Die Yakins», geschrieben vom späteren FCB-Manager Georg Heitz, sagt Gross 2004: «Murat und ich haben sicher eine andere Arbeitsauffassung, aber wir haben auch Gemeinsamkeiten: unsere Leidenschaft für das Fussballspiel und unsere Mentalität, jedes Spiel gewinnen zu wollen.»

Murat kommt am 15. September 1974 in Münchenstein vor den Toren Basels als Sohn türkischer Einwanderer zur Welt. Der ältere Halbbruder Ertan Irizik (56) spielt in den 80er-Jahren als beinharter Aussenverteidiger für den FC St. Gallen. Zu Ertan sagt Stiefvater Mustafa Yakin einst: «Deine Brüder sollen zur Schule gehen – und nicht auf den Fussballplatz.» Der Rat stösst bei Irzik und seinen Halbbrüdern Murat und Hakan Yakin auf taube Ohren. Regisseur Hakan Yakin (44), ein genialer Linksfuss, spielt 87-mal für die Schweizer Nati, Murat, der Abwehrchef im Lehnstuhl, 49-mal.

Mama Emine bei Vertragspoker dabei

Sommer 1992. Das noch 17-jährige Riesentalent Murat Yakin spielt beim Basler Zweitliga-Klub Concordia. In den Aufstiegsspielen gegen den FC Ibach schiesst der wegen dauernden Oberschenkelproblemen geplagte Yakin im Hinspiel den 1:0-Siegtreffer. GC-Sportchef Erich Vogel bemüht sich eifrig um den Ausnahmekönner. Yakin unterschreibt seinen ersten Profi-Vertrag. Der FC Basel, damals nur zweitklassig, lässt nicht locker. Yakin unterschreibt auch beim FCB. Und trainiert erstmals mit den Bebbi. Die behaupten, er habe früher schon einmal einen Vorvertrag unterschrieben. Aber Trainer Friedel Rausch (†) findet, der «Junge hat fünf Kilo Speck zu viel auf den Rippen».

Vogel geht in die Offensive. Nimmt Yakin mit ins Trainingscamp nach Schweden. Am Tag der Rückkehr gewinnt GC gegen Ottmar Hitzfelds Borussia Dortmund (mit Chapuisat) ein Testspiel 4:1. Yakin spielt ein paar Minuten.

Und setzt sich danach im Hardturm-Stadion mit Mutter Emine, die ihren Jungen partout nicht in die Ferne ziehen lassen will, an den Verhandlungstisch.

Mitten im Vertragspoker sagt Murats Mutter plötzlich: «Dann will ich wenigstens das Handgeld sehen, wenn mein Sohn Basel schon verlassen muss.» 10'000 Fr. waren abgemacht.

GC-Präsident Benno Bernardi (†), Teamchef Fritz Jucker (†), Heinz Spross, Neffe des damaligen Mäzens Werner H. Spross (†), und einige weitere zücken ihre Brieftaschen und legen 5000 Fr. auf den Tisch. Emine packt die Scheine. Muri und die Mutter unterschreiben. 5000 Fr. werden in einer zweiten Tranche nachgeliefert.

Ohne Führerschein von Zürich nach Basel

Als noch nicht 18-Jähriger fährt Yakin ein halbes Jahr die Strecke Basel–Zürich–Basel mit dem Auto. Ohne Führerschein. Und was sagte die strenge Mutter dazu? Yakin: «Sie fuhr einmal wöchentlich mit und betete.»

Yakin feiert mit GC 1995 und 1996 den Meistertitel, die Zürcher spielen als erstes Schweizer Team zweimal in der Champions League. Unvergessen, Yakins Freistosstor aus gut 40 Metern gegen Ajax Amsterdam. Über den VfB Stuttgart, Fenerbahce Istanbul, den FC Basel und Kaiserslautern landet Yakin 2001 als Spieler wieder beim FCB. Und startet durch: Meister 2002, 2004 und 2005, Cupsieger 2002 und 2003.

Erich Vogel (82) holt seinen Ziehsohn 2007 als Co-Trainer zu GC, 2017 ein zweites Mal als Cheftrainer. Gestern sagt der Experte zu SonntagsBlick: «Ich mag es Muri gönnen. Er war, weil er nicht der schnellste war, schon als Spieler ein Taktikfuchs. Er schlug als Abwehrchef lange Bälle, war damit der Zeit voraus. Und er war schon immer einer, der den Gegner sehr gut lesen konnte.»

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