Darum gehts
- WM 2026: Nati-Analysten unter Kevin Ehmes analysieren 24 mögliche Gegner sorgfältig
- Erstmals drei Video-Analysten im Einsatz, jeder Gegner erfordert 5-7 Tage Vorbereitung
- 26 Spielervideos pro Gegner, 3 weitere Mitarbeiter in der Schweiz analysieren alle WM-Partien
Vor vier Jahren in Katar war die Arbeit von Kevin Ehmes (34) noch deutlich einfacher gewesen. Neben den drei Schweizer Gruppengegnern musste sich der Nati-Chefanalyst im Vorfeld des Turniers mit acht zusätzlichen Teams auseinandersetzen. Um so auf jeden möglichen Achtelfinal-Gegner vorbereitet zu sein – unabhängig davon, ob die Schweiz ihre Gruppe auf dem ersten oder zweiten Platz abschliessen würde.
Doch aufgrund der Aufstockung von 32 auf 48 Teams und einem Modus, in dem sich auch zwei Drittel aller Gruppendritten für die K.o.-Phase qualifizieren, gab es an der WM in Nordamerika vor Turnierstart 28 Mannschaften, auf welche die Nati im Sechzehntelfinal hätte treffen können. Ehmes, seit zehn Jahren Teil der Nati und seit 2021 als Chefanalyst im Trainerteam von Murat Yakin, hat darum vom Verband zusätzliche Hilfe bekommen. Zum ersten Mal überhaupt ist die Nati mit drei Video-Analysten an eine Endrunde gereist.
Auch gegnerische Trinkpausen im Fokus
«Es war wichtig, dass wir unsere Arbeiten noch detaillierter aufteilen können», erklärt Ehmes. Während er sich in den vergangenen Wochen um den ersten Gegner Katar kümmerte, haben sich Julian Lauer (Kanada) und Adnan Alicajic (Bosnien und Herzegowina) mit den anderen Teams in der Schweizer Gruppe auseinandergesetzt. «Die Vorbereitung auf einen Gegner nimmt zwischen fünf und sieben Tage in Anspruch», so Ehmes.
Dabei setzt sich die Analyse aus verschiedenen Teilen zusammen. Neben dem Sichten von Dutzenden Stunden an Videomaterial gehören auch Stadionbesuche dazu. Ende Mai ist der Nati-Chefanalyst für das Testspiel zwischen Irland und Katar nach Dublin gereist. Ehmes: «Gerade gegen unbekanntere Gegner ist es wichtig, sich nicht nur die TV-Bilder anzuschauen, sondern auch Eindrücke vor Ort zu gewinnen. Es geht dabei um Dinge wie das Einwärmen vor dem Spiel oder das Coaching in Trinkpausen.»
In den Tagen vor dem Spiel bereiten er und sein Team zu jedem der 26 gegnerischen Spieler ein mehrminütiges Video auf, mit dem sich die Nati-Stars selbst ein Bild von den Stärken und Schwächen ihrer potenziellen Gegenspieler machen können.
Doch das Aufgabenfeld der Nati-Analysten geht weit über die gegnerischen Teams hinaus. Jedes Nati-Training wird mit mehreren Kameras und einer Drohne gefilmt. «Das ist zentral, damit wir sehen können, wie gut die Spieler unsere für einen Gegner erarbeiteten Ansätze bereits umsetzen können. Das ermöglicht es uns, ihnen besser Feedback zu geben», erklärt Alicajic.
U-Nati-Trainer analysieren andere WM-Gruppen
Während der Spiele sitzt er gemeinsam mit Lauer auf der Tribüne, sein Chef Ehmes nimmt auf der Ersatzbank Platz und ist durch Funk mit seinen beiden Kollegen verbunden. Alicajic: «Wenn uns während des Spiels etwas von oben auffällt, geben wir das sofort nach unten weiter. Gleichzeitig bereiten wir bereits Szenen vor, die der Trainer-Staff den Spielern in der Halbzeitpause vorführen kann.»
Während des Turniers legen die drei Analysten ihren Fokus vor allem auf die eigene Mannschaft. Zu Hause in der Schweiz sind aber drei weitere Personen im Einsatz, die sämtliche WM-Spiele nach vordefinierten Kategorien aufbereiten. «Dadurch können wir direkt in die Analyse einsteigen, sobald sich im Turnierverlauf ein möglicher nächster Gegner abzeichnet», sagt Lauer.
Zusätzlich haben sämtliche Trainer von Schweizer U-Nationalmannschaften eine WM-Gruppe zugeteilt bekommen und führen parallel eine eigene Gegneranalyse durch. «Diese kann später als wichtige Zweitmeinung dienen. Trainer blicken manchmal aus einer anderen Sicht auf gewisse Dinge als wir Analysten», so Ehmes.
Als Gruppenzweiter wartet wohl Südkorea
Auch deshalb könne es bei taktischen Dingen durchaus auch mal zu Diskussionen innerhalb des Staffs kommen. «Am Ende ist Muri der Trainer und er entscheidet», sagt der Chefanalyst. Dass der Nati-Trainer dabei durchaus auch mal auf sein Bauchgefühl vertraut, stört ihn aber überhaupt nicht. Ehmes: «Ich finde seine Art sehr erfrischend. Und er entscheidet Dinge nicht einfach so, sondern aufgrund seiner Beobachtungen im Spiel und im Training. Mit seiner lösungsorientierten Art reichen Muri manchmal auch ein paar Videoclips, um den richtigen Ansatz zu finden.»
Ob das auch für das letzte WM-Gruppenspiel gegen Kanada gilt? Zumindest für Ehmes und sein Team würde ein Unentschieden oder eine Niederlage gegen den Gastgeber die Arbeit etwas erleichtern. Schliesslich dürfte die Nati als Gruppenzweiter mit grosser Sicherheit im Sechzehntelfinal auf Südkorea treffen. Als Sieger ihrer Gruppe müsste die Nati dagegen bis zum Ende der Vorrunde warten, um ihren Gegner (einen Gruppendritten) zu kennen.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Mexiko | 2 | 3 | 6 | |
2 | Südkorea | 2 | 0 | 3 | |
3 | Tschechien | 2 | -1 | 1 | |
4 | Südafrika | 2 | -2 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 2 | 6 | 4 | |
2 | Schweiz | 2 | 3 | 4 | |
3 | Bosnien und Herzegowina | 2 | -3 | 1 | |
4 | Katar | 2 | -6 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Brasilien | 2 | 3 | 4 | |
2 | Marokko | 2 | 1 | 4 | |
3 | Schottland | 2 | 0 | 3 | |
4 | Haiti | 2 | -4 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | USA | 2 | 5 | 6 | |
2 | Australien | 2 | 0 | 3 | |
3 | Paraguay | 2 | -2 | 3 | |
4 | Türkei | 2 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Deutschland | 2 | 7 | 6 | |
2 | Elfenbeinküste | 2 | 0 | 3 | |
3 | Ecuador | 2 | -1 | 1 | |
4 | Curacao | 2 | -6 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Niederlande | 2 | 4 | 4 | |
2 | Japan | 2 | 4 | 4 | |
3 | Schweden | 2 | 0 | 3 | |
4 | Tunesien | 2 | -8 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Iran | 2 | 0 | 2 | |
2 | Belgien | 2 | 0 | 2 | |
3 | Neuseeland | 1 | 0 | 1 | |
4 | Ägypten | 1 | 0 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 2 | 4 | 4 | |
2 | Uruguay | 2 | 0 | 2 | |
3 | Kap Verde | 2 | 0 | 2 | |
4 | Saudi Arabien | 2 | -4 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Norwegen | 1 | 3 | 3 | |
2 | Frankreich | 1 | 2 | 3 | |
3 | Senegal | 1 | -2 | 0 | |
4 | Irak | 1 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Argentinien | 1 | 3 | 3 | |
2 | Österreich | 1 | 2 | 3 | |
3 | Jordanien | 1 | -2 | 0 | |
4 | Algerien | 1 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kolumbien | 1 | 2 | 3 | |
2 | Demokratische Republik Kongo | 1 | 0 | 1 | |
3 | Portugal | 1 | 0 | 1 | |
4 | Usbekistan | 1 | -2 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | England | 1 | 2 | 3 | |
2 | Ghana | 1 | 1 | 3 | |
3 | Panama | 1 | -1 | 0 | |
4 | Kroatien | 1 | -2 | 0 |

