Darum gehts
- MLS-Coach René Weiler schwärmt von Breel Embolo: «Ein netter Bursche»
- US-Experten schätzen sein Salär auf einen zweistelligen Millionen-Betrag
- Atlanta-Kader: Spieler aus 17 Nationen, Embolo als «big winning guy»
Es ist aus Schweizer Sicht einer der spektakulärsten Transfers des Sommers: Breel Embolos (29) unverhoffter Ausstieg bei Rennes und der neue Vierjahresvertrag bei Atlanta United. Von einem «Designated Player» dieser Preisklasse können die meisten MLS-Organisationen nur träumen. Noch hat der Verein das Jahressalär des 92-fachen Schweizer Nationalspielers nicht veröffentlicht, US-Experten gehen von einem zweistelligen Dollar-Millionen-Betrag aus.
«Er verdient mehr als meine ganze Mannschaft!», legt sich René Weiler im Telefonat mit Blick fest. Der 53-jährige Zürcher kennt die wirtschaftlichen Zusammenhänge im US-Soccer. Seit Mitte Juli 2025 steht der Coach bei D.C. United in Washington in der Verantwortung.
Vor ein paar Tagen sind sich die Schweizer Protagonisten erstmals im Liga-Betrieb begegnet. «Breel hat mich vor und nach dem Spiel freundlich gegrüsst. Ein netter Bursche! Wir hatten Glück, Atlanta hätte eigentlich gewinnen müssen. Embolo hat gegen uns ein gutes Spiel gemacht», fasst Weiler das 0:0 in Kürze zusammen. «Geld schiesst zwar keine Tore, die Wahrscheinlichkeit, damit zu gewinnen, ist jedoch höher.»
«Sie sollen den Unterschied machen und Siege ermöglichen»
Weilers Verein ist trotz einer der tiefsten Lohnsummen nach wie vor in Playoff-Reichweite, elf Remis in 24 Runden drosseln indes den erhofften Aufschwung. Vor der Saison hat sich Weiler vergeblich um den früheren FCZ-Flügel Maren Haile-Selassie bemüht, der inzwischen zur festen Grösse bei Chicago aufgestiegen ist. Einer vom internationalen Kaliber Embolos und mit einer vergleichbaren Ablösesumme (rund 17 Millionen Dollar) käme bei ihnen eher nicht in Frage, so Weiler. «Wir beispielsweise spielen nur mit zwei Designated Players, die meisten setzen auf drei Verstärkungen in der Offensive.»
In den USA ist der Fokus stark auf die Juwelen im Angriff gerichtet. Weltmeister Lionel Messi (39) spurt vor. Die Ansprüche an jene Akteure, die sich mit ihrem Lohn ausserhalb der Salary-Cap-Richtlinien bewegen, werden gemäss Weiler klar benannt: «Sie sollen für den Unterschied sorgen, Tore erzielen und Siege ermöglichen.»
Ein Thema seien Embolos Finanzen in der amerikanischen Fussball-Bubble nicht, stellt United-Trainer Weiler klar: «Sein effektiver Marktwert ist jedem bewusst. In den USA ist man gegenüber hoch bezahlten Sportlern ohnehin viel toleranter. Ich glaube, Breel ist gut angekommen in den Staaten. So, wie ich es einschätzen kann, scheint er bei Atlanta bereits vorzüglich integriert zu sein.»
Embolo hat sich mit Ansage angekündigt
Eine allzu lange Anpassungszeit sei in der Regel nicht nötig, findet Weiler. Seinen guten Rhythmus aus der Ligue 1 und von der WM habe Embolo mutmasslich konserviert. Und an die langen Flugreisen in andere Klima- und Zeitzonen gewöhne man sich relativ schnell: «Es ist einfach alles grösser – Amerika eben.» Und die taktische Ausrichtung der Major League Soccer komme Embolo entgegen: «In der Liga wird sehr physisch gespielt. Wenn Atlanta weiter in das Team investiert, traue ich ihm nächste Saison 15 Treffer zu.»
Embolo seinerseits will im multinationalen Ensemble mit Akteuren aus 17 verschiedenen Ländern ausspielen, was ihm schon im Nationalteam immer wieder gelungen ist: «Es geht im Fussball auch darum, Menschen zusammenzuführen, sich frei zu fühlen, es zu geniessen!» Auf der Social-Media-Plattform von Atlanta hat er sich als Teamplayer und «big winning guy (Siegertyp)» angekündigt.
