Und er spricht über Trump
Gianni Infantino will Russland-Sperre aufheben

Fifa-Präsident Gianni Infantino will russischen Teams die Teilnahme an internationelen Wettbewerben wieder erlauben. Zudem erklärt er, warum Donald Trump den Fifa-Friedenspreis verdient hat.
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Gianni Infantino irritiert mit Aussagen in einem Interview.
Foto: TOTO MARTI
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Björn LindroosRedaktor Sport

In einem Interview mit dem TV-Sender «Sky UK» sorgt Gianni Infantino (55) mit einigen seiner Aussagen für Wirbel. So sagt er zum Beispiel, dass er russischen Teams die Teilnahme an internationalen Wettbewerben wieder ermöglichen will.

«Oh, auf jeden Fall. Das müssen wir», so der Fifa-Präsident. «Dieses Verbot hat nichts gebracht. Es hat nur zu mehr Frustration und Hass geführt. Zumindest auf Jugendebene. Es wäre hilfreich, wenn Mädchen und Jungen aus Russland in anderen Teilen Europas Fussball spielen könnten.»

Seit dem militärischen Überfall von Russland auf die Ukraine 2022 sind russische Teams von internationalen Wettbewerben der Fifa und Uefa ausgeschlossen. Offiziell wird die Sperre mit der «Wahrung der Integrität des Wettbewerbs» und Sicherheitsbedenken begründet. Hört man Infantino zu, könnte Russland schon bald auf die Fussball-Bühne zurückkehren: «Wir sollten Länder niemals aufgrund der Aktionen ihrer politischen Führung davon abhalten, Fussball zu spielen», führt er aus.

«Trump hat den Award verdient»

Weiter wird der Schweizer im Interview auch auf seine Beziehung zu US-Präsident Donald Trump (79) angesprochen: «Ich bin glücklich, ein hervorragendes Verhältnis zu Donald Trump zu haben», schwärmt Infantino.

Dann erklärt er, warum der umstrittene US-Präsident mit dem neu ins Leben gerufenen Fifa-Friedenspreis ausgezeichnet wurde: «So viele Menschen starben in Gaza – und dann stoppte es. Wir wollen Menschen belohnen, die sich für Frieden einsetzen. Was auch immer wir tun können, um Frieden in der Welt zu schaffen, werden wir tun. Trump hat diesen Award verdient.» Er führt aus, dass der Fifa-Friedenspreis fortan jährlich vergeben wird.

500 Millionen Ticketanfragen

Als die Journalistin ihn auf den US-amerikanischen Angriff gegen Venezuela und Trumps Drohungen in Richtung Grönland anspricht, antwortet Infantino: «Was ist die Hauptverantwortung eines Anführers? Er muss die Leute in seinem Land beschützen. Wenn du deine Leute beschützt und Leben rettest, dann verdienst du Respekt.»

Im Sommer wird die WM unter anderem in den USA stattfinden. Über einen möglichen Boykott von Fans macht sich Infantino keine Sorgen: «Wir haben über 500 Millionen Ticketanfragen erhalten. So viele wie noch nie.»

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