Darum gehts
- Real Madrid verliert gegen Albacete im Cup
- Trainer Alvaro Arbeloa übernimmt Verantwortung für die bittere Niederlage
- Albacete, Platz 17 der LaLiga 2, erzielte drei Tore vor 17'000 Fans
Im spanischen Sport gibt es derzeit nur ein Thema: Real Madrids Cup-Blamage gegen den Zweitligisten Albacete am Mittwochabend. Real ist in diesem Jahrtausend in der Copa del Rey zwar schon dreimal an einem Drittligisten gescheitert, doch dass die Schmach direkt beim Debüt von Trainer Alvaro Arbeloa (42) passiert, gibt der Sache zusätzlich Würze.
Die grösste Sportzeitung des Landes, die Real-nahe «Marca», nimmt die Mannschaft auseinander. «Totales Debakel», schreibt das Blatt am Donnerstag in Grossbuchstaben auf der Titelseite. Auf der Webseite wimmelt es von vergleichbaren Schlagzeilen. «Ein beschämendes Madrid», «Das Bernabeu wird das nicht verzeihen», «Real im freien Fall».
Nach dem geräuschvollen Abgang von Trainer Xabi Alonso bebt die Hauptstadt erneut. Das königliche Starensemble kassiert beim 17. der LaLiga 2 drei Tore. Auch Gonzalo Garcias Ausgleich in der Nachspielzeit, mit dem die Madrilenen vermeintlich doch noch den Kopf aus der Schlinge zogen, reichte nicht. Joker Betancor überwindet Courtois-Ersatz Lunin zum zweiten Mal und versetzt die 17'000 Fans im Estadio Carlos Belmonte in Ekstase.
Sogar das klubeigene «Real Madrid TV» übt scharfe Kritik. Der Sender spricht von einem sehr schlechten Spiel und einer verdienten Niederlage. «Es gibt keine Ausreden.»
Arbeloa nimmt Schuld auf sich
Kritik sieht sich nicht zuletzt Neo-Coach Arbeloa konfrontiert. Im Vergleich zur Niederlage im Super-Cup-Final gegen Barcelona, der letzten Partie unter Alonso, standen nur fünf Spieler erneut in der Startelf. Sechs von ihnen standen bei der Schmach in Albacete gar nicht erst im Kader: Goalie Courtois, Carreas, Tchouameni, Rodrygo und Bellingham. Auch Superstar Mbappé stand nicht auf dem Matchblatt.
Arbeloa nimmt die Schuld auf sich. «Ich trage die Verantwortung, denn ich habe die Entscheidung zu den Änderungen getroffen.» Den eingesetzten Spielern macht er keinen Vorwurf: «Ich habe Spieler gesehen, die unbedingt gewinnen wollten, die alles gegeben haben, und ich kann ihre Einstellung überhaupt nicht bemängeln.»
Katalanen lachen Madrid aus
Häme erntet Real aus Katalonien, der Heimat des grössten Konkurrenten FC Barcelona. Ex-Barça-Captain Gerard Piqué kommentiert im Twitch-Stream seiner selbst gegründeten Spass-Liga sarkastisch: «Gutes Debüt, 3:2.» So sieht Schadenfreude aus – Piqué und Arbeloa haben sich in der Vergangenheit immer mal wieder gestritten.
Auf der Frontseite der «Mundo Deportivo» steht kurz und bündig «Auf die Strasse», was im Spanischen so viel heisst, wie «Raus mit euch». Die auf Katalanisch erscheinende «L'Esportiu» erinnert mit ihrer Titelseite nochmal an den verlorenen Final gegen Barça: «Weder Cup noch Supercup.»
Für Belustigung in Katalonien dürfte auch der X-Post des Fussballverbandes von San Marino sorgen. «Wir haben mitbekommen, dass ihr gegen einen Zweitligisten verloren habt. Lasst uns gegeneinander spielen, wir sind auf ähnlichem Niveau. Wir kennen uns mit Blamagen aus», schreibt der Fussballzwerg.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Barcelona | 19 | 33 | 49 | |
2 | Real Madrid | 19 | 24 | 45 | |
3 | Villarreal CF | 18 | 20 | 41 | |
4 | Atletico Madrid | 19 | 17 | 38 | |
5 | RCD Espanyol Barcelona | 19 | 3 | 34 | |
6 | Real Betis Balompie | 19 | 6 | 29 | |
7 | RC Celta de Vigo | 19 | 5 | 29 | |
8 | Athletic Bilbao | 19 | -8 | 24 | |
9 | Elche CF | 19 | 1 | 23 | |
10 | Rayo Vallecano | 19 | -6 | 22 | |
11 | Real Sociedad | 19 | -3 | 21 | |
12 | Getafe CF | 19 | -10 | 21 | |
13 | FC Girona | 19 | -16 | 21 | |
14 | Sevilla FC | 19 | -6 | 20 | |
15 | CA Osasuna | 19 | -4 | 19 | |
16 | Deportivo Alaves | 19 | -8 | 19 | |
17 | RCD Mallorca | 19 | -7 | 18 | |
18 | Valencia CF | 19 | -13 | 17 | |
19 | Levante UD | 18 | -9 | 14 | |
20 | Real Oviedo | 19 | -19 | 13 |


