Uefa-Regeln umgangen
Ex-Chelsea-Boss Abramowitsch soll Holland-Klub finanziert haben

Während seiner Zeit als Chelsea-Boss pflegte Roman Abramowitsch eine enge Zusammenarbeit mit dem holländischen Klub Vitesse Arnheim. Geleakte Dokumente zeigen nun, wie er den Klub heimlich finanzierte.
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Ex-Chelsea-Boss Roman Abramowitsch könnte jahrelang eine Uefa-Regelung umgangen haben.
Foto: keystone-sda.ch

Von 2003 bis 2022 war Roman Abramowitsch Besitzer von Chelsea. Rund 1,5 Milliarden Franken hat der russische Oligarch in den Klub gesteckt. Nebenbei steckte er noch über 100 Millionen in Vitesse Arnheim.

Damit könnte er gegen die Regularien der Uefa verstossen haben. Zu den Besitzverhältnissen an einem oder mehreren Vereinen ist darin definiert: «Keine natürliche oder juristische Person darf Kontrolle über oder Einfluss auf mehr als einen teilnehmenden Verein haben.»

Chelsea nutzte Vitesse Arnheim immer wieder, um junge Talente zu parkieren. Mason Mount oder Nemanja Matic sind die prominentesten Beispiele. Der holländische Verband (KNVB) untersuchte die Verbindungen der Vereine in den Jahren 2010 und 2015, fand aber nie genügend Beweise, um Abramowitschs Einfluss zu belegen.

Geldströme lassen Investition nachverfolgen

Geleakte Dokumente – der «Guardian» und das «Bureau of Investigative Journalism» haben sie vorliegen – zeigen, wie Abramowitsch seinen Zweitklub heimlich alimentierte. Über verschiedene in Steuerparadiesen beheimatete Firmen liess der ehemalige Chelsea-Boss der Vitesse Holding Company Geld zukommen, mit dem seine Freunde den Klub finanzierten.

Drei Personen und sechs verschiedene Firmen waren in das Konstrukt involviert. Begonnen hat es, als der georgische Ex-Fussballer Merab Jordania 2010 den Klub übernahm. Drei Jahre später wurde er von einem anderen Freund Abramowitschs abgelöst.

Aleksandar Tschigirinski war schon beim Einstieg 2010 finanziell beteiligt. Wie es der Zufall will, gehören ihm auch drei Firmen, über die Abramowitschs Geld in die Vitesse Holding Company floss. Tschigirinski selbst verkaufte den Klub 2018 an den nächsten Russen.

Alles nur ein Freundschaftsdienst? Wohl kaum

Auf die Sachlage angesprochen, gibt der Georgier Jordania im «Guardian» zu, dass ihn sowohl Abramowitsch als auch Tschigirinski finanziell unterstützten. Obwohl die Freunde gewusst hätten, dass er das Geld für Arnheim verwenden würde, sollen sie ihm das Geld als Privatperson geliehen haben. «Nennen wir es persönliche Schulden bei meinen Freunden.»

Jordania erzählt damit dieselbe Geschichte wie jeder andere Funktionär beider Vereine zu diesem Thema. Denn: Auch mit den neuesten Informationen kann nicht endgültig belegt werden, ob tatsächlich gegen Uefa-Regeln verstossen wurde. Die geleakten Dokumente zeigen lediglich auf, dass der Ex-Chelsea-Boss im Zeitraum von 2010 bis 2018 heimlich einen Zweitklub mit über 100 Millionen alimentierte.

Dass Chelsea aber durchaus Einfluss auf den holländischen Erstligisten nahm, zeigt ein Versprecher Jordanias aus dem Jahr 2014. Er wetterte damals in Richtung der Blues, sie hätten Arnheim daran gehindert, ihre Mannschaft im Meisterrennen und für die Champions-League-Quali zu verstärken, «weil London das nicht wollte». Später zog er diese Aussage zurück. (dti)

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Manchester City
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Aston Villa
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4
Chelsea FC
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Liverpool FC
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Manchester United
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FC Fulham
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Everton FC
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Brentford FC
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AFC Bournemouth
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Brighton & Hove Albion
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Leeds United
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23
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18
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20
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