Harte Zeiten für Shaqiri in Liverpool
«Ich habe meine Familie seit Monaten nicht gesehen»

Meister Liverpool schwächelt seit Monaten. Der Titel? Längst entglitten. Xherdan Shaqiri (29) aber glaubt noch an ein sportliches Happy End.
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Noch vor anderthalb Jahren gewann Xherdan Shaqiri mit Liverpool die Champions League.
Foto: AP
Tim Haag

Das 0:1 gegen Fulham vor zehn Tagen war die sechste Liverpooler Heimniederlage in Serie – historisch schlecht und schwer zu ertragen für die erfolgsverwöhnten Reds. Einer aber weiss, wie sich eine Negativserie anfühlt: Xherdan Shaqiri. Der Schweizer stieg 2018 als 19. aus der Premier League ab. Jedes zweite Spiel verlor die Truppe. «Das waren keine guten Zeiten», sagt Shaqiri nun in einem Interview mit Sky. «Ich kenne das Gefühl, wenn alles schlecht läuft.»

Die Unterschiede zwischen Stoke und Liverpool sind selbstredend gigantisch: «Hier ist alles viel grösser. Die Leute draussen reden viel mehr», erklärt der 29-Jährige. «Aber das ist normal. Liverpool ist ein grosser Verein, und wir müssen damit umgehen können.»

Shaq vermisst Familie

Was nun ist der Grund für die Pleite-und-Pannen-Serie der einst gefürchteten Reds, die zuvor in 68 Spielen an der Anfield Road kein Spiel verloren hatten und Champions League und Premier League im Sturm eroberten? Die sterile Atmosphäre in den Stadien! Glaubt Shaq: «Für kleinere Teams ist es einfacher, hierher zu kommen, wenn keine Fans da sind. Jeder weiss, wie sehr uns die Fans pushen.»

Das allein aber kanns nicht sein. Verletzungspech in der Verteidigung kommt dazu, im Fall von Virgil van Dijk geradezu verheerend. Schlechte Kaderplanung und fehlender Investitionswillen ebenso. Und dass die Reds an Siegeshunger eingebüsst haben – auch das bestreiten die wenigsten.

Dass Corona auch das Leben der Profis abseits des Rasens belastet und auf die Laune drückt, darunter leidet auch Shaqiri: «Ich habe meine Familie seit fünf oder sechs Monaten nicht gesehen. Das ist nicht einfach, weil ich ihr sehr nahe stehe.»

«Fokussiert bleiben!»

Sportlich jedoch glaubt Shaqiri an eine Trendwende, und selbst die Champions-League-Plätze hält der Nati-Star für erreichbar. «Es ist wichtig, mental stark zu bleiben, das gehört zu meinen Stärken. Man muss auf das Spiel fokussiert bleiben, auch wenn es nicht gut läuft.»

Gegen Leipzig setzten sich die Liverpooler im Achtelfinal der Champions League mühelos durch. Und am Montag erkämpften sie ein 1:0 in Wolverhampton. Beides Anzeichen, dass Shaqiri recht behalten könnte. Welche Rolle er dabei spielt, ist jedoch unklar. Gegen Fulham spielte er zwar erstmals seit mehr als einem Jahr durch, beim Sieg in Wolverhampton aber war er wieder Ersatz. Aus Schweizer Sicht darf man hoffen, dass Shaq auf seine Einsätze kommt – gerade im Hinblick auf die EM.

Premier League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Arsenal FC
Arsenal FC
31
39
70
2
Manchester City
Manchester City
30
32
61
3
Manchester United
Manchester United
31
13
55
4
Aston Villa
Aston Villa
31
5
54
5
Liverpool FC
Liverpool FC
31
8
49
6
Chelsea FC
Chelsea FC
31
15
48
7
Brentford FC
Brentford FC
31
4
46
8
Everton FC
Everton FC
31
2
46
9
FC Fulham
FC Fulham
31
-1
44
10
Brighton & Hove Albion
Brighton & Hove Albion
31
4
43
11
FC Sunderland
FC Sunderland
31
-4
43
12
Newcastle United
Newcastle United
31
-1
42
13
AFC Bournemouth
AFC Bournemouth
31
-2
42
14
Crystal Palace
Crystal Palace
30
-2
39
15
Leeds United
Leeds United
31
-11
33
16
Nottingham Forest
Nottingham Forest
31
-12
32
17
Tottenham Hotspur
Tottenham Hotspur
31
-10
30
18
West Ham United
West Ham United
31
-21
29
19
Burnley FC
Burnley FC
31
-28
20
20
Wolverhampton Wanderers
Wolverhampton Wanderers
31
-30
17
Champions League
UEFA Europa League
Conference League Qualifikation
Abstieg
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