Darum gehts
- Drei iranische Fussballerinnen kehren trotz Asylantrag aus Australien in den Iran zurück
- Regimekritiker berichten von massivem Druck auf Spielerinnen zur Rückkehr
- Asiencup-Team strandete in Kuala Lumpur wegen Luftangriffen im Iran
Im Fall der iranischen Fussballerinnen, die in Australien humanitäres Asyl erhalten haben, gibt es eine neue Wendung: Wie der australische Innenminister Tony Burke (56) mitteilt, haben sich drei weitere Frauen dafür entschieden, Australien zu verlassen und in ihre Heimat zurückzukehren. Die Gründe für diesen Sinneswandel sind nicht bekannt.
In Australien aufgenommen worden sind die Angehörigen des iranischen Fussball-Nationalteams nach ihrem stillen Protest an der Asienmeisterschaft: Vor der Partie gegen Südkorea am 2. März haben sie sich geweigert, die Nationalhymne mitzusingen, was als Akt des Widerstands gegen das Regime gedeutet worden ist. In den iranischen Staatsmedien sind sie deshalb auch als «Verräterinnen zu Kriegszeiten» bezeichnet worden. Nach dem Turnier-Out sollte dennoch die Rückkehr in den Iran erfolgen, mehrere Spielerinnen haben aus Angst vor Repressionen aber Asyl in Down Under beantragt – trotz mutmasslicher Drohungen gegen deren Familien.
Einreise in den Iran derzeit nicht möglich
Aus diesem Grund wird nun von verschiedenen Seiten infrage gestellt, wie freiwillig die Abreise für die drei Fussballerinnen aus Australien tatsächlich erfolgt. So berichtet der regimekritische TV-Sender «Iran International» mit Sitz in London, dass verschiedene Mitglieder des iranischen Fussball-Verbands wiederholt grossen Druck auf die Sportlerinnen ausgeübt hätten. Die Absicht: Sie sollen in den Iran zurückreisen, «ihren Familien zuliebe» – eine Aussage, die viel Spielraum für Interpretationen offenlässt.
Allerdings: Eine Einreise in die Islamische Republik ist aufgrund der anhaltenden Luftangriffe derzeit nicht möglich, weshalb der Grossteil der Asiencup-Delegation in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur gestrandet sein soll. Gemäss «Iran International» werden die Sportlerinnen dort von Regime-Freunden aber streng überwacht – wo genau sie sich befinden und wie es ihnen geht, ist weitgehend unklar.