Darum gehts
- Toulouse verhängt nächtliche Ausgangssperre während riskanter WM-Spiele
- 890 Festnahmen nach Ausschreitungen am 30. Mai in Frankreich
- Ausgangssperre gilt von 22 bis 5 Uhr für unter 16-Jährige
In Toulouse gilt während Hochrisiko-Spielen der Fussball-WM eine nächtliche Ausgangssperre für Minderjährige unter 16 Jahren. Die Stadtverwaltung der viertgrössten Stadt Frankreichs hat diese Massnahme nach den schweren Ausschreitungen am 30. Mai beschlossen, als Fans nach dem Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain nicht nur feierten, sondern teilweise auch heftig randalierten. Damals sind landesweit 890 Personen festgenommen worden, ein junger Mann ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.
Der Bürgermeister von Toulouse, Jean-Luc Moudenc (65), erklärt, dass die Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens gilt. Betroffen sind Jugendliche, die ohne Begleitung eines Elternteils im Stadtzentrum angetroffen werden. «Wir wollen die Bürger und die Minderjährigen schützen», betonte Moudenc. Er weist auch darauf hin, dass Toulouse zuletzt einen Anstieg der Jugendkriminalität verzeichnete.
Die Massnahmen gelten für Spiele, die von den Behörden als Sicherheitsrisiko eingestuft werden. Dazu zählen alle Partien der französischen Nationalmannschaft sowie Begegnungen wie Marokko gegen Brasilien oder Tunesien gegen Holland.
Toulouse ist nicht die einzige französische Stadt mit dieser Massnahme. Auch Clermont-Ferrand hat laut kürzlich eine ähnliche Regelung angekündigt. Die französische Nationalmannschaft startet ihre WM-Kampagne am Dienstagabend gegen Senegal.
Dieser Artikel ist zuerst auf «Blic.rs» erschienen. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.


