Darum gehts
- Fifa-Chef Infantino fordert neue Regeln gegen Mundverdeckung bei Konflikten
- Spieler sollen bei verdecktem Mund automatisch verdächtigt werden, Unangemessenes gesagt zu haben
- Neue Regeln könnten vor der WM 2026, eventuell im April, beschlossen werden
Fifa-Präsident Gianni Infantino (55) fordert eine radikale Veränderung im Umgang mit verbalen Auseinandersetzungen auf dem Fussballplatz. Er verlangt die Einführung einer «Vermutung der Schuld», wenn Spieler ihren Mund verdecken, während sie mit einem Gegner verbal in Konflikt geraten.
Der Vorfall zwischen Gianluca Prestianni (20) von Benfica und Real Madrids Vinicius Jr. (25) beim Playoff-Hinspiel in der Champions League (0:1) hat eine Debatte über solche Verhaltensweisen ausgelöst. Vinicius Jr. wirft Prestianni vor, ihn rassistisch beleidigt zu haben. Die Uefa hat den Benfica-Spieler vorläufig für das Rückspiel in Madrid gesperrt, die Untersuchung läuft noch.
Infantino erklärte gegenüber Sky: «Wenn ein Spieler seinen Mund verdeckt und etwas sagt, das rassistische Konsequenzen hat, dann muss er ausgeschlossen werden. Es muss davon ausgegangen werden, dass er etwas gesagt hat, was er nicht hätte sagen sollen, sonst hätte er seinen Mund nicht verdeckt.»
«Müssen Kampf gegen Rassismus vorantreiben»
Der Fifa-Boss betonte, dass solche Situationen neue Regelungen erfordern. «Einfach gesagt: Wenn man nichts zu verbergen hat, verdeckt man beim Reden auch nicht den Mund. Wir müssen diese Dinge ernst nehmen, um den Kampf gegen Rassismus voranzutreiben», so Infantino.
Zugleich plädierte er für die Möglichkeit der Entschuldigung. «Manchmal sagt oder tut man Dinge im Affekt. Es sollte Raum für Entschuldigungen geben, und das Strafmass sollte entsprechend angepasst werden.»
Die Regelhüter des Fussballs, die IFAB, haben bei einem Treffen in Wales am Samstag angekündigt, Massnahmen gegen Diskriminierung und das Verdecken des Mundes zu prüfen. Die neuen Regelungen sollen vor der Weltmeisterschaft 2026, möglicherweise im April, ratifiziert werden.
Dieser Artikel ist zuerst auf «gsp.ro» erschienen. Die rumänische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.