«Schlag ins Gesicht für queere BVB-Fans»
Dortmund nach heiklem Nmecha-Deal in Aufruhr

Felix Nmecha soll beim BVB die grosse Lücke füllen, die Jude Bellingham hinterlassen hat. Doch der Glauben und die Werte des jungen Fussballers geben zu reden.
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Felix Nmecha ist die neue Nummer 8 beim BVB.
Foto: Borussia Dortmund via Getty Images

Dortmund befindet sich in Aufruhr. Viele Fans wollten Neuzugang Felix Nmecha (22) nicht beim BVB sehen. Dem Mittelfeldspieler, der als strenggläubiger Christ bekannt ist, wird unterstellt, homophob zu sein.

Entsprechend schlecht kommt die Verpflichtung an. Reaktionen unter der offiziellen Bekanntgabe auf Twitter sind mehrheitlich negativ. «Das ist es. Das besiegelt den Deal. Ich bin kein BVB-Fan mehr», sagt ein Anhänger. «Hier zeigt sich, welchen Stellenwert Antidiskriminierung beim BVB wirklich hat. Nämlich keinen!» Oder: «Was für eine Enttäuschung und ein Schlag ins Gesicht für alle queeren Fans des BVB.»

Versuchte Deeskalation der Bosse und Nmecha

Den Verantwortlichen in Dortmund war diese Kontroverse bewusst. Im Vorgang trafen sich Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (64) und Vereinspräsident Reinhold Lunow (69) mit Nmecha. Sie wollten sich davon überzeugen, dass er zu den Werten des Vereins passe. Sie unterhielten sich «über seinen Glauben und seine Werte». Und Nmecha schaffte es, die Bosse zu überzeugen.

Der Fall Nmecha

Vor einigen Wochen stand Felix Nmecha arg in der Kritik. Vor dem Pride-Monat Juni – in diesem Monat feiert die LGBTIQ-Community und wirbt für mehr Toleranz in der Gesellschaft – hatte Nmecha in den sozialen Medien ein Video geteilt, in dem das Wort «Pride» («Stolz») dem Teufel zugeordnet wird. Ausserdem hatte er schon Beiträge von Matt Walsh geteilt. Dieser ist ein Rechtsaussen-Aktivist aus den USA und gilt als transfeindlich.

Vor einigen Wochen stand Felix Nmecha arg in der Kritik. Vor dem Pride-Monat Juni – in diesem Monat feiert die LGBTIQ-Community und wirbt für mehr Toleranz in der Gesellschaft – hatte Nmecha in den sozialen Medien ein Video geteilt, in dem das Wort «Pride» («Stolz») dem Teufel zugeordnet wird. Ausserdem hatte er schon Beiträge von Matt Walsh geteilt. Dieser ist ein Rechtsaussen-Aktivist aus den USA und gilt als transfeindlich.

«Felix ist sehr jung, seine Religion ist tief in ihm verwurzelt und er ist – wie wir alle – sicher nicht fehlerfrei. Aber er hat uns in intensiven Gesprächen absolut davon überzeugt, dass er kein transphobes oder homophobes Gedankengut in sich trägt.»

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Dennoch habe man mit dem Spieler gemäss der «Süddeutschen Zeitung» ausgemacht, dass er sich in der Garderobe nicht «missionarisch» verhalten soll. Der Spieler ist ebenfalls bemüht, Schärfe aus der Angelegenheit zu nehmen: «Ich glaube, dass einige Dinge aus dem Kontext gerissen wurden. Ich bin Christ, liebe alle Leute und diskriminiere niemanden. Ich hoffe, dass die Fans mir die Chance geben, um mich kennenzulernen.»

Taugt er als Bellingham-Ersatz?

Gelingt es Nmecha, nach den BVB-Verantwortlichen auch die zahlreichen Fans zu überzeugen? Wohl nicht vom einen auf den anderen Tag. Gute Leistungen auf dem Platz dürften helfen. Viele fragen sich, ob 30-Millionen-Mann Nmecha Jude Bellingham (20) wirklich ersetzen kann.

«Wir sind uns sicher, dass Felix sehr schnell ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft werden kann», ist Trainer Edin Terzic (40) jedenfalls von seinem Neuzugang überzeugt. «Wir freuen uns auf Felix und möchten ihn dabei unterstützen, sich als Fussballer und Persönlichkeit weiterzuentwickeln.» (dti)

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