Krasses Geständnis
Stuttgart-Star spielt unter falscher Identität

Silas Wamangituka heisst gar nicht Silas Wamangituka und ist ein Jahr älter. Der Stuttgart-Star legt seine bewegende Lebensgeschichte offen.
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Silas Wamangituka (hier im Duell mit Alaba) heisst eigentlich gar nicht Wamangituka.
Foto: keystone-sda.ch

Silas Wamangituka Fundu – dieser Name liess vergangene Saison das Herz jedes Stuttgart-Fans höher schlagen. Der offensive Wirbelwind traf für den Aufsteiger in 25 Spielen satte 13 Mal. Dann riss sich der Shooting-Star das Kreuzband.

Es wurde still um Silas. Am Dienstagmorgen lässt sein Arbeitgeber jetzt eine Bombe platzen.

Unter dem Titel «Silas klärt seine Identität» räumt der VfB auf mit den Gerüchten, dass der Stürmer unter falschem Namen spiele – er bestätigt diese! Silas heisst nämlich nicht Wamangituka, sondern Silas Katompa Mvumpa. Der Mann ist am 6. Oktober 1998 in Kinshasa (Kongo) geboren und ist somit 22 und nicht 21 Jahre alt.

Vom Vermittler ausgebeutet

Silas legt in der VfB-Meldung seine happige Lebensgeschichte offen. Als grosses Talent spielt er 2017 beim RSC Anderlecht vor. Er besitzt ein Visum bis zum 14. November. Die Belgier wollen ihn unter Vertrag nehmen, beten ihn aber, erst in den Kongo zurückzureisen und mit einem neuen Visum zurückzukehren.

Da passierts. Ein Spielervermittler, dessen Name der VfB nicht rausrücken will, tritt auf den Plan, setzt Silas massiv unter Druck, sagt ihm, wenn er in den Kongo zurückreise, dürfe er nicht wieder nach Europa kommen. «Da Silas sehr jung, völlig unerfahren und allein war, fasst er Vertrauen zu dem Vermittler», schreiben die Stuttgarter weiter.

Hoher psychischer Druck

Die Konsequenzen? Silas wohnt in Paris beim Vermittler, hat keinen Zugang auf seine Papiere und Lohn-Konto und wird von der Umwelt abgeschottet. In dieser Zeit macht ihn der Vermittler ein Jahr jünger und gibt ihm einen neuen Namen.

Warum macht der Vermittler das? Der VfB schreibt: «Es ging vermutlich darum, die Verbindung des Spielers zu seinem Ausbildungsverein im Kongo zu unterbrechen.» Silas aber befindet sich sofort in einem Abhängigkeitsverhältnis mit dem Vermittler: Was, wenn die gefälschte Identität auffliegt? Der Kongolese lebt unter ständiger Angst. «Er lebte im Haus und unter Aufsicht des Vermittlers, sein Gehalt wurde ihm nicht ausgezahlt, sondern er erhielt nur einen Teil davon vom Vermittler. Der Berater drohte zudem fortwährend damit, dass Silas nie wieder Fussball spielen dürfe, wenn der Sachverhalt publik würde.»

Die Wende

Silas kommt beim Paris FC (Ligue 2) unter, wechselt 2019 zum VfB Stuttgart. Nachdem die «L'Equipe» berichtet, dass seine Identität gefälscht sei, fragt die DFL beim VfB nach. Silas' Berater reicht alles ein, die DFL prüft alles. Alles korrekt. Brisant: Der VfB veröffentlichte gar ein Statement, die Sache schien gegessen.

Der Mann hätte also unter seiner falschen Identität weiterkicken können.

Nun aber hat er den Berater gewechselt, Mut gefasst und seine Vergangenheit aufgearbeitet. Heute gehen er und der VfB in die Offensive. Mittlerweile verfügt Silas auch über einen neuen Pass mit seinen richtigen Angaben.

Der VfB steht in Kontakt mit DFL und Behörden, sichert seinem Spieler die vollumfängliche Unterstützung zu.

Wird das Ganze ein Nachspiel haben? Stuttgart geht nicht davon aus, Silas habe immer eine gültige Spiel-Lizenz besessen. Fortsetzung folgt. (rab)

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Bundesliga 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bayern München
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31
81
82
2
Borussia Dortmund
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31
34
67
3
RB Leipzig
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31
24
62
4
VfB Stuttgart
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31
20
57
5
TSG Hoffenheim
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31
16
57
6
Bayer Leverkusen
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31
20
55
7
Eintracht Frankfurt
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31
-2
43
8
SC Freiburg
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31
-8
43
9
FC Augsburg
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31
-16
37
10
FSV Mainz
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31
-10
34
11
Borussia Mönchengladbach
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31
-14
32
12
Werder Bremen
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31
-18
32
13
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31
-20
32
14
1. FC Köln
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31
-8
31
15
Hamburger SV
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31
-16
31
16
FC St. Pauli
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-27
26
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25
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