Joël Schmied über sein Aufstiegs-Halbjahr in Köln und seine verrückten Ferien
«Bundesliga? Ich habe mir das selber nicht zugetraut»

Joël Schmied hat ein aufregendes Jahr hinter sich. Aufstieg mit Sion. Wechsel zu Köln. Aufstieg in die erste Bundesliga. Für den «gmögigen» Berner ist ein Bubentraum in Erfüllung gegangen? Was er selber kaum glauben kann.
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Trainer Friedhelm Funkel hält die Meisterschale der zweiten Bundesliga in den Himmel, Joël Schmied (2.v.l.) ist begeistert.
Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

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Alain KunzReporter Fussball

Kein Wunder ist der Mann aufgedreht. Joël Schmied (26) hat die Kölsche Ballermann-Sause für den Aufstieg in die erste Bundesliga erfolgreich hinter sich gebracht. Nun ist er in Ibiza, «mit ein paar Jungs». Und dann gehts nochmals in die Ferien, diesmal ruhiger. «Familienferien mit Kind», sagt Schmied. Wieder nach Mallorca, mit Schwester, Schwager David von Ballmoos und Freundin. «Und zum Schluss gehe ich mit meiner Freundin nochmals nach Ibiza.» Sie hätten eben sechs Wochen Ferien, sagt der Stadtberner. 

Es tönt fast ein wenig nach Entschuldigung …

Dabei ist Mallorca, Ibiza, Mallorca, Ibiza die verdiente Belohnung für ein grosses Jahr. Gut, der Aufstieg mit Sion war noch in der letzten Saison. Dann das erste Halbjahr im Wallis als Rückkehrer – Schmied war ja schon beim Abstieg mit im Boot gewesen. Danach die hektischen Feiertage, die in der Unterschrift beim Zweitligisten 1. FC Köln gipfeln. Und ein Halbjahr, das für Joël exzellent beginnt – und fantastisch endet. Die ersten drei Spiele spielt er durch, Köln gewinnt sie alle.

Zustände wie im alten Sion ...

«Der Start war super! Doch danach hatte ich mit dem Körper zu kämpfen, musste dreimal das Abschlusstraining abbrechen. Vor allem wegen meiner Patellasehne. Mit dieser Verletzung schleppte ich mich durch die zweite Rückrundenhälfte.» Immer war er aber nicht einsatzbereit. «Teils sagte mir der Trainer, er wolle mich auf der Bank haben, aber wegen der Verletzung nicht einsetzen – nur damit ich dabei bin.» Das sagt schon alles über das Standing aus, das sich Schmied als Mensch, als Typ, auch am Rhein in kürzester Zeit erarbeitet hat. In Sion war er der unumstrittene Chef der Defensive gewesen. Beim Fehlstart der Walliser in die Rückrunde hiess es oft, der Hauptgrund sei, dass der Berner nicht mehr da sei.

Joël Schmied feiert mit Köln Aufstieg
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Wilde Kabinen-Party:Joël Schmied feiert mit Köln Aufstieg

«Es ging um den Aufstieg. Da hat das eigene Ego in den Hintergrund zu rücken.» Jenes von Trainer und Sportchef sowieso. Bis zum Exzess. Zwei Spieltage vor Schluss werden die entlassen – Zustände wie im alten Sion … Schmied lacht laut. «Köln ist bekannt für ziemlichen Druck. Und die Fans haben viel Macht. Wenn die den Kopf von irgendjemandem fordern, dann hat das grosse Wirkung. Es sind 50'000! Im Tourbillon sind es 3000. Aber im Nachhinein wurde wohl alles richtig gemacht. Wir gewinnen die letzten beiden Spiele – und steigen auf.» Mit Trainerlegende Friedhelm Funkel. «Da gings dann nicht darum, das taktische Rad neu zu erfinden», sagt Schmied. «Das wusste Funkel ganz genau. Aber enorme Ruhe auszustrahlen – was in solchen Momenten Gold wert ist.»

Funkel hatte danach keinen Bock, in Köln zu bleiben. Und nun dreht sich das Karussell. Mit drauf: Urs Fischer. «Ui, das wäre sehr gut», denkt Schmied. «Er würde vom Charakter her bestens nach Köln passen. Es würde mich jedenfalls freuen.» 

Mittlerweile hat der Effzeh mit Lukas Kwasniok von Paderborn seinen Trainer wohl ausgewählt, doch die Verpflichtung kann immer noch an der Ablöse scheitern. Tut sie das, könnte Fischer nochmals in die Kränze kommen. Der medienscheue Fischer im Medien-Schmelztiegel Köln? Schmied hat jedenfalls schon seine Erfahrungen gemacht. «Man muss sich abschirmen. Sonst ist man entweder Weltmeister oder der grösste Depp der Stadt. Das haben sie mir schon bei den Vertragsverhandlungen gesagt, dass hier journalistisch kein Blatt vor den Mund genommen werde … und dass die Seiten auch an einem Regentag bei geschlossenem Training gefüllt werden.» Für den immer offenen und lebenslustigen Berner aber kein Problem.

Bayern, BVB, Bayer 04 – ein Bubentraum

Auch was es bedeutet, in Köln Feste zu feiern, hat der Schweizer gelernt. «Wir waren nicht darauf vorbereitet, die Meisterschale in den Himmel halten zu dürfen. Das hat dem ganzen nochmals eine andere Wirkung gegeben.» Und das potenzierte sich danach noch, als die Helden nach der Aufstiegsparty um die Häuser zogen. Auch den Karneval hat Schmied schon erlebt, kaum war er in der Millionenstadt. «Eindrücklich. Sehr eindrücklich!»

Wie auch das, was nun auf Schmied zukommt: Bayern, der BVB, Leverkusen und Konsorten. «Ich habe als kleiner Bub immer Bundesliga geschaut. Deshalb geht ein absoluter Bubentraum in Erfüllung. Das hätte ich mir selber nicht zugetraut, als ich vor ein paar Jahren noch in der Promotion League kickte – bei Breitenrain. Super, dass so ein Spätzünder die Bundesliga packen kann … Aber wir werden keine Angst haben. Und als FC Köln auch gegen die ganz Grossen gewinnen wollen.»

Grossartig, wie CC ruhig blieb

Mitgefiebert hat er aber auch mit dem FC Sion. «Ich habe jedes Spiel geschaut, das ich konnte. Nun ist ja Ende gut, alles gut. Für mich gehört Sion eigentlich in die Top sechs. Ich hoffe, sie können nächste Saison eine Schippe zulegen.» Etwas will er doch noch bemerkt haben: «Fast noch grossartiger, wie der Präsi ruhig geblieben ist und an Didier Tholot bis zum Schluss festgehalten hat.»

In Köln hingegen braucht es einen Windhauch – und schon bleibt kein Stein auf dem anderen. Da können wir nur sagen. Viel Spass, Joël!

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Borussia Dortmund
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VfB Stuttgart
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RB Leipzig
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Eintracht Frankfurt
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