Darum gehts
Blick: Gregor Kobel, diese Woche wurden Sie vom «Kicker» zum besten Goalie der Bundesliga gewählt. Was bedeutet Ihnen eine solche Auszeichnung?
Gregor Kobel: (Lacht). Das freut mich natürlich. Aber ich überlasse diese Beurteilungen sehr gerne anderen.
Die Saison von Borussia Dortmund ist am Wochenende mit dem Vize-Meistertitel zu Ende gegangen. Wie fällt Ihre Bilanz aus?
Mit unserer Punkteausbeute von 73 können wir sehr zufrieden sein. Das ist die fünftbeste Punkteausbeute in der BVB-Historie. Das ist sehr positiv. Im Pokal und in der Champions League sieht es etwas anders aus. Da sind wir sicher nicht so weit gekommen, wie wir uns das vorgestellt haben.
Trotz der starken Bundesliga-Saison von Dortmund beträgt der Rückstand auf Bayern München am Ende aber 16 Punkte.
Die Bayern haben in dieser Saison eine sehr starke Mannschaft zusammen und eine sehr gute Saison gespielt. Ich kann ihnen zur Meisterschaft nur gratulieren.
Muss man sich nicht eingestehen, dass der Rekordmeister derzeit einfach ausser Reichweite liegt?
Klar, wir gehen in der Aussenseiterrolle in die Saison. Trotzdem haben wir unsere Ambitionen und wollen immer das Maximum herausholen. Es mit diesem Bayern München aufzunehmen, ist eine Herausforderung. Aber mir machen Herausforderungen Spass.
Gregor Kobel kommt am 6. Dezember 1997 in Zürich zur Welt. Er wächst im Zürcher Seefeld auf, wo er bei den F-Junioren seine Karriere startet, bald aber schon zu GC wechselt. Mit 16 folgt der Schritt nach Deutschland in die Nachwuchsabteilung von Hoffenheim. In Sinsheim feiert er im September 2018 sein Bundesliga-Debüt. Via Augsburg und Stuttgart folgt 2021 der Wechsel nach Dortmund. Mit dem BVB erreicht Kobel 2024 den Champions-League-Final. Für die Nati bestritt Kobel bislang 20 Länderspiele und nahm an drei Endrunden teil. Seit Herbst 2024 ist er die Nummer eins im Schweizer Tor.
Gregor Kobel kommt am 6. Dezember 1997 in Zürich zur Welt. Er wächst im Zürcher Seefeld auf, wo er bei den F-Junioren seine Karriere startet, bald aber schon zu GC wechselt. Mit 16 folgt der Schritt nach Deutschland in die Nachwuchsabteilung von Hoffenheim. In Sinsheim feiert er im September 2018 sein Bundesliga-Debüt. Via Augsburg und Stuttgart folgt 2021 der Wechsel nach Dortmund. Mit dem BVB erreicht Kobel 2024 den Champions-League-Final. Für die Nati bestritt Kobel bislang 20 Länderspiele und nahm an drei Endrunden teil. Seit Herbst 2024 ist er die Nummer eins im Schweizer Tor.
In dieser Saison sind Sie 15 Mal ohne Gegentor geblieben – eingestellter Vereinsrekord. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer persönlichen Entwicklung?
Ich habe sicher eine gute Saison hinter mir. Trotzdem nehme ich mir immer vor, weiter an Dingen zu arbeiten. Schliesslich habe ich ja auch noch ein paar Jahre vor mir (lacht). Mir macht es Spass, immer wieder an kleinen Schrauben zu drehen und mich so als Goalie immer weiterentwickeln zu können.
Dazu könnte früher oder später auch ein Klubwechsel gehören. In jedem Transferfenster gibt es Gerüchte um Sie. Kommt es in diesem Sommer zum nächsten Schritt?
Ich habe noch zwei Jahre Vertrag und fühle mich sehr wohl in Dortmund, das weiss auch jeder. Ich mache mir solche Gedanken nicht und gebe keine Kommentare zu Gerüchten ab. Der Klub und die Fans verdienen es, dass ich mich immer 100 Prozent auf das Hier und Jetzt konzentriere und genau das mache ich. Das gilt auch für die Nati-Fans. Ab jetzt liegt mein Fokus voll auf der WM.
Sie gehen zum ersten Mal als Nummer eins in ein grosses Turnier. Was verändert das?
Es ist etwas ganz anderes, wenn du weisst, du wirst in jedem Spiel zum Einsatz kommen. Das ist eine andere mentale Herausforderung, als wenn du als Ersatzmann an ein Turnier reist und deine Aufgabe darin besteht die anderen zu unterstützen.
Ein WM-Spiel haben Sie trotzdem bereits absolviert. In Katar sind Sie im Gruppenspiel gegen Serbien (3:2) zum Einsatz gekommen. Welche Erinnerungen haben Sie an das Turnier 2022?
Nachdem ich ein Jahr zuvor für die EM nachnominiert worden bin, war es mein allererstes grosses Turnier, bei dem ich von Anfang an dabei sein durfte. Darum wird diese WM nicht nur wegen des Serbien-Spiels für mich immer in ganz besonderer Erinnerung bleiben.
Wie hat sich Ihre Rolle innerhalb der Nati in den vergangenen Jahren verändert?
Als Nummer eins übernimmst du sicher noch einmal eine andere Funktion. Ich bin aber keiner, der sich krampfhaft in eine Leaderrolle reindrängt. Die Strukturen im Team sind seit vielen Jahren gewachsen. Die Jungs wissen, worauf es ankommt. Das ist gut so. Mein Fokus liegt immer darauf dem Team zu helfen, mit meinen Qualitäten auf dem Platz oder daneben.
Was liegt für die Nati an der WM drin?
Wenn wir unser ganzes Potenzial abrufen, können wir jedem Gegner Probleme bereiten. Das haben wir nicht nur an der letzten EM bewiesen.
Wirft man als Spieler auch schon mal einen Blick auf den Turnierbaum, um zu prognostizieren, auf welche Gegner man in der K.o.-Phase treffen könnte?
Darum kommt man ja fast nicht herum. Aber ich beschäftige mich nicht extrem damit.
Das heisst aber, Sie wissen, dass es bei einem Gruppensieg im Achtelfinal erneut zum Duell mit Portugal kommen könnte?
Schauen wir mal, ob es tatsächlich so weit kommt. Nach der letzten WM haben wir mit Portugal aber schon noch eine gröbere Rechnung offen.
Im letzten Sommer hat die Nati zwei Testspiele in den USA absolviert. Wie hilfreich kann diese Erfahrung für das WM-Turnier werden?
Das wird sich zeigen. Dass wir gewisse Abläufe bereits erlebt haben, kann sehr hilfreich sein. Für das Team und den Staff.
Gilt das auch für die Klub-WM, die sie mit Dortmund bestritten haben?
Ich denke, davon kann ich sicher auch profitieren. Wir sind viel von Spielort zu Spielort gereist und haben schon verschiedene Stadien gesehen. Die WM wird trotzdem noch einmal ganz andere Voraussetzungen mit sich bringen.
Wie blicken Sie auf die aktuelle politische Lage im WM-Gastgeberland USA?
Ich versuche, eine gewisse Abgrenzung zu ziehen. Sport ist etwas Schönes, das Menschen miteinander verbindet. Den Fussball zeichnet aus, dass unterschiedlichste Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaften zusammen auf dem Platz stehen, da gibt es keine Unterschiede.
Interessieren Sie politische Themen gar nicht?
Doch, natürlich informiere ich mich und bekomme Sachen mit. Ich finde aber nicht, dass ich überall meinen Senf dazugeben muss. Das müssen wir Fussballer sowieso schon häufiger, als es uns lieb ist. Es gibt zahlreiche Menschen, die eine qualifiziertere politische Meinung abgeben können als ich.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Bayern München | 34 | 86 | 89 | |
2 | Borussia Dortmund | 34 | 36 | 73 | |
3 | RB Leipzig | 34 | 19 | 65 | |
4 | VfB Stuttgart | 34 | 22 | 62 | |
5 | TSG Hoffenheim | 34 | 13 | 61 | |
6 | Bayer Leverkusen | 34 | 21 | 59 | |
7 | SC Freiburg | 34 | -6 | 47 | |
8 | Eintracht Frankfurt | 34 | -4 | 44 | |
9 | FC Augsburg | 34 | -16 | 43 | |
10 | FSV Mainz | 34 | -9 | 40 | |
11 | Union Berlin | 34 | -14 | 39 | |
12 | Borussia Mönchengladbach | 34 | -11 | 38 | |
13 | Hamburger SV | 34 | -14 | 38 | |
14 | 1. FC Köln | 34 | -14 | 32 | |
15 | Werder Bremen | 34 | -23 | 32 | |
16 | VfL Wolfsburg | 34 | -24 | 29 | |
17 | 1. FC Heidenheim 1846 | 34 | -31 | 26 | |
18 | FC St. Pauli | 34 | -31 | 26 |



