Darum gehts
- Marie-Louise Eta wird bei Union Berlin erste Cheftrainerin eines Männer-Bundesliga-Teams
- Die 34-Jährige war zuvor Co-Trainerin und U20-Weltmeisterin im Fussball
- Union kämpft um Bundesliga-Verbleib, Eta trainiert Team für verbleibende fünf Spiele
Union Berlin schreibt gerade Fussballgeschichte. Nicht weil die Unioner eine überragende Saison spielen würden – eher im Gegenteil. Die Köpenicker stehen nach 29 Spieltagen zwar auf dem elften Platz, doch die Relegation ist immer noch möglich. Nach dem 1:3 gegen Abstiegskandidat Heidenheim wird Trainer Steffen Baumgart entlassen. Für den 54-Jährigen übernimmt Marie-Louise Eta (34) die Zügel an der Seitenlinie – es ist das erste Mal, dass eine Frau als Cheftrainerin bei einem Männer-Bundesliga-Team fungiert.
Sport-Zeitungen wie die französische «L'Equipe» oder die italienische «Gazzetta dello Sport» schreiben von einer Personalie mit «historischer» Dimension. Doch wer ist die 34-Jährige eigentlich?
War bereits Co-Trainerin
Eta ist bei den Berlinern keine Unbekannte. Nachdem Urs Fischer im November 2023 entlassen wurde, stand die gebürtige Dresdnerin unter Interimscoach Marco Grote und später unter Nenad Bjelica als erste Co-Trainerin an der Seitenlinie. Nach der Verpflichtung von Bo Svensson als Cheftrainer im Mai 2024 kehrte sie gemeinsam mit Grote wieder zur U19 zurück. Jetzt übernimmt sie für die verbleibenden fünf Spiele die Verantwortung. Zur Feuertaufe kommt es kommenden Samstag gegen Krisenklub Wolfsburg.
Allerdings spricht Eta nicht gerne darüber, dass sie die erste Frau im Männer-Profibetrieb ist. Während ihres ersten Engagements sagte sie in einem Podcast des «Kicker»: «Ich will einen Job nicht bekommen, nur weil ich eine Frau bin.» Viel mehr wolle sie mit Qualität und Inhalt überzeugen.
Es ist bereits klar, dass Eta nur bis zum Ende dieser Saison das Männer-Team leiten wird. Danach wird sie Cheftrainerin des Profi-Frauenteams von Union. Dies war bereits vor ihrem Interims-Engagement als Männer-Cheftrainerin klar und daran soll sich auch nichts ändern.
U20-Weltmeisterin und Champions-League-Siegerin
Eta spielte vor ihrer Trainerinnenkarriere selbst Fussball – und das sehr erfolgreich. Mit 16 Jahren gab sie bei Turbine Potsdam ihr Bundesliga-Debüt, gewann dreimal die Meisterschaft und feierte 2010 den Champions-League-Sieg. In derselben Saison holte sie mit dem U20-Nationalteam den Weltmeistertitel. Nach mehreren Wechseln und Verletzungen beendete sie im Alter von nur 26 Jahren ihre Karriere bei Werder Bremen.
In Bremen stieg sie ins Trainer-Business ein, erlangte dort auch die Uefa-Pro-Lizenz, die ihr erlaubt, Männer-Teams auf höchster Stufe zu trainieren. Seit 2023 ist Eta bei Union angestellt und nun voller Vorfreude auf ihre neue Rolle: «Der Verbleib in der Bundesliga ist angesichts der Punkteabstände in der unteren Tabellenhälfte noch nicht gesichert. Ich freue mich, dass mir der Verein diese anspruchsvolle Aufgabe anvertraut. Eine Stärke von Union war und ist es, in solchen Situationen gemeinsam alle Kräfte zu bündeln. Und natürlich habe ich die Überzeugung, dass wir mit dem Team die entscheidenden Punkte holen.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Bayern München | 29 | 78 | 76 | |
2 | Borussia Dortmund | 29 | 31 | 64 | |
3 | VfB Stuttgart | 29 | 22 | 56 | |
4 | RB Leipzig | 29 | 20 | 56 | |
5 | Bayer Leverkusen | 29 | 20 | 52 | |
6 | TSG Hoffenheim | 29 | 14 | 51 | |
7 | Eintracht Frankfurt | 29 | 0 | 42 | |
8 | SC Freiburg | 29 | -5 | 40 | |
9 | FSV Mainz | 29 | -9 | 33 | |
10 | FC Augsburg | 29 | -17 | 33 | |
11 | Union Berlin | 29 | -17 | 32 | |
12 | Hamburger SV | 29 | -13 | 31 | |
13 | 1. FC Köln | 29 | -7 | 30 | |
14 | Borussia Mönchengladbach | 29 | -14 | 30 | |
15 | Werder Bremen | 29 | -20 | 28 | |
16 | FC St. Pauli | 29 | -25 | 25 | |
17 | VfL Wolfsburg | 29 | -26 | 21 | |
18 | 1. FC Heidenheim 1846 | 29 | -32 | 19 |

