«Es klebt Blut an dem Geld»
Fans laufen wegen neuem Dortmund-Sponsor Sturm

Borussia Dortmund betritt Neuland. Der Klub holt einen Rüstungskonzern als Sponsor an Bord. Das stösst nicht nur auf Verständnis, sondern sorgt für mächtig Unruhe unter den Fans.
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In London ist alles bereit für den Champions-League-Final zwischen Dortmund und Real Madrid.
Foto: keystone-sda.ch
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Ramona BieriRedaktorin Sport

Am Samstag bestreitet Borussia Dortmund das wichtigste Spiel des Jahres: den Final der Champions League gegen Real Madrid (21 Uhr, im Blick-Liveticker). «Es gibt jetzt nur noch ein einziges Thema, und das ist dieser Final», sagte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl (44) am Dienstag. Und fügte an: «Ich würde mir wünschen, dass wir uns auf dieses Spiel konzentrieren.»

Wünsche können wahr werden. Tun sie aber nicht immer. So auch nicht in diesem Fall. Und das haben die Dortmunder selber zu verantworten. Einen Tag nach Kehls Aussage präsentiert der Klub einen neuen Sponsor: In den nächsten drei Jahren wird er vom Rüstungskonzern Rheinmetall unterstützt. Über den genauen Betrag wurde Stillschweigen vereinbart, gemäss «Handelsblatt» soll der Klub pro Jahr einen einstelligen Millionen-Betrag bekommen.

Bewusst für Diskurs öffnen

Dortmund betritt mit dieser Zusammenarbeit Neuland. Noch nie hatte ein Bundesligist einen Rüstungskonzern als Sponsor. «Sicherheit und Verteidigung sind elementare Eckpfeiler unserer Demokratie», wird BVB-Boss Hans-Joachim Watzke auf der Homepage zitiert. «Gerade heute, da wir jeden Tag erleben, wie Freiheit in Europa verteidigt werden muss.» Er betont, dass wir uns «mit dieser neuen Normalität» auseinandersetzen sollten. Deswegen öffne sich «Borussia Dortmund ganz bewusst für einen Diskurs».

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Auf Social Media sorgt der neue Sponsor für heftige Reaktionen. Denn Rheinmetall ist nicht irgendein Unternehmen, sondern Deutschlands grösster Waffenhersteller – und Profiteur von Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine. Seit dessen Beginn hat sich der Aktienkurs verfünffacht.

«Es klebt Blut an dem Geld»

Kein Wunder, schlägt das Ganze hohe Wellen. Unter dem Post auf X gibt es nur vereinzelte Stimmen, die den Deal gut finden. Die grosse Mehrheit wählt Worte wie «ekelhaft», «schämt euch» und «widerlich». «Man kann doch nicht mit einem Unternehmen kooperieren, das vom Leid und Krieg in dieser Welt profitiert», schreibt ein User. Und ein anderer meint: «Es klebt Blut an dem Geld. Nun beschmiert sich der BVB damit.»

Einige gehen noch weiter und kündigen dem BVB ihre Fan-Liebe – und die Mitgliedschaft. Und wollen gar, dass am Samstag Real Madrid triumphiert. Zudem drückt eine Gruppe mit einer Kundgebung vor der Geschäftsstelle ihren Unmut aus.

Diese Nebengeräusche trüben die Vorfreude auf den Final. Und Befürworter wie Gegner fragen sich wohl, wieso der Deal nicht erst nächste Woche verkündet wurde.

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Bundesliga 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bayern München
Bayern München
28
73
73
2
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
28
32
64
3
RB Leipzig
RB Leipzig
28
19
53
4
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
28
18
53
5
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
28
14
50
6
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
28
19
49
7
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
28
-1
39
8
SC Freiburg
SC Freiburg
28
-6
37
9
FSV Mainz
FSV Mainz
28
-8
33
10
Union Berlin
Union Berlin
28
-15
32
11
FC Augsburg
FC Augsburg
28
-17
32
12
Hamburger SV
Hamburger SV
28
-9
31
13
Borussia Mönchengladbach
Borussia Mönchengladbach
28
-13
30
14
Werder Bremen
Werder Bremen
28
-18
28
15
1. FC Köln
1. FC Köln
28
-9
27
16
FC St. Pauli
FC St. Pauli
28
-20
25
17
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
28
-25
21
18
1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
28
-34
16
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