Darum gehts
- FCZ-Captain Yanick Brecher steht nach neun Gegentoren zur Diskussion
- Top-Talent Silas Huber wird als mögliche Alternative gehandelt
- Brecher gehört mit 70 Paraden zu Liga-Top-3, Save-Quote nur 63 Prozent
Yanick Brecher (32) hat mit dem FC Zürich die Meisterschaft gewonnen und den Cup. Mit 365 Einsätzen für den Klub seiner Jugend ist er ein Monument, in der Kurve geniesst er den Status der Identifikationsfigur. Doch das Urgestein wankt.
Im Februar 2018 hatte der damalige Coach Ludovic Magnin (46) Brecher zum Durchbruch verholfen, im Sommer 2019 machte er ihn zum Captain. Seit jenem Moment galt Brechers Position jahrelang als unantastbar – doch nun könnte die lange sakrosankte Personalie zum seriösen Thema werden. Es gibt nach Blick-Informationen inzwischen mehrere relevante Experten, die sich eine Goalie-Rochade vorstellen könnten: von Brecher zu Top-Talent Silas Huber (20).
Dieses Gedankenspiel ist nach neun Gegentoren innerhalb von drei Runden aktueller denn je und nicht ganz neu: Bereits Ex-Coach Mitchell van der Gaag (54) soll sich damit befasst und kurze Zeit später wegen einer Delegation um Brecher den Job verloren haben. Nun keimt die Goalie-Debatte nach einem chaotischen Klassiker (3:4) erneut auf.
Kritische Stimmen aus dem FCZ-Umfeld
Als sich der FCZ nach Kénys 2:1 auf Kurs wähnt, schätzt der Zürcher Schlussmann einen langen Ball Schmids falsch ein und wird von Xherdan Shaqiri düpiert. Mit seinem Fauxpas leitet der Routinier die spektakuläre Wende ein. Brecher spricht hinterher davon, «im Nirgendwo» zu stehen. Mit seiner selbstkritischen Analyse liegt der 32-Jährige richtig: Der Captain tut sich in einer erneut unruhigen Saison schwer damit, eine Orientierungshilfe zu sein.
Es gibt Stimmen aus dem nahen FCZ-Umfeld, die ihm vorhalten, die nervöse Reihe vor ihm unter Druck zu wenig konstruktiv zu führen. Seine Defizite in der Spielauslösung sind kein Geheimnis.
Statistisch gibt es beim Dossier Brecher allerdings verschiedene Anhaltspunkte. Mit total 70 Paraden gehört er zur Top 3 der Liga, bei der Save-Quote hingegen ist er mit nur 63 Prozent im letzten Viertel der Stamm-Goalies zu finden. Diese Zahlen sind indes mit Vorsicht zu geniessen – in beiden Fällen wird die Qualität der gegnerischen Schüsse nicht berücksichtigt. Im Bereich der «Advanced Stats» ist ein Wert spannend: Brecher hat 2,3 Gegentreffer mehr zugelassen, als aufgrund der exakt kalkulierten Chancen-Qualität zu erwarten war. Sieben Super-League-Torhüter stehen in dieser Statistik besser da.
Der Poker beginnt
Neben den Zahlen und Fakten gibt es bei den weichen Faktoren viel Interpretationsspielraum. Dazu gehört die Körpersprache, die Aura, der Nimbus. Erfüllt Brecher diese Ansprüche allesamt? Vertrauen die Mitspieler ihm nach wie vor zu 100 Prozent? Oder ist der Kredit seiner meisterlichen Saison 2022 aufgebraucht?
Der Mann der (nahen) Zürcher Zukunft müsste Silas Huber sein. Insider der Szene sprechen im Zusammenhang mit dem 20-Jährigen von einem Schweizer Ausnahme-Spieler. Er habe das Gesamtpaket für eine internationale Laufbahn zu bieten: Athletik, Klasse am Ball, Team-Spirit, Winner-Mentalität und die totale Überzeugung, für den nächsten Schritt bereit zu sein.
Der FCZ ist gut beraten, die Signale in dieser Torhüter-Causa richtig zu deuten. Die Ausgangslage ist brisant: Ein Altmeister mit Hausmacht, der wackelt, und ein ambitionierter U21-National-Torhüter mit Vertrag bis 2029, der sich eine zeitnahe Chance erhofft. Der Poker hat begonnen.
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