Das Spiel
Was für ein spektakulärer 236. Klassiker – mit dem besseren Ende für den FCB. Die Basler gewinnen dank eines überragenden Xherdan Shaqiri, der in der vierten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt, mit 4:3. Während der FCZ damit nach wie vor auf den ersten Sieg in diesem Kalenderjahr wartet, feiern die Bebbi eben diesen. Wichtig ist dieser Erfolg vor allem für Coach Ludovic Magnin, der nach den eher dürftigen Leistungen zuletzt mächtig unter Druck stand.
Dabei beginnt das Job-Endspiel für Magnin denkbar schlecht. Nach dem frühen Rückstand in der Europa League gegen Salzburg legt der FCB erneut einen kapitalen Fehlstart hin. Gerade einmal 35 Sekunden sind gespielt, als Phaëton das Heimteam in Führung schiesst. Der Unterschied zur Partie gegen Salzburg? Diesmal zeigen die Basler eine schnelle Reaktion. Shaqiri bestraft einen Ballverlust von Reichmuth und gleicht aus.
Nach diesen torreichen Startminuten bekommen die Fans im Letzigrund auch im Anschluss eine umkämpfte, fehlerhafte und vor allem spektakuläre Partie zu sehen. Nach mehreren guten Möglichkeiten auf beiden Seiten und der vermeintlichen FCB-Führung, die nach Eingriff des VAR zurückgenommen wird (31.), sind es die Zürcher, die über den nächsten Treffer jubeln dürfen. Weil Shaqiri, mit gütiger Mithilfe von FCZ-Goalie Brecher, aber erneut die passende Antwort parat hat, geht es mit einem Remis in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel geht es im gleichen Stil weiter. Agbonifo verpasst die erstmalige FCB-Führung noch, wenig später macht es Otele besser. Doch auch die Zürcher beweisen Nehmerqualitäten – und Dennis Hediger ein goldenes Händchen. Nur eine Minute nach seiner Einwechslung gleicht Reverson die Partie erneut aus. Und eigentlich könnten in der Schlussphase auch noch mehr Treffer fallen, doch Schmid (67.) und Daniliuc (75.) auf der einen sowie Ihendu, Kény und Reverson (70.) auf der anderen Seite verpassen den Siegtreffer aus bester Position.
Am Ende ist es FCB-Mastermind Xherdan Shaqiri, der in der Nachspielzeit seinen Hattrick komplettiert – und den FCB zum 4:3-Sieg schiesst. Ob das reicht, um Magnins Job zu retten?
Die Tore
1. Minute, Matthias Phaëton, 1:0. Das ist sehr stark gespielt! Kény legt mit der Hacke auf Krasniqi ab, der Phaëton in die Tiefe schickt. Dieser zieht aus spitzem Winkel ab und düpiert FCB-Goalie Hitz in der kurzen Ecke. Dass Phaëton beim Jubel in der 1. Minute das Trikot auszieht und dafür früh Gelb kassiert, ist dann weniger schlau.
11. Minute, Xherdan Shaqiri, 1:1. Reichmuth verliert den Ball in der eigenen Hälfte leichtfertig. Otele hat viel Platz und lanciert Shaqiri, der alleine vor Brecher cool bleibt und zum Ausgleich einschiebt.
44. Minute, Philippe Kény (Penalty), 2:1. Daniliuc stellt sich im eigenen Strafraum sehr ungeschickt an und reisst Phaëton zu Boden. Den fälligen Penalty von Kény pariert Hitz, doch der FCB-Goalie hat sich zu früh von der Linie bewegt. Im zweiten Anlauf macht es Kény besser und wuchtet den Ball unhaltbar ins Lattenkreuz.
45+3. Minute, Xherdan Shaqiri, 2:2. Schmid schickt Shaqiri mit einem hohen Ball in die Tiefe. Der FCB-Captain behauptet sich im Laufduell mit Reichmuth und überlupft FCZ-Goalie Brecher, der viel zu weit vor seinem Kasten steht.
51. Minute, Philip Otele, 2:3. Wieder führt ein Geniestreich von Shaqiri zum Treffer. Er chippt einen Freistoss über die Mauer und bedient so den einstartenden Otele, der den Ball annimmt und anschliessend im Tor versenkt, ohne von der schläfrigen FCZ-Abwehr gestört zu werden.
64. Minute, Damienus Reverson, 3:3. Jetzt patzt auch FCB-Goalie Hitz. Di Giusto zieht aus der Distanz ab. Sein Abschluss ist zwar nicht besonders präzise, trotzdem lässt Hitz den Ball nach vorne abprallen. Reverson ist zur Stelle und staubt ab.
90+4. Minute, Xherdan Shaqiri, 3:4. Shaqiri wird in der Nähe des FCZ-Strafraums nicht richtig angegriffen. Er täuscht zweimal clever an und versenkt den Ball dann in der unteren linken Ecke.
Die Stimmen
FCB-Coach Ludovic Magnin gegenüber Blue: «Es hat uns natürlich ein paar Nerven gekostet, aber ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft. Nach dem frühen Rückstand wären viele Mannschaften zusammengebrochen und wir nicht. Das zeigt, dass die Kabine intakt ist. Wir sind froh, dass wir endlich mal den Lucky Punch erzielen konnten. Wenn man sich das ganze Spiel anschaut, ist das mehr als verdient.»
Der Beste
In Salzburg darf er schon nach 45 Minuten unter die Dusche, um seine Kräfte für den Klassiker zu schonen. Xherdan Shaqiri nutzt die gewonnene Energie für drei Tore und einen Assist. Unfassbar, wie er in der 94. Minute noch die Kraft hat, das Duell gegen Cheveyo Tsawa zu gewinnen und den Ball in der rechten Ecke zu verstecken. Und wenn Jeremy Agbonifo den Ball aus fünf Metern ins Tor bringen würde, wären es sogar zwei vorbereitete Tore. Das gibt eine Sechs mit Sternchen.
Der Schlechteste
Das Spiel wird zur kleinen Lehrstunde für Miguel Reichmuth. Der 22-Jährige gehört beim FCZ zu den Aufsteigern der letzten Wochen. Aber gegen Basel wirkt er im zentralen Mittelfeld mehr als einmal überfordert. Etwa, als er den Ball vor dem 0:1 an Koba Koindredi verliert. Oder als er nächster Beobachter bei Xherdan Shaqiris Geniestreich zum 2:2 ist. Wobei bei diesem Tor vor allem auch Goalie Yanick Brecher alles andere als gut aussieht.
Das gab zu reden
Wird die Partie zum Abschiedsspiel für Ludovic Magnin? Das ist die grosse Frage vor dem Anpfiff. Der FCB-Trainer erwartet eine «grosse Reaktion». Ob dieses Spiel als so etwas durchgeht? Es könnte. Zumindest steht fest, dass ein Team, das zweimal einen Rückstand aufholt und in der 94. Minute den Siegtreffer erzielt, nicht gegen seinen Trainer spielt.
Die Schiris
Am Ende stehen jeweils die richtigen Entscheidungen. Aber warum brauchen Fedayi San und seine Assistenten den Video-Beweis, um das vogelwilde Foul von Flavius Daniliuc an Matthias Phaëton zu erkennen? Dreimal braucht San den VAR, dreimal entscheidet er danach korrekt. Bei Dion Kacuris Tor war die Hand mit im Spiel. Marwin Hitz war bei seinem gehaltenen Penalty gegen Philippe Kény vor der Linie. Und ja, Daniliuc hat (warum auch immer) Phaëton penaltyreif umgerissen.
Die Fans
Die beiden Fankurven sind voll. Der Rest des Stadions ist ordentlich gefüllt. 18’878 sind gekommen, das bedeutet Saisonrekord für ein FCZ-Heimspiel.
So gehts weiter
Der FCZ spielt am nächsten Sonntag (16.30 Uhr) auswärts bei YB, der FCB empfängt zur selben Zeit Leader Thun. Zuerst müssen die Basler am Donnerstag (21 Uhr) aber noch in der Europa League gegen Viktoria Pilsen (Tsch) ran.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun 2:0 | 23 | 24 | 52 | |
2 | FC Lugano | 23 | 11 | 41 | |
3 | FC St. Gallen | 21 | 14 | 38 | |
4 | FC Basel | 22 | 8 | 36 | |
5 | FC Sion | 23 | 6 | 34 | |
6 | BSC Young Boys | 23 | -2 | 33 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC 0:2 | 23 | -7 | 25 | |
9 | FC Zürich | 22 | -11 | 25 | |
10 | FC Luzern | 23 | -3 | 24 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 23 | -11 | 20 | |
12 | FC Winterthur | 22 | -31 | 14 |






