Darum gehts
- Julia Simic ist seit Januar Assistentin von Rafel Navarro in der Nati
- Sie kombiniert Trainer-, TV- und Spielerfahrung sowie vielseitige Sprachkenntnisse
- Mit 36 Jahren bringt Simic als Ex-Spielerin wertvolle Perspektiven ins Team
Trainerin, TV-Expertin, Sportwissenschaftlerin, selbständige Unternehmerin bei der Organisation von Fussball-Camps für Mädchen weltweit. Julia Simic (36) ist ein Tausendsassa – und seit dem 1. Januar erste Assistentin von Rafel Navarro (40) in der Nati. «Ihr Profil passt perfekt zu uns. Sie bringt eine positive Energie in die Gruppe rein», sagt Johan Djourou, der Technische Leiter des SFV. Auch dank ihrer Vita als Ex-Spielerin und der vielseitigen Sprachkenntnisse wegen ist Simic die perfekte Ergänzung zu Navarro, der kein Deutsch spricht.
Viele Fussball-Fans kennen Simic vor allem als TV-Expertin. Regelmässig analysiert sie auf Sky am Samstagabend an der Seite von Lothar Matthäus das Topspiel der deutschen Bundesliga. Für Simic eine Erfahrung, von der sie enorm profitieren kann. «Es ist für mich ein Privileg, wenn ich in einem vollen Stadion bin, mich mit Bundesliga-Trainern austauschen und mit Lothar auf Augenhöhe Spiele analysieren kann», so Simic. Vor einigen Jahren sei dies in Deutschland noch unvorstellbar gewesen. «Als Frau im Männerfussball ist man auch heute noch ein Exot.» Nun will sie mithelfen, dass dies zur Normalität wird.
Hauptberuf: Trainerin
Sie werde oft gefragt, was sie neben ihrem Job als TV-Expertin noch mache. «Aber mein Hauptberuf ist Trainerin», stellt Simic klar. Lange war sie in Frankfurt Assistentin von Friederike Kromp bei der U20, im Sommer wurde sie dann zur Cheftrainerin befördert. Dass sie nun quasi wieder ins zweite Glied rückt, ist für sie kein Problem. «Die Rolle ist für mich zweitrangig. Ich wollte mit Erwachsenen zusammenarbeiten und sehe das grosse Ganze auf meinem Weg als Trainerin.»
Nach dem 2:0 gegen Nordirland folgt für die Nati am Samstag auf Malta der zweite Auftritt in der WM-Quali. Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Enttäuschung, verlor doch die Nummer 88 der Weltrangliste zum Auftakt in der Türkei mit 0:3. Star der Equipe von der kleinen, südlich von Sizilien gelegenen Inselgruppe mit seinen gut 500'000 Einwohnern ist Haley Bugeja (21), die seit 2023 bei Inter Mailand unter Vertrag steht.
«Wir müssen mutiger spielen, bei den Pässen und Flanken genauer sein und mehr aus der zweiten Reihe schiessen», sagt Géraldine Reuteler. Trainer Rafel Navarro pflichtet ihr bei: «Wir müssen einen höheren Rhythmus gehen und ein aggressiveres Pressing aufziehen.» Die verletzte Julia Stierli dürfte durch die zuletzt gesperrte Noelle Maritz ersetzt werden. Gut möglich, dass im Sturm Svenja Fölmli nach ihrem Joker-Tor gegen Nordirland eine Chance bekommt.
Nach dem 2:0 gegen Nordirland folgt für die Nati am Samstag auf Malta der zweite Auftritt in der WM-Quali. Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Enttäuschung, verlor doch die Nummer 88 der Weltrangliste zum Auftakt in der Türkei mit 0:3. Star der Equipe von der kleinen, südlich von Sizilien gelegenen Inselgruppe mit seinen gut 500'000 Einwohnern ist Haley Bugeja (21), die seit 2023 bei Inter Mailand unter Vertrag steht.
«Wir müssen mutiger spielen, bei den Pässen und Flanken genauer sein und mehr aus der zweiten Reihe schiessen», sagt Géraldine Reuteler. Trainer Rafel Navarro pflichtet ihr bei: «Wir müssen einen höheren Rhythmus gehen und ein aggressiveres Pressing aufziehen.» Die verletzte Julia Stierli dürfte durch die zuletzt gesperrte Noelle Maritz ersetzt werden. Gut möglich, dass im Sturm Svenja Fölmli nach ihrem Joker-Tor gegen Nordirland eine Chance bekommt.
Zur Schweiz hatte Simic schon immer ein spezielles Verhältnis. Mit Lia Wälti spielte sie einst zusammen in Potsdam, mit Alisha Lehmann bei West Ham. Mit ihr und Ramona Bachmann teilte sie später auch in London eine WG, die zum Begegnungsort für viele wurde. «Es war immer was los in unserem kleinen Häuschen, da wir praktisch immer Tag der offenen Tür hatten.» Es sind schöne Erinnerungen für Simic, die lächelnd anfügt: «Ich hatte noch nie Streit mit einer Schweizerin.»
«Diesem Team sind keine Grenzen gesetzt»
Doch eine reine Wohlfühloase schwebt Simic in der Nati nicht vor. «Ich sehe uns als eine Art Familie, die sich reibt und sich damit nach vorne bringt.» Man komme zusammen, nicht nur um eine schöne Zeit zu haben, sondern auch um etwas zu gewinnen. «Die Schweizer sind immer sehr nett, gerecht, diplomatisch, aber wir brauchen auch die Mentalität und den Hunger, unbedingt gewinnen zu wollen.»
Simic sieht das Projekt als grosse Chance. Für sie persönlich, weil sie «sehr viel lernen könne», aber auch für den Verband, der im Vergleich zur Grösse des Landes mit überdurchschnittlich vielen Talenten gesegnet sei. Die Nati müsse ein Team werden, das intensiv zu Werke geht und gegen das man nicht gerne spielt. «Wenn wir diese Mentalität mit der Vision von Rafel kombinieren, dann sind dieser Mannschaft keine Grenzen gesetzt.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Norwegen | 3 | 3 | 9 | |
2 | Schweiz | 3 | 1 | 4 | |
3 | Finnland | 3 | 0 | 4 | |
4 | Island | 3 | -4 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 3 | 11 | 9 | |
2 | Italien | 3 | -1 | 4 | |
3 | Belgien | 3 | -4 | 3 | |
4 | Portugal | 3 | -6 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweden | 3 | 7 | 9 | |
2 | Deutschland | 3 | 0 | 6 | |
3 | Polen | 3 | -4 | 3 | |
4 | Dänemark | 3 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Frankreich | 3 | 7 | 9 | |
2 | England | 3 | 8 | 6 | |
3 | Niederlande | 3 | -4 | 3 | |
4 | Wales | 3 | -11 | 0 |
