«Wir haben uns beim Warmmachen aufgeregt»
Super-Joker Fölmli zeigt Kolleginnen, wie Toreschiessen geht

Nur gut zehn Minuten kommt Svenja Fölmli gegen Nordirland zum Einsatz, Doch die Freiburg-Stürmerin zeigt das, was ihre Kolleginnen vermissen lassen: Zielstrebigkeit und Effizienz. Mit ihrem Tor zum 2:0 macht sie sich zur grossen Siegerin des Abends.
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Svenja Fölmli vor ihrem Abschluss, der zum 2:0 führt.
Foto: keystone-sda.ch
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Womöglich ärgert sich die eine oder andere an diesem kühlen Abend in Lausanne noch einmal, dass man vor neun Monaten aus der Liga A der Nations League abgestiegen ist. EM-Vibes wollen im Stade de la Tuilière im ersten Pflichtspiel seit dem Heimturnier nicht wirklich aufkommen. Was aber nicht nur an der spärlichen Kulisse liegt, sondern vor allem auch am schwachen Gegner.

Nordirland, die Nummer 44 der Welt, ist kein Gradmesser für die Nati, die sich allerdings das Leben selber schwer macht. Nach Riola Xhemailis früher Führung verpasst sie es, das zweite Tor nachzulegen. So dauert es bis zur 91. Minute, bis das überfällige 2:0 doch noch fällt. Dank Super-Joker Svenja Fölmli (23).

«Ich mag ihr das Tor sehr gönnen», sagt Trainer Rafel Navarro. «Denn sie gibt im Training immer 100 Prozent.» Erst in der 84. Minute bringt der Spanier Fölmli anstelle von Xhemaili. «Ich spürte, dass wir nochmals Energie brauchen», so Navarro. Und Fölmli bringt den nötigen Energieschub. Vor allem tut sie das, was ihre Kolleginnen zuvor während 90 Minuten unterlassen haben. Sie fackelt nicht lange und trifft mit einem satten Schuss aus 18 Metern zum 2:0.

Fölmli: «Wir haben uns aufgeregt»

«Einfach mal schiessen», habe ihre Devise bei der Einwechslung gelautet, so Fölmli. «Denn wir haben uns beim Warmmachen aufgeregt, dass wir nicht schiessen.» Sie nimmt ihre Kolleginnen aber auch in Schutz. «Meistens ist es schwierig, gegen einen Gegner, der sehr tief steht, Tore zu machen», so die Luzernerin. Ihr selbst reichen knapp sieben Minuten für den sechsten Treffer im 30. Länderspiel. «Manchmal brauchst du als Stürmerin eben nur einen Schuss.»

Mit ihrem starken Kurzeinsatz hat sich Fölmli für die Partie am Samstag in Malta aufgedrängt. «Könnte sein», so Navarro. «Svenja ist eine sehr gute Strafraumspielerin.» Die Angreiferin selbst stellt keine Ansprüche. «Ich nehme, was ich bekomme.» Gerade gegen den auf dem Papier schwächsten Gegner der Gruppe (Weltnummer 88) sind Goalgetter-Qualitäten gefragt. «Und die Gier, Tore zu schiessen», so Xhemaili. «Die hat uns heute noch etwas gefehlt.» Svenja Fölmli hat sie nicht gefehlt.

Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
3
3
9
2
Schweiz
Schweiz
3
1
4
3
Finnland
Finnland
3
0
4
4
Island
Island
3
-4
0
Playoffs
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
11
9
2
Italien
Italien
3
-1
4
3
Belgien
Belgien
3
-4
3
4
Portugal
Portugal
3
-6
1
Playoffs
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweden
Schweden
3
7
9
2
Deutschland
Deutschland
3
0
6
3
Polen
Polen
3
-4
3
4
Dänemark
Dänemark
3
-3
0
Playoffs
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
7
9
2
England
England
3
8
6
3
Niederlande
Niederlande
3
-4
3
4
Wales
Wales
3
-11
0
Playoffs
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